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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 11.11.2009

"Hachiko"

Hannelore Heider über einen Hundefilm für Erwachsene

Hachiko ist einer der treuesten Hunde, den es gibt - als sein Herrchen stirbt, wartet er noch zehn Jahre lang auf den Mann, den er jeden Abend am Bahnsteig abgeholt hat. Regisseur Lasse Hallström hat eine wahre Geschichte aus Japan verfilmt.

USA 2009, Regie: Lasse Hallström, Darsteller: Richard Gere, Joan Allen, Sarah Roemer, Cary-Hiroyuki Tagawa, ohne Altersbeschränkung, 93 Minute

Ein Mann findet auf dem Bahnsteig einen Hund. Der kommt von weit her, aus Japan, wie der Box zu entnehmen ist. Der Professor bringt ihn sehr zum Unmut seiner Ehefrau mit nach Hause, denn eine der großen, immerhin ungewöhnlichsten Liebesgeschichten der Welt beginnt mit Liebe auf den ersten Blick.

Zugetragen hat sie sich als wahre Geschichte im Japan der 20er-Jahre, wo ein Musikprofessor einen der letzten 30 Akira-Welpen aufzog, eine alten japanischen Hunderasse, die vom Aussterben bedroht war. Was diese Geschichte aber zur Legende machte, war die Treue dieses Tieres. Hachiko hatte sein Herrchen jahrelang am Morgen zu einem Tokioter Vorortbahnhof begleitet und am Abend wieder abgeholt. Als der Professor eines Tages einem Herzinfarkt erlag, hat das Tier noch zehn Jahre lang auf den Mann gewartet, was ihm nicht nur ein Denkmal in der japanischen Literatur und im Film einbrachte, sondern eine Bronzestatue auf dem Bahnhofsvorplatz.

Diese Legende haben Richard Gere als Produzent und menschlicher Hauptdarsteller gemeinsam mit seinem New Yorker Nachbar und Hundeliebhaber, dem Regisseur Lasse Hallström, zu einer amerikanischen Kinogeschichte gemacht. Sie spielt in einer idyllischen Kleinstadt, wo am Ende alle, auch die Witwe, Hachiko in seiner Trauerarbeit beistehen.

Zum Glück wird nicht aus niedlicher Hundeperspektive erzählt, die Vornehmheit der japanischen Akira-Rasse hat man den tierischen Hauptdarstellern auch in Hollywood nicht austreiben können. Mit der relativ ereignisarmen Story, einem ruhig alternden Ehepaar (Richard Gere und Joan Allen) und vor allem einer ziemlich eintönigen, instrumentalen Kammermusik hat der Film so gar nichts gemein mit "Hundeabenteuern" wie Lassie, Beethoven, Marley & Cola, was ihn für Kinder gänzlich ungeeignet macht (es sei denn, sie lieben das Kinderbuch!).

Am ehesten könnte er in trüben Novembertagen noch erwachsene Zuschauer zu Meditationen über Loyalität und Treue anregen, wenn überhaupt.

Filmhomepage: "Hachiko"

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