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Nachspiel | Beitrag vom 21.02.2016

Gunter Gebauer zu Gustav-Adolf "Täve" Schur"Es war ein tadelloser Sportsmann"

Moderation: Hanns Ostermann

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(Marco Bertolaso/Deutschlandfunk)
Gunter Gebauer im Februar 2015 im Kölner Funkhaus. (Marco Bertolaso/Deutschlandfunk)

Die Radsport-Legende Gustav-Adolf "Täve" Schur wird von vielen Menschen immer noch verehrt. Doch weil er nicht müde wird, die DDR zu loben, wurde Schur 2011 die Aufnahme in die "Hall of Fame" verweigert. Der Sportwissenschaftler Gunter Gebauer findet das falsch.

Dass er ein großartiger Radfahrer war, daran besteht kein Zweifel. Die Frage ist nur, ob der zweimalige Friedensfahrt-Gewinner daher auch ein Anrecht auf die Aufnahme in die "Hall of Fame" hat, eine Ahnengalerie deutscher Sportgrößen, darunter Franz Beckenbauer, Steffi Graf, Max Schmeling und Horst Schäfer.

Die größte Niederlage seines Lebens erlebte Schur, der am Dienstag 85 Jahre alt wird, im Jahr 2011, als ihm - wegen seiner DDR-Staatsnähe - die Aufnahme in die Ruhmeshalle verwehrt wurde. Der emeritierte Berliner Sportwissenschaftler und -philosoph Gunter Gebauer hält diese Entscheidung für falsch. Im Deutschlandradio Kultur sagte er am Sonntag:

"Ich glaube, ich hätte das gemacht: Täve Schur war nicht nur erfolgreich im Radsport, wie wir das gerade gehört haben. Er war auch ein Sportler, der für die Bevölkerung der DDR als Vorbild galt. Das ist ein wichtiger Punkt. [...] Es war ein tadelloser Sportsmann."

Schur habe auch niemanden verraten und sei kein Stasi-Spitzel gewesen, sagte Gebauer weiter - das dürfe man nicht vergessen. Er habe daher Verständnis dafür, dass jemand, der so sehr vom Sportsystem der DDR profitiert habe "und so sehr hofiert wurde von der Politik, diese Politik und auch ihre Vertreter im Nachhinein für akzeptabel halten musste."

(picture alliance / dpa / Jens Wolf)Der ehemalige Straßenrad-Weltmeister und Friedensfahrtsieger Gustav-Adolf "Täve" Schur schreibt im Friedensfahrtmuseum in Kleinmühlingen Autogramme. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)

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