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Kulturnachrichten

Mittwoch, 9. März 2016

Grütters plädiert für Kunstfreiheit

Kulturstaatsministerin: Kunst kann religiöse Gefühle verletzen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Freiheit der Kunst auch im Austausch mit Religionen bekräftigt. Bei einem Treffen mit dem vatikanischen Kulturminister Kardinal Gianfranco Ravasi in Berlin sagte sie, dass sich Kunst nicht "auf die Grenzen des politisch Wünschenswerten" festlegen lasse. Denn wenn Kunst immer den Anspruch religiöser Wahrheiten respektiere, das Risiko verletzter Gefühle scheue oder einer Moral oder Weltanschauung diene, beraube sie sich ihrer Möglichkeiten und ihres Wertes. Zugleich gestand sie ein, dass in manchen Fällen religiöse Gefühle verletzt würden. Wichtig sei es Empathie zu fördern. Kunst und Kirche müssten und sollten nicht immer einer Meinung sein, aber sie verbinde etwas Elementares: das Ringen nach Antworten, sagte Grütters. "Ohne die große künstlerische Inspirationskraft der christlichen Theologie wäre die Kultur des Abendlandes ärmer an Geist und Sinnlichkeit". Überwältigend sei allein schon das materielle kulturelle Erbe, das im Auftrag der Kirche entstanden sei. Grütters war zuletzt im Mai vergangenen Jahres zu Gesprächen über Kulturpolitik bei Kardinal Ravasi im Vatikan gewesen.

Dieter Wedel stellt Ensemble für Festspiele vor

Die Freilichtsaison in Bad Hersfeld beginnt in drei Monaten

Gut drei Monate vor Beginn der Bad Hersfelder Festspiele hat Intendant Dieter Wedel die Schauspieler präsentiert. So werden unter anderem Elisabeth Lanz, Richy Müller und André Hennicke bei dem Freilicht-Theaterfestival (24. Juni bis 28. August) auf der Bühne stehen. Bei der Ensemble-Vorstellung nannte Wedel auch Horst Janson, Hans Peter Hallwachs, Brigitte Grothum, Christian Nickel und Motsi Mabuse - sie alle wirken bei der Eröffnungspremiere "Hexenjagd" mit, wo Wedel selbst Regie führt. Für das Musical "My Fair Lady", das erstmals in Bad Hersfeld gezeigt wird, wurden Gunther Emmerlich und Ilja Richter verpflichtet.Sieben neue Stücke und zwei Wiederaufnahmen stehen auf dem Programm. Für den erfolgreichen Fernsehregisseur Wedel ist es die zweite Spielzeit. Das Festival hat einen Rekordetat von 7,1 Millionen Euro.

Chorleiter der Deutschen Oper wechselt nach London

Ein Nachfolger steht noch nicht fest

Der Chorleiter der Deutschen Oper in Berlin geht nach London. William Spaulding sei ans Royal Opera House in Covent Garden berufen worden, teilte das Opernhaus in der Hauptstadt heute mit. Der gebürtige Amerikaner soll im Laufe der kommenden Spielzeit 2016/2017 wechseln. Das Team der Deutschen Oper wünsche ihm das Allerbeste "und ein ebenso begeistertes Publikum, wie er es in Berlin gefunden hat", hieß es in der Mitteilung. Ein Nachfolger für den 55-Jährigen steht noch nicht fest.

Grimme-Preisträger stehen fest

Gleich drei Serien erhalten Auszeichnungen

Beim Grimme-Preis können die Privatsender in diesem Jahr Erfolge verbuchen. Vier von 14 Trophäen des Fernsehpreises gehen an Private, kündigte das Grimme-Institut in Essen an. Im vergangenen Jahr waren alle Auszeichnungen an öffentlich-rechtliche Sender gegangen. Grimme-Direktorin Frauke Gerlach hob beispielhaft die Sendereihe "Marhaba - Ankommen in Deutschland" für Flüchtlinge hervor, mit der n-tv "großes gesellschaftliches Engagement" bewiesen habe. Drei Serien erhalten einen Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion: die dritte Staffel von "Weissensee", "Weinberg" und "Deutschland 83". Der in diesem Jahr erstmals verliehene Preis für eine "Besondere Journalistische Leistung" geht an den Beitrag "Tödliche Exporte" über illegalen Waffenhandel. Zwei Preise erhalten in der neuen Kategorie Kinder und Jugend die VOX-Serie "Club der roten Bänder" und die KiKA-Mitmachsendung "Ene Mene Bu". ZDF-Satiriker Jan Böhmermann erhält gemeinsam mit Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann für den Beitrag "Hashtag Varoufake", eine Satire zur Stinkefinger-Affäre um den griechischen Ex-Finanzminister Gianis Varoufakis, einen Spezial-Preis. Der undotierte Grimme-Preis wird zum 52. Mal vergeben und gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis. Die Preisverleihung findet am 8. April in Marl statt.

Kunstsammlungen Dresden mit Besucherrückgang

Zahlen für 2015 vorgelegt

Das negative Image von Dresden schlägt sich offenbar auch in den Besucherzahlen der Staatlichen Kunstsammlungen nieder. Nach einem Aufwärtstrend von 2006 bis 2013 geht das Interesse jetzt seit zwei Jahren kontinuierlich zurück. Im vergangenen Jahr wurden rund 2,3 Millionen Gäste in den 14 Museen gezählt und damit sechs Prozent weniger als 2014, wie der Kaufmännische Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Dirk Burghardt, mitteilte. 2014 waren es noch 2,5 Millionen Besucher gewesen, 2013 rund 2,6 Millionen. Burghardt sieht als Ursache für den Schwund vor allem den starken Rückgang russischsprachiger Gäste. Dass weniger Besucher aus dem Inland kämen habe möglichweise auch mit den Montagsumzügen der Pegida-Bewegung zu tun. Auch der bisherige Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Hartwig Fischer, kehrt Dresden den Rücken. Am Donnerstag wird er offiziell verabschiedet und wechselt als Direktor zum Britisch Museum nach London. Dort sind die Besucherzahlen in den letzten 5 Jahren um 1 Million stetig gestiegen.

Neuer Direktor für Bucerius Kunst Forum Hamburg

Franz Wilhelm Kaiser wird Leiter des Ausstellungshauses

Franz Wilhelm Kaiser (59) aus Den Haag übernimmt zum 1. Juni die künstlerische Leitung des Bucerius Kunst Forum in Hamburg. Er wird Nachfolger von Direktorin Ortrud Westheider, die das von der "Zeit"-Stiftung initiierte private Ausstellungshaus fast zehn Jahre geleitet hat, teilte das Bucerius Kunst Forum mit. Westheider wechselt zum 1. April an das Museum Barberini in Potsdam. Kaiser ist seit 1989 Ausstellungsdirektor im Gemeentemuseum Den Haag und zudem für die Organisation der Ausstellungen im Fotomuseum Den Haag und im GEM, dem Museum für zeitgenössische Kunst, verantwortlich. Vorher leitete der aus dem Rheinland stammende Franz Wilhelm Kaiser bereits weitere internationale Ausstellungshäuser, darunter in Kassel, Eindhoven, Lyon und Grenoble.

Musikwelt trauert um George Martin

Er war der "Fünfte Beatle"

Der Entdecker und Produzent der Beatles, George Martin, ist tot. Der Brite mit dem Spitznamen "Fünfter Beatle" starb gestern im Alter von 90 Jahren in seinem Zuhause, wie sein Management mitteilte. "George wird vermisst werden", twitterte der frühere Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr und dankte ihm für seine "Liebe und Güte". "Sir George Martin war ein Musik-Gigant", so der britische Premierminister David Cameron. Produzentenkollege Mark Ronson schrieb: "Danke, Sir George Martin: der größte britische Musikproduzent aller Zeiten. Wir werden nie aufhören, in der Welt zu leben, die du mitgeschaffen hast." Martin hatte 1962 erstmals Probeaufnahmen der Musiker aus Liverpool gehört und gab ihnen ihren ersten Plattenvertrag. Zuletzt produzierte er 2006 das Beatles Remix-Album "Love". Der Sohn eines Londoner Handwerkers hatte an der renommierten Londoner Guildhall School of Music studiert, zunächst professionell Oboe gespielt und war 1955 mit nur 29 Jahren an die Spitze des Plattenlabels Parlophone gerückt. Im Oktober 1962 erschien dort "Love Me Do", die erste Beatles-Single. Nachdem die Band sich aufgelöst hatte, baute Martin die berühmten Air Studios auf der Karibikinsel Montserrat, wo unter anderem Dire Straits, Phil Collins, Elton John und Michael Jackson Musik aufnahmen. 1997 war er an der Produktion von Elton Johns Megahit "Candle in the Wind" beteiligt, der bis heute meistverkauften Single.

Wikipedia vereinfacht Einstieg für Autoren

Neue Software soll auch Autorenschwund stoppen

Das Online-Lexikon Wikipedia will neuen Autoren den Einstieg in die Bearbeitung von Artikeln erleichtern. Dafür wurde eine neue Arbeitsumgebung geschaffen, die sich an bekannten Textverarbeitungsprogrammen orientiert, teilte Wikimedia, der Förderverein hinter dem Online-Lexikon, in Berlin mit. Bilder und Tabellen ließen sich jetzt leichter in Wikipedia-Artikel einbinden, bisher musste eine spezielle Auszeichnungssprache erlernt werden. Wer in der Wikipedia mitschreiben möchte, könne das jetzt viel intuitiver tun, sagte Lukas Mezger, stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums von Wikimedia Deutschland. Für alle neuen Nutzer ist die Arbeitsumgebung automatisch voreingestellt. Wikipedia zählt zu den bekanntesten Web-Enzyklopädien. In letzter Zeit ging die Zahl der Autoren des Online-Lexikons zurück.

1:0 für die Künstliche Intelligenz

Googles Software besiegt Go-Champion im ersten Spiel

Ein Computerprogramm von Google hat überraschend die erste von fünf Partien des chinesischen Brettspiels Go gegen den südkoreanischen Champion Lee Sedol gewonnen. Die übrigen vier Spiele sollen bis nächsten Dienstag ausgetragen werden. Experten für Künstliche Intelligenz hatten bis vor kurzem noch prognostiziert, es würde ein weiteres Jahrzehnt dauern, bis Computer professionelle Go-Spieler schlagen könnten. Allerdings hatte Googles AlphaGo-Programm dann im vergangenen Jahr bereits einen europäischen Spitzenspieler besiegt. Go ist eines der kreativsten und komplexesten Spiele, die jemals entwickelt wurden. Experten hielten es für schwierig, dass Computer diese Komplexität meistern könnten.

Deutscher Hörbuchpreis in Köln vergeben

Mit der Preisverleihung hat Lit.Cologne begonnen

Mit einer Gala zur Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises hat das Kölner Literaturfestival Lit.Cologne begonnen. Ausgezeichnet wurden unter anderen die Berliner Schauspieler Lars Eidinger und Sophie Rois als "beste Interpreten". Das knapp zweiwöchige Festival bietet bis zum Samstag kommender Woche 186 Veranstaltungen. Es wird mit mehr als 100 000 Besuchern gerechnet - sie machen die Lit.Cologne nach Veranstalterangaben zum größten Literaturfestival Europas.

Kulturrat setzt vier Einrichtungen auf Rote Liste

Höchste Warnstufe für Künstleratliers am Karlsruher Hauptbahnhof

Auf der Kulturrat-Liste bedrohter Kultureinrichtungen stehen vier neue Einträge. Wie der Deutsche Kulturrat mitteilte, vergab er die höchste Warnstufe für 25 Künstlerateliers hinter dem Karlsruher Hauptbahnhof, die geräumt werden sollen. Er stufte auch das jüdische Theater "Mechaje" in Rostock als gefährdet ein, dessen Förderung reduziert worden sei. Dem English Theatre in Frankfurt fehle ebenfalls ein Teil der Basisfinanzierung, nachdem ein Geldgeber abgesprungen sei. In Hessen sieht der Kulturrat den "Bereich der kulturellen Bildung an Hessens Schulen durch deutliche Kürzungen des Kultusministeriums" bedroht. Der Kulturrat ist eine Dachorganisation von mehr als 200 Bundeskulturverbänden.

Schum-Städte finden Motto

Drei Städte am Rhein bewerbern sich als Unesco-Welterbe

Die Städte Speyer, Worms und Mainz, die wegen ihres gemeinsamen jüdischen Erbes Unesco-Welterbe werden wollen, haben ein Motto für ihre Bewerbung gewählt: "Schum-Städte am Rhein - Jüdisches Erbe für die Welt" lautet der Slogan, wie der Verein Schum-Städte heute in Worms mitteilte. Das Motto soll bewirken, dass die jüdische Geschichte der drei Städte noch enger zusammengesehen wird. Die Bezeichnung "Schum" geht auf die Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, hebräischen Namen der drei Städte zurück: Schin (Sch) für Schpira (Speyer), Waw (U) für Warmaisa (Worms) und Mem (M) für Magenza (Mainz). Sie waren im Mittelalter Zentren jüdischer Gelehrsamkeit. Die Kultusminister von Bund und Ländern haben die "Schum"-Städte 2014 auf ihre Bewerbungsliste gesetzt. 2020 werden bei der Unesco in Paris die entsprechenden Unterlagen eingereicht, die Entscheidung soll 2021 fallen.

Verschuldete Arena di Verona bekommt Hilfe

Mobile Überdachung geplant

Die weltberühmte Arena di Verona ist tief verschuldet. Jetzt will die Stadtverwaltung die wirtschaftlichen Probleme der zuständigen Stiftung mittels einer Sonderfinanzierung eindämmen, berichtete heute die italienische Zeitung "Il Sole 24 Ore". Wie hoch diese ausfallen soll, blieb unklar. Insgesamt beliefen sich die Schulden derzeit auf 24 Millionen Euro, hieß es. Selbst die Gehälter der Mitarbeiter müssten in diesem Monat verspätet gezahlt werden. Vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass das in Verona ansässige Modeunternehmen Calzedonia einen internationalen Wettbewerb für den Entwurf eines mobilen Überdachungssystems finanzieren will. Bis zum 9. September können Architekten und Ingenieure Ideen einreichen.Durch das ausfahrbare Dach soll eine Verlängerung der Opernsaison in dem Freilichttheater ermöglicht werden. Die Arena di Verona in Norditalien ist eines der am besten erhaltenen Amphitheater des Landes, besonders berühmt für die tolle Akustik und bietet bis zu 22 000 Zuschauern Platz.

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