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Kulturnachrichten

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Peter Boudgoust wird neuer Arte-Präsident

Präsidentschaft wechselt alle fünft Jahre zwischen Deutschland und Frankreich

Peter Boudgoust, Intendant des Südwestrundfunks, wird ab 2016 zusätzlich neuer Präsident des deutsch-französischen Kulturkanals Arte. Der 60-Jährige wurde am Mittwoch von der Mitgliederversammlung des Senders für fünf Jahre gewählt und tritt sein Amt im Januar 2016 an, wie Arte mitteilte. Die Präsidentschaft wechselt turnusmäßig zwischen Deutschland und Frankreich im Fünf-Jahres-Takt. Boudgoust folgt auf die Französin Véronique Cayla. Anne Durupty, seit 2011 Generaldirektorin von Arte France, wird ab 2016 Vizepräsidentin des Senders.

US-Sänger Billy Joe Royal gestorben

Der Pop- und Countrysänger wurde 73 Jahren alt

Der Popsänger Billy Joe Royal, der später in die Countrymusik wechselte, ist tot. Er starb am Dienstag in seinem Haus in Morehead City im US-Staat North Carolina, wie sein Agent Brent Taylor sagte. Royal wurde 73 Jahre alt. Der Sänger gab 1965 mit "Down in the Boondocks" sein Debüt, der Song schaffte es auf Platz neun der "Billboard Hot 100". Doch konnte Billy Joe Royal mit seinen folgenden Platten nicht so recht an seinen anfänglichen Erfolg anknüpfen. Ende der 1980er Jahre definierte er sich als Countrysänger neu. Er war für Songs wie "I'll Pin a Note on Your Pillow", "Tell it Like it is" und "Till I Can't Take it Anymore" bekannt. 1988 wurde der Sänger in die Georgia Music Hall of Fame aufgenommen.

NS-Symbolik an Berliner Kino

Der Inhaber spricht von einer "Kunstaktion", Hintergrund ist ein Tarifstreit

Der Inhaber des Berliner Kinos Babylon hat sein Lichtspielhaus selbst mit Symbolen behängt, die an die Nazi-Zeit erinnern. Eine Sprecherin des Kinos sagte am Mittwoch, der jüdische Besitzer wolle sich mit einer "Kunstaktion" gegen eine Diffamierungskampagne von Mitarbeitern zur Wehr setzen. An dem Theater gibt es seit Monaten einen Tarifstreit zwischen Inhaber und Angestellten. Die streikenden Mitarbeiter hatten deshalb zum Boykott des Kinos aufgerufen, so die Sprecherin. Der Besitzer habe sich persönlich als Ziel der Kampagne gesehen und hängte ein Transparent an die Fassade mit der Aufschrift: "Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht im Babylon!". Die Türen des Kinos besprühte er mit weißen Davidsternen. Die Mitarbeiter-Gewerkschaft erklärte, die Aktion rücke den Streik in die Nähe von nationalsozialistischen Umtrieben. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts prüft nach Polizeiangaben, ob eine Straftat vorliegt.

Peter Carp wird Intendant des Freiburger Theaters

Der Stuttgarter folgt 2017 auf Barbara Mundel

Peter Carp wird von der Spielzeit 2017/2018 an neuer Intendant des Freiburger Theaters. Das beschloss der Gemeinderat am Dienstagabend, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Der 1955 in Stuttgart geborene Carp ist seit 2008 Intendant des Theaters Oberhausen. Zuvor hatte er als freier Regisseur und Dramaturg gearbeitet. Er folgt auf Barbara Mundel, die seit 2006 Intendantin in Freiburg ist.

Teheraner Galerie stellt zwei Hitler Bilder aus

Galeristin: "Die meisten Besucher kommen hauptsächlich wegen der Hitler-Bilder"

In einer Galerie in Teheran sind zwei Bilder von Adolf Hitler ausgestellt. "In dieser Ausstellung sind auch Aquarelle von anderen Künstlern, aber die meisten Besucher kommen hauptsächlich wegen der Hitler-Bilder", sagte Galeristin Golnaz Golsabahi von der Daphineh Galerie am Mittwoch. Viele Menschen im Iran wüssten gar nicht, dass "ein blutrünstiger Diktator wie Hitler" auch malen konnte, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Über die Bildern gibt es laut Golsabahi wenig Informationen. Die Galeristin vermutet, dass ein reicher iranischer Kunstsammler die beiden Aquarelle vor der islamischen Revolution 1979 gekauft habe. Nach der Revolution wurden sie beschlagnahmt und nun zur Ausstellung freigegeben. Ihrer Einschätzung nach hat Hitler die beiden Aquarelle Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien angefertigt. Damals fristete der spätere Diktator sein Dasein als Kunstmaler in Wien.

