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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. März 2016

Grimm-Professur der Uni Kassel an Autor Sven Regener

Regener hält u.a. einen Vortrag zum Humor in der Literatur

Der Autor und Sänger Sven Regener ("Herr Lehmann", "Neue Vahr Süd") ist der diesjährige Grimm-Gastprofessor der Universität Kassel. Der Sänger der Band Element of Crime begeistere mit Romanen, Drehbüchern und deutschsprachigen Liedtexten, teilte die Universität mit. Als Sänger und Songwriter von Element of Crime ("Weißes Papier", "Mittelpunkt der Welt") habe Regener Musikgeschichte geschrieben, sagte Stefan Greif, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Der gebürtige Bremer Regener (55), der als Schriftsteller mit seinem Debütroman "Herr Lehmann" (2001) bekannt wurde, soll als Grimm-Gastprofessor unter anderem Ende Mai einen Vortrag zum Thema "Zwischen Depression und Witzelsucht: Humor in der Literatur" halten. Zudem sind eine öffentliche Lesung seines Romans "Neue Vahr Süd" und das Seminar "Erzählperspektive bei Herr Lehmann" geplant.

Belgien ist Gastland bei Stückemarkt

Rahmenprogramm des Theaterfestivals wird nach Terroranschlägen von Brüssel angepasst

Das von mehreren Terroranschlägen erschütterte Belgien steht im Mittelpunkt des diesjährigen Heidelberger Stückemarkts. Man habe sich vor einem Jahr für das Gastland Belgien entschieden - nun habe diese Entscheidung eine traurige Aktualität erlangt, sagte der Intendant des Theaters Heidelberg, Holger Schultze, bei der Vorstellung des Festivalprogramms. Angesichts der aktuellen Ereignisse in Brüssel werde das Rahmenprogramm des Stückemarkts nachjustiert. Man werde versuchen, Gesprächspartner einzuladen, die die aktuelle politische Situation in Belgien beleuchten.

Manneken Pis gegen Terroristen

Karikaturisten drücken Anteilnahme in sozialen Medien aus

Frankreich und Belgien Arm in Arm oder ein weinendes Manneken Pis: Nach den Anschlägen von Brüssel haben Karikaturisten ihre Anteilnahme auf Papier gebracht. Wie schon nach der Islamisten-Attacke auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" und der Pariser Terrorserie vom November wurden solche Zeichnungen heute vielfach über soziale Medien wie Twitter verbreitet. Die Solidarität der vom Terror gezeichneten Länder Belgien und Frankreich stellte Plantu, der Karikaturist der Pariser Tageszeitung "Le Monde", in den Vordergrund. Bei ihm legt eine Figur in französischem Blau-Weiß-Rot den Arm um seinen Nachbarn im belgischen Schwarz-Gelb-Rot, beiden läuft eine Träne über die Wange. Mehrere Zeichner nahmen sich das Brüsseler Wahrzeichen Manneken Pis vor. "In Ruhe zu pinkeln, ist das denn zu viel verlangt?", fragt die Figur bei Joann Sfar weinend. Der französische Zeichner Nawak ließ das Männchen dagegen kämpferischer auftreten, bei ihm richtet es seinen Strahl ins Gesicht eines maskierten Terroristen und zeigt ihm den Stinkefinger: "Hier! Geschenk aus Belgien!".

Cartoonist Klaus Vonderwerth gestorben

Bekannt wurde er durch die Gestaltung von Plattencovern

Der frühere DDR-Grafiker und Cartoonist Klaus Vonderwerth ist mit 80 Jahren gestorben. Der gebürtige Berliner sei bereits am Samstag einer schweren Krankheit erlegen, teilte der Verein Cartoonlobby mit. Bekannt wurde Vonderwerth mit Plattencovern für DDR-Musikgrößen wie Frank Schöbel, Dagmar Frederic, Chris Doerk, die Puhdys und Reinhard Lakomy. Als freier Karikaturist war er für verschiedene Zeitungen und Magazine tätig. Das Ende der DDR und die Deutsche Einheit begleitete er satirisch in der Zeitschrift "Neue Berliner Illustrierte". 2004 widmete ihm die Brandenburger Landeszentrale für Politische Bildung in Potsdam eine Einzelausstellung.

Hannelore-Greve-Literaturpreis für Hanns-Josef Ortheil

Ortheil sei vielseitig und bildungsfreudig, so die Jury

Der mit 25 000 Euro dotierte Hannelore-Greve-Literaturpreis der Hamburger Autorenvereinigung geht in diesem Jahr an den Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil. Er gehöre zu den "vielseitigsten, bildungsfreudigsten deutschen Schriftstellern überhaupt", hieß es in der Begründung der Jury. Ortheil wurde 1951 in Köln geboren und lebt in Stuttgart und Wissen an der Sieg. Sein Werk umfasst Romane und Essays ("Die große Liebe", "Faustinas Küsse", "Die Erfindung des Lebens"), in denen er sich mit der bundesrepublikanischen Wirklichkeit und der Nachkriegsgeschichte auseinandersetzt. Der Hannelore-Greve-Literaturpreis ist mit 25 000 Euro einer der höchst dotierten Literaturpreise in Deutschland und wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Walter-Kempowski-Literaturpreis vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Siegfried Lenz, Arno Surminski und Herta Müller.

Neue Sprach-Lern-App für Flüchtlinge

Applikation ist in neun Sprachen zu haben

Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) hat eine Sprach-Lern-App für Flüchtlinge entwickelt. Die kostenlose Anwendung "Einstieg Deutsch" begleite "Neuankömmlinge in Deutschland beim Arztbesuch, beim Behördengang, bei Notfällen, bei Gesprächen mit dem Camp-Management und in vielen anderen Lebenssituationen", so der Verband in Bonn. Die Applikation sei vollständig in neun Sprachen übersetzt. Die App kann nach Angaben des Volkshochschul-Verbands ab sofort für Android-Geräte und iOS-Geräte heruntergeladen werden. Bei der Entwicklung wurde der DVV mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt.

Kathedralenumbau-Kritiker schreiben offenen Brief

Erzbischof soll Umbau der Berliner Hedwigskathedrale stoppen

Denkmalpfleger, Architekten und Kulturhistoriker haben sich in einem offenen Brief an Erzbischof Heiner Koch gegen eine grundlegende Umgestaltung des Innenraums der Berliner Hedwigskathedrale ausgesprochen. In dem Schreiben appellieren die 70 Unterzeichner an den Erzbischof, "doch noch nach einer denkmalverträglichen Lösung zur Verbesserung des bedeutenden Kirchenbaus zu suchen". Die Fachleute um den Berliner Kunsthistoriker Adrian von Buttlar raten zu einem weitgehenden Erhalt der Raumfassung, die der Architekt Hans Schwippert (1899-1973) beim Wiederaufbau vor 50 Jahren schuf. Der Entwurf des Büros Sichau und Walter sowie ihres Kooperationspartners Leo Zogmayer, der bei einem Architektenwettbewerb gewann, sieht dagegen unter anderem vor, die Bodenöffnung mit einer Treppe zu schließen. Dies soll bessere Bedingungen dafür schaffen, katholische Gottesdienste nach den heutigen Vorgaben zu feiern. Das Erzbistum schätzt die Kosten im Falle eines solchen Umbaus auf bis zu 43 Millionen Euro.

Chilenischer Regisseur Ricardo Larraín tot

Wegbereiter des chilenischen Films nach Pinochet Diktatur

Der chilenische Filmregisseur Ricardo Larraín ist am Montag im Alter von 58 Jahren gestorben, teilte Chiles Kulturminister Ernesto Ottone über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Larraín war einer der Wegbereiter des neuen chilenischen Films in den ersten Jahren nach dem Fall der Diktatur Augusto Pinochets (1973-1990). Für sein Kinodebüt "La Frontera" (Die Grenze, 1991), über das Schicksal eines Verbannten unter der chilenischen Diktatur, bekam er einen "Silbernen Bären" auf der Berlinale. Seine späteren Filme waren "El entusiasmo" (Der Enthusiasmus, 1998), "Pasos de baile" (Tanzschritte, 2000), "Chile puede" (Chile kann es, 2008) und "El niño rojo" (Das rote Kind, 2014). Nach Angaben der Zeitung "La Tercera" starb Larraín an einer langjährigen Krebserkrankung.

