Sonntag, 26. Oktober 2014MESZ01:41 Uhr

Radiofeuilleton - Bühne

AfrikaMit einer Komödie die Realität kritisieren
Porträtfoto von Samir Yusuf Omar

Regisseurin Carla Guimaraes hat die dramatische Geschichte der somalischen Läuferin Samia Yusuf Omar auf die Bühne gebracht. Die junge Frau wurde erst bei Olympia bejubelt - und ertrank später als Flüchtling vor der Küste Italiens.Mehr

DokumentartheaterSchlachtfeld Erinnerung 1914/2014
Soldaten der französischen Armee im Ersten Weltkrieg (1914-1918) in einem Schützengraben. Ausgelöst durch die tödlichen Schüsse auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand durch serbische Nationalisten am 28.06.1914 in Sarajevo brach im August 1914 der Große Krieg (später als 1. Weltkrieg bezeichnet) aus. Es kämpften die Mittelmächte, bestehend aus Deutschland, Österreich-Ungarn sowie später auch das Osmanische Reich (Türkei) und Bulgarien gegen die Tripelentente, bestehend aus Großbritannien, Frankreich und Russland sowie zahlreichen Bündnispartnern. Die traurige Bilanz des mit der Niederlage der Mittelmächte 1918 beendeten Weltkriegs: Rund 8,5 Millionen Gefallene, über 21 Millionen Verwundete und fast 8 Millionen Kriegsgefangene und Vermißte.

100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg befassen sich die Goethe-Institute in Südosteuropa mit der Perspektive der Menschen im Westbalkan. Aus einer einjährigen Recherche entstand das Stück "Schlachtfeld Erinnerung 1914 – 2014".Mehr

Uraufführungen"Autorenmarkt leidet an Burn-out"
Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin 2010

Als alleiniger Juror der Autorentheatertage in Berlin bricht Till Briegleb mit einer Konvention: Er hat auf dem "unglaublich hektischen Markt" keine neuen Stücke bestellt. Stattdessen sichtete er die letzten 20 Jahrgänge.Mehr

weitere Beiträge

Radiofeuilleton - Bühne / Archiv | Beitrag vom 06.05.2012

Hass aus dem Äther

Regisseur Milo Rau über sein Stück "Hate Radio"

Ein Friedhof bei Kigali, auf dem tausende von Opfern des Genozids von 1994 beerdigt sind.
Ein Friedhof bei Kigali, auf dem tausende von Opfern des Genozids von 1994 beerdigt sind.

Mit Hass-Aufrufen hat der Radiosender RTLM 1994 den Völkermord in Ruanda angeheizt. Nach langen Recherchen hat der Regisseur Milo Rau darüber ein Theaterstück geschrieben, das nun auf dem Theatertreffen in Berlin zu sehen ist. Ein Interview.

Am Freitag hat es begonnen, das jährliche Großtreffen der Theaterszene: Zehn der "bemerkenswertesten Aufführungen aus dem deutschsprachigen Raum der vergangenen Spielzeit" werden beim Berliner Theatertreffen bis zum 21. Mai zu sehen sein.

Mit dabei ist der Schweizer Theatermacher Milo Rau. In monatelangen Recherchen hat er Dutzende Gespräche geführt und danach die ruandische Radiosendung "Hate Radio" nachgestellt. Als Reenactment.

Eine Stunde Sendezeit im Radiostudio von Kigali 1994: Die ganze Welt sah damals zu, wie innerhalb von drei Monaten eine Million Menschen abgeschlachtet wurden – in einem Bürgerkrieg, in dem die Hutu die Tutsi vernichten wollten. Damals entwickelte Ruanda sich gerade auf Druck des Westens in eine demokratische Richtung, die Pressefreiheit wurde eingeführt.

Doch die Hutu-Eliten fürchteten um ihre Macht und so begann ein unvorstellbarer Genozid an den Tutsi. Der Radiosender RTLM galt als eines der zynischsten Propagandainstrumente des ruandischen Völkermords. Wir haben Milo Rau in Berlin getroffen und mit ihm über sein Stück "Hate Radio" gesprochen.

Hören Sie das vollständige Interview mit Mio Rau mindestens bis zum 6. Oktober 2012 als mp3-Audio.

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Hass-Radio auf der Bühne
Genozid-PR und gutes Entertainment