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Feiertag / Archiv | Beitrag vom 07.09.2008

"Gottesfinsternis"

Was macht die Depression mit dem Glauben?

Von Pastor Diederich Lüken, Stuttgart

Depressionen verfinstern die Seele. Lebensfreude, Interessen und auch der Glaube scheinen verloren gegangen zu sein. Die Angehörigen sind häufig verunsichert. Pastor Diederich Lüken erzählt aus eigener Erfahrung, wie sich Glaube und Depression zueinander verhalten und was helfen kann, wenn der Glaube verloren scheint.

Autor:
Es ist ein schöner Sonntagmorgen. Die Sonne steht am blauen Himmel, kleine weiße Wölkchen schweben durch die laue Luft, die Vögel singen, die Blüten duften – ein herrlicher Tag. Eigentlich liebe ich solche Tage. Ich atme auf, und das Herz wird mir weit. Dankbar genieße ich das schöne Wetter und den freien Tag. Aber heute? Ich weiß gar nicht, was mit mir los ist. Ich empfinde nichts beim Anblick der Schönheit dieses Morgens. Ich freue mich nicht darüber, ich atme auch nicht auf, und das Herz wird mir nicht weit. Es ist, als sei den Blättern das Grün entzogen, den Blumen die Farbe und der Sonne der Glanz. So wie es der Dichter Werner Lutz beschreibt:

Sprecher:
Warum wohl
Auf den Sonnenseiten meiner Bücher
Den zeichenüberblühten Hängen
Das Zirpen verstummt –

Und warum wohl
Trägt mich die Tabakwolke seltener
Ans Fenster
Fällt mir kein Scherzwort ein
Um es den Schönen nachzurufen.

Vogelsteller sind am Werk
Das Heitere in meinem Leben einzufangen.
Die Uhren geben mir
Gesüßte Drogen ein.

Seitdem ich Umgang
Mit der Schwermut pflege
Zerfallen sind die Kristalle meiner Träume
Und den Gedichten
Ist der Duft entströmt.


Autor:
Noch beunruhigt mich das nicht weiter. Ich stelle es nur fest. Weiter nichts. Keine Gefühle. Es ist mir gleichgültig. Egal. Ich ahne noch nicht, dass dies der Beginn eines Prozesses ist. Auf seinem Höhepunkt erfahre ich die totale Abwesenheit Gottes. Die Gottesfinsternis.

Ich geriet in eine Depression. In früheren Zeiten nannte man sie auch Melancholie; und manchmal sagt man auch Schwermut dazu. Sie wurde nicht immer als Krankheit erkannt, sondern oft sogar emphatisch begrüßt und herbeigesehnt. "Komm, heilige Melancholie!", rief der junge Johann Jakob Guoth aus und gab damit der Dichtung in der Zeit Goethes und Schillers ein Motto. Seit ich an eigenem Leibe erfahren habe, was Melancholie ist, verstehe ich diese hehre Anrufung nicht. Nichts auf der Welt erscheint mir weniger heilig als dieses dumpfe, einengende Gefühl: Es ist sowieso alles egal, ich mag nicht mehr, ich kann auch nicht mehr. Sigmund Freud definierte diesen Zustand so:

Sprecher:
"Die Melancholie ist seelisch ausgezeichnet durch eine tief schmerzliche Verstimmung, eine Aufhebung des Interesses für die Außenwelt, durch den Verlust der Liebesfähigkeit, durch die Hemmung jeder Leistung und die Herabsetzung des Selbstgefühls, die sich in Selbstvorwürfen und Selbstbeschimpfungen äußert und bis zur wahnhaften Erwartung der Strafe steigert."

