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Hass aus dem Äther

Regisseur Milo Rau über sein Stück "Hate Radio"

Ein Friedhof bei Kigali, auf dem tausende von Opfern des Genozids von 1994 beerdigt sind.
Ein Friedhof bei Kigali, auf dem tausende von Opfern des Genozids von 1994 beerdigt sind.

Mit Hass-Aufrufen hat der Radiosender RTLM 1994 den Völkermord in Ruanda angeheizt. Nach langen Recherchen hat der Regisseur Milo Rau darüber ein Theaterstück geschrieben, das nun auf dem Theatertreffen in Berlin zu sehen ist. Ein Interview.

Am Freitag hat es begonnen, das jährliche Großtreffen der Theaterszene: Zehn der "bemerkenswertesten Aufführungen aus dem deutschsprachigen Raum der vergangenen Spielzeit" werden beim Berliner Theatertreffen bis zum 21. Mai zu sehen sein.

Mit dabei ist der Schweizer Theatermacher Milo Rau. In monatelangen Recherchen hat er Dutzende Gespräche geführt und danach die ruandische Radiosendung "Hate Radio" nachgestellt. Als Reenactment.

Eine Stunde Sendezeit im Radiostudio von Kigali 1994: Die ganze Welt sah damals zu, wie innerhalb von drei Monaten eine Million Menschen abgeschlachtet wurden – in einem Bürgerkrieg, in dem die Hutu die Tutsi vernichten wollten. Damals entwickelte Ruanda sich gerade auf Druck des Westens in eine demokratische Richtung, die Pressefreiheit wurde eingeführt.

Doch die Hutu-Eliten fürchteten um ihre Macht und so begann ein unvorstellbarer Genozid an den Tutsi. Der Radiosender RTLM galt als eines der zynischsten Propagandainstrumente des ruandischen Völkermords. Wir haben Milo Rau in Berlin getroffen und mit ihm über sein Stück "Hate Radio" gesprochen.

Hören Sie das vollständige Interview mit Mio Rau mindestens bis zum 6. Oktober 2012 als mp3-Audio.



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