Kuratorin des "Palestinian Museum" gibt auf

Grund des Rücktritts ist Widerstand gegen ihr Ausstellungskonzept

Lara Khaldi, die Kuratorin des künftigen "Palestinian Museum" bei Ramallah, hat ihren Posten aufgegeben. Auch der designierte Direktor des Museums, Jack Persekian, trat zurück. Beide zogen damit die Konsequenz aus dem breiten Widerstand gegen ihre unkonventionellen Museumskonzepte. Das neue Museum für Kunst und Kultur am Rande des Uni-Campus von Bir-Zeit bei Ramallah soll im Mai eröffnet werden. Dort sollen Gemälde, Skulpturen und historische Zeugnisse erstmals ihre dauerhafte Heimstatt finden. Khaldi wollte aber vor allem auf Videos, Performances und Diskussionen setzen, um damit die politisch instabile Lage Palästinas zu spiegeln.

Scorpions-Konzert nach halber Stunde abgebrochen

Sänger Meine hat einen Virusinfekt

Die Kultband Scorpions hat nach nur 30 Minuten ihr Konzert in der Hamburger Barcleycard Arena abgebrochen. Die Stimme von Sänger Klaus Meine hatte versagt. Er war krank aufgetreten und hatte noch versucht, den Abend zu retten - doch dann konnte er nicht mehr. "Er hat einen Virusinfekt, der sich voll auf die Stimme geschlagen hat, befindet sich in ärztlicher Behandlung", sagte der PR-Agent der Altrocker, Peter Lanz. Ob die Scorpions auf ihrer Tournee anlässlich ihres 50. Geburtstags morgen in Berlin auftreten, ist nach Angaben des Sprechers noch unklar. Meine hatte den Konzertabbruch in Hamburg sehr bedauert. Die Tausenden Fans zeigten Verständnis - statt Buhrufen gab es Besserungswünsche auf Facebook und Twitter. Offen sei noch, ob das Hamburger Konzert nachgeholt werde, sagte der PR-Manager.

Shortlist für Dylan-Thomas-Preis bekanntgegeben

Literaturpreis wird in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben

Claire-Louise Bennett (England), Tania James (USA), Frances Leviston (Schottland), Andrew McMillan (England), Max Porter (England) und Sunjeev Sahota (England) stehen auf der Shortlist des Dylan-Thomas-Preises 2016. Nominiert werden können junge, englischsprachige Schriftsteller unter 39 Jahren. Dotiert ist der Preis mit 30 000 Pfund (ca. 38 400 Euro). Verliehen wird er am Internationalen Dylan-Thomas-Tag, dem 14. Mai 2016 in Swansea, Wales.

Kartensaal in vatikanischen Museen öffnet wieder

Restaurierung kostete rund zwei Millionen Euro

Nach vierjährigen Restaurierungsarbeiten soll der Kartensaal der vatikanischen Museen am 24. April wiedereröffnet werden. Die Arbeiten hätten rund zwei Millionen Euro gekostet, berichtet die italienische Zeitung "La Repubblica".
Finanziert wurde die Restaurierung den Angaben zufolge von amerikanischen Geldgebern. Im Auftrag von Papst Gregor XIII. (1572-1585) war der Saal in den vatikanischen Museen in den Jahren 1580 bis 1581 mit Landkartenfresken auf 1.200 Quadratmetern dekoriert worden. Die Karten zeigen verschiedene Teile Italiens und enthalten laut Museumsdirektor Antonio Paolucci im Kern bereits den "modernen Gedanken" eines geeinten Italiens - "nicht durch die Politik, sondern durch Geschichte, Kultur und Religion".

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Fazit

Antike Kunst in ÄgyptenMuseum in Mallawi wieder eröffnet
Die Büste des Pharaos Echnaton im Museum in Luxur  (picture alliance/dpa/Foto: Rech)

Während Ausschreitungen in 2013 wurde das Museum für Altertümer im oberägyptischen Mallawi geplündert und zerstört. Nach einer liebevollen Restaurierung ist es jetzt wiederöffnet worden. Damit soll auch ein Zeichen des Neuanfanges in der Region gesendet werden. Mehr

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