Autor:
Diese Beschreibung der Depression entspricht ziemlich genau meinem Erleben. Ich merkte, wie die Umwelt immer weniger zu mir sprach, wie egal mir alles wurde, wie gleichgültig ich auch mir selbst wurde. Glück oder die kleinen Unpässlichkeiten und Missgeschicke des Alltags nahm ich ohne innere Anteilnahme hin. Ob eine Sache so oder so entschieden wurde – was ging mich das an! Meine Einsatzbereitschaft und meine Arbeitskraft ließen immer mehr nach. Ich musste mich regelrecht zwingen, wenigstens das Nötige zu tun und zu entscheiden. Meine Frau und gute Freunde merkten es. Sie sagten es mir auch. Ich wehrte mich dagegen und leugnete meinen Zustand. Ich war eben nur verdrießlich, dachte ich, wie man halt manchmal verdrießlich ist.

Sprecher:
Ich bin verdrießlich,
weil ich verdrießlich bin
bin ich verdrießlich,
ach so verdrießlich.

Sonne scheint gar zu hell,
Vogel schreit gar zu grell,
Wein ist zu sauer mir,
zu bitter ist das Bier
Honig zu süßlich,
ich bin verdrießlich.

dort wird Musik gemacht,
dort wird getanzt, gelacht,
dort wirft man gar den Hut,
wie mich das ärgern tut!

Ist nicht ersprießlich,
ist nicht in meinem Sinn,
weil ich verdrießlich bin,
ach so verdrießlich bin.

Wo ich auch geh und steh,
ich meinen Schatten seh
immer verfolgt er mich,
ist das nicht ärgerlich!?

Oh, wie mich das verstimmt,
oh wie das mich ergrimmt,
wie das ins Herz mir brennt,
himmelkreuzsakrament!

Ist nicht ersprießlich,
ist nicht in meinem Sinn,
weil ich verdrießlich bin,
ach so verdrießlich bin.


Autor:
Dieses Gedicht von Ludwig Bechstein gibt, vielleicht kabarettistisch unwesentlich verzerrt, meinen Gefühlen präzisen Ausdruck. Es genügte der kleinste Anlass, ach, was, es bedurfte überhaupt keines Anlasses, um innerhalb von Sekundenbruchteilen in die tiefste Verdrießlichkeit zu fallen: ein unbedachtes Wort, eine um Sekunden zu lange Wartezeit vor einem Schalter, der Anblick einer unbekannten Person, die mir nicht gefällt – schon ist die ganze Welt nichts mehr wert, und ich bin mir selbst nichts mehr wert.

Ich verlernte völlig das Lachen und wurde des Lebens überdrüssig. Ich lebte es nur noch wie einer lästigen Pflicht gehorchend dahin. Wie um der Müdigkeit, der schlechten Laune und der Verdrießlichkeit etwas entgegen setzen, tauchten Suizidgedanken auf. Keineswegs quälend, wie es auch vorkommt, sondern durchaus als befreiende Möglichkeit, den unhaltbaren Zustand Leben zu beenden. Zugleich spürte ich, dass mir dazu der Mut fehlte. Und tief in meinem Innern wusste ich, dass diese Lösung für mich nicht in Frage kam. Ich blieb davon überzeugt, dass ich Verantwortung für mein Leben trage. So hoffte ich, wenigstens von einem niederfallenden Ast erschlagen, von einem Auto totgefahren zu werden, oder, noch besser, abends einzuschlafen und morgens gar nicht mehr aufzuwachen.

Musik

Autor:
In dieser ersten Zeit meiner Depression kam meine Praxis des Glaubens fast vollständig zum Erliegen. Die Texte aus der Bibel, sagten mir nichts mehr, die Andachten erschienen mir sinnlos. Nach meinem Empfinden verhallten die Gebete im Kosmos, ohne dass sie irgendwo ankamen. Über meinen Glauben legte sich eine Art Dämmerung. Gott trat in den Schatten und ich erlebte eine Zeit des Zweifelns, wie sie wohl jeder Glaubende bisweilen erlebt. Sie dauerte diesmal so lange, dass ich mich fragte, wie ich meine Arbeit als Pastor wohl noch glaubwürdig tun könne. Ich riss mich zusammen. Es gehörte einfach zu meinem Beruf, die Zweifel und Fragen, die der christliche Glaube aufwirft, am eigenen Leib zu spüren. So dachte ich. Das Ganze des christlichen Glaubens oder der Religion war mir noch nicht schlechthin fraglich geworden, es war noch nicht die Gottesfinsternis. Ich durchschaute deshalb nicht, dass mein Versuch, mir diese Zweifel und Dunkelheiten mit Hilfe der Vernunft zu erklären, nur dazu dienten, der Wahrheit auszuweichen: dass ich nämlich krank war.

