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Fazit / Archiv | Beitrag vom 16.06.2010

"Hanni & Nanni"

Hannelore Heider über einen Kinderfilm

Die Zwillinge Hanni und Nanni werden ungerechterweise des Diebstahls bezichtigt und landen sie auf dem Internat "Lindenhof". Dort warten auf sie Abenteuer.

Deutschland 2010; Regie: Christine Hartmann - Darsteller: Sophia Münster, Jana Münster, Hannelore Elsner, Heino Ferch, Suzanne von Borsody, Anja Kling; Länge: 85 Minuten

Das Beste an dieser modernisierten und sehr freien Verfilmung des ersten Teiles der berühmten Kinderbuchserie von Enid Blyton sind die Zwillinge Sophia und Jana Münster in den Hauptrollen des Zwillingspärchens Hanni und Nanni. Sie sehen nicht nur nett aus, sie können für Kinderdarsteller auch sehr gut sprechen, wirken natürlich und sind, obwohl eineiig, doch verschieden. Das ist für den einzigen tiefer gehenden Konflikt des Filmes wichtig.

Denn obwohl die beiden alles zusammen machen und auch gemeinsam für einen vermeintlichen Kaufhausdiebstahl von den ratlosen Eltern (Anja Kling, Heino Ferch) ins Internat "Lindenhof" gesteckt werden, verläuft ihre weitere Entwicklung durchaus unterschiedlich.

Während die resolute Hanni sich so schlecht wie möglich benimmt, um bald wieder weggeschickt zu werden, entdeckt Nanni ihre Liebe für die Musik und möchte lieber dort bleiben. Ansonsten passiert in diesem Kinderabenteuer nichs, was man als originell oder wirklich spannend bezeichnen könnte. Alle Möglichkeiten der Verwechslung werden ausgespielt und Streiche ausgeheckt, die ihre Herkunft aus den Vierzigerjahren nicht verhehlen können und damit entsprechend brav und bieder sind.

Der Look des Filmes ist der Neuzeit angepasst. Die schicke Berliner Mitte prunkt genauso aufdringlich wie das begüterte Internat irgendwo in Deutschlands reichem Süden. Dass das Zwillingspärchen angeblich der ärmeren Schicht entstammt, geht an der doch auch von Kindern erfahrenen gesellschaftlichen Realität sträflich vorbei.

Am Ärgerlichsten aber sind die durchweg auf "skurril" getrimmten Erwachsenen, die man so schon in x-Kinderfilmen als Klischees gesehen hat. Allen voran Oliver Pocher, aber auch Katharina Thalbach, die ihre Spielfreude als verrückte Französischlehrerin in dieser kreuzbraven Komödie trotzig überzieht.

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