Deutscher Spielepreis 2015: "Auf den Spuren von Marco Polo"

"Spinderella" erhält den Kinderspielpreis

Der Deutsche Spielepreis 2015 geht an das Spiel "Auf den Spuren von Marco Polo" von Daniele Tascini und Simone Luciani. Die Auszeichnung wird als Publikumspreis bei der internationalen Spielmesse in Essen verliehen. Bei dem anspruchsvollen Strategiespiel gehe es darum, mit geschickter Taktik und guter Planung auf den Spuren des berühmten Reisenden einen Weg zu den Handelsplätzen der Seidenstraße zu finden, erklärten die Veranstalter. Gewinner des Deutschen Kinderspielpreises 2015 wurde das Spiel "Spinderella", bei dem Ameisen gegen Spinnen kämpfen. Die Essener Spielemesse findet vom 8. bis 11. Oktober statt.

Vasari-Gesamtedition ist vollendet

Der Renaissance-Biograph Giorgio Vasari gilt als Urvater der Kunstgeschichte

Giorgio Vasari (1511-1574) war Maler und Architekt, der Nachwelt ist er vor allem als "der erste Kunsthistoriker" in Erinnerung. Jetzt hat der Berliner Wagenbach-Verlag nach elf Jahren seine 45bändige Gesamtedition vollendet. Giorgio Vasaris Hauptwerk sind seine Künstlerbiographien. Die 108 Viten der "piu eccellenti architetti, pittori et scultori italiani" sind der Who is Who der Renaissance, größten Zeit der italienischen Kunst. Leonardo da Vinci, Raffael, Tizian oder Sandro Botticelli. Von ihnen allen wüssten wir weniger, ja teils fast nichts ohne die Beschreibungen Vasaris. Trotz seiner stilisierenden Verzeichnungen und der deutlichen Neigung zur Eloge sind die Lebensbeschreibungen die wichtigste Quelle über die Schöpfer der Renaissance in Italien. Dabei ging es ihm keineswegs um wissenschaftliche Werktreue: Mit Übertreibungen und Klitterungen trug er zu vielen Legendenbildungen bei.

Kriegstagebücher von Konrad Wolf erscheinen

Das Buch des DDR-Filmregisseurs wird am 15. Oktober vorgestellt

Zum 90. Geburtstag des DDR-Filmregisseurs Konrad Wolf (1925-1982) erscheinen erstmals seine vollständigen Kriegstagebücher. Das Buch werde am 15. Oktober in Berlin vorgestellt, teilte die Akademie der Künste mit. Neben Briefen an Verwandte und Vertraute sind auch Wolfs Erinnerungen an die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs abgedruckt. Diese dienten Wolf als Grundlage für seinen Film "Ich war neunzehn". Im Zweiten Weltkrieg hatte der in Baden-Württemberg geborene und in die Sowjetunion emigrierte Wolf als Rotarmist gegen Nazi-Deutschland gekämpft. Später machte er in der DDR Karriere als Regisseur und wurde mit Filmen wie "Sterne", "Der geteilte Himmel" und "Solo Sunny" auch über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Viele Jahre lang war er Präsident der Akademie der Künste der DDR.

Chemie-Nobelpreis geht an drei Erbgut-Forscher

Paul Modrich, Tomas Lindahl und Aziz Sancar werden ausgezeichnet

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an Tomas Lindahl (Schweden), Paul Modrich (USA) und Aziz Sancar (USA/Türkei) für Arbeiten zur Erbgut-Reparatur. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm bekannt. Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist mit umgerechnet rund 850 000 Euro dotiert. Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Im vergangenen Jahr erhielten der deutsche Forscher Stefan Hell sowie die US-Amerikaner Eric Betzig und William Moerner die Auszeichnung für die Erfindung superauflösender Mikroskope. Damit kann man in lebende Zellen blicken und Abläufe bei Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson beobachten.

Deutsches TV boomt international

Ufa-Geschäftsführer sieht "Unsere Mütter, unsere Väter" als Initialzündung

Fiktionales Fernsehen aus Deutschland hat sich auf der weltgrößten Messe für TV-Programme als Verkaufsschlager erwiesen. Besonders Filme aus der Produktion der in Potsdam ansässigen Firma Ufa Fiction wurden auf der Mipcom in Cannes rund um den Globus verkauft. Mehr als 20 Länder erwarben bereits "Deutschland 83" . Die achtteilige deutsch-deutsche Spionagegeschichte wird vom 26. November an auf RTL ausgestrahlt. In den USA war die Serie bereits zu sehen. Auch der Film "Nackt unter Wölfen", der das schwierige Thema der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald behandelt, stößt im Ausland auf großes Interesse. In mehr als zehn Ländern wird das Drama ins Fernsehen kommen, etwa in Frankreich, Italien und Südkorea. "Das ist ein Riesenerfolg", freut sich Ufa-Geschäftsführer Nico Hofmann. Er sieht die Produktion "Unsere Mütter - unsere Väter", die sich in über 120 Länder verkaufte, als Initialzündung.

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