Zum Lebensüberdruss gesellten sich Aggressivität und Wut. Der geringste Anlass genügte für einen Wutausbruch. Der Gipfel war wohl erreicht, als ich beim Mittagessen meiner Frau und meinem Sohn aus nichtigstem Anlass die heftigsten Vorwürfe machte und dabei meinen erregten Worten dadurch Nachdruck verleih, dass ich mit dem Teller auf den Tisch schlug. Der Teller war danach in zwei Teile zerbrochen, und ich raste Türen schlagend aus dem Zimmer in mein geliebtes Bett – immerhin, das Bett liebte ich noch. Dass meine Reaktion völlig überzogen war, wusste ich nicht. Mein Zorn war meiner Meinung nach völlig berechtigt; und da ich ihn nicht weiter ausleben konnte, suchte ich nach einer Musik, die mich besänftigen konnte. Es waren Songs aus der Dreigroschenoper Bertolt Brechts. Sie drückten genau meine Wut aus.

Musik

Autor:
Sigmund Freud sprach von dem Verlust der Liebesfähigkeit in einer Depression. Und so war es: So wie die Sachen, wurden mir auch die Menschen um mich herum gleichgültig. Ob man mich beschimpfte, ob man mich lobte – mir war alles eins.

So schleppte ich in meiner Depression die Last der Tage dahin, bis ich des Schleppens müde wurde und mich einfach in mein Schlafzimmer verkroch. Das heißt, ich stand morgens nicht mehr auf, sondern verdunkelte das Zimmer so gut es eben ging und verbrachte den Tag im Dunkeln. Ich genoss die Dunkelheit und Abgeschiedenheit geradezu. Meine Frau war zu diesem Zeitpunkt nicht da; aber unser Sohn sorgte dafür, dass sie Bescheid wusste:

Sprecher;
"Er steht nicht mehr auf, er hat das Zimmer verdunkelt, er ist unwirsch, wenn man nur in seine Nähe kommt. Ich mache mir die größten Sorgen!"

Autor:
Meine Frau versuchte, mich ins Leben zurückzuscheuchen; es war vergeblich. Die Dunkelheit und die Einsamkeit sollten und mussten bleiben. Ich schrie so lange herum, bis Sohn und Frau aus dem Schlafzimmer flüchteten. Da hatte ich sie wieder, meine Ruhe. Dann fielen die Wörter Arzt, Psychotherapie und Psychiatrie. Eine Behandlung lehnte ich ab: Ich war ja nicht krank! Höchstens etwas missgelaunt. Verdrießlich.

Nach drei Tagen aber sah sogar ich es ein: Ich war krank! Ich brauchte Hilfe, und zwar von außen. Ich suchte meine Hausärztin auf und erhielt auch anstandslos eine Überweisung an einen Neurologen und Psychiater. Ich hatte es nun schwarz auf weiß: Ich war krank! Meine Frau und mein Sohn hatten Recht gehabt. Also, ein Termin beim Neurologen musste her, aber das war gar nicht so einfach. Zwei Monate Wartezeit! Es waren zwei Monate meines seelischen Niederganges. Ich musste mich krankschreiben lassen. Das war auch gut so, denn ich hatte meiner Gemeinde nichts mehr zusagen. Ich glaubte selbst nicht mehr daran, was ich Sonntag für Sonntag zu predigen hatte. Es war einfach zu mühsam, an die Existenz Gottes zu glauben, zu mühsam, das christliche Glaubensbekenntnis für eine Art Realität zu halten. Es gab keinerlei Kontakt zu irgendwelchen sinnstiftenden Instanzen, ob man sie Gott oder Jesus Christus oder wie auch immer nennen wollte. Die Menschheit taumelte für mich auf ihrem Planeten wie ein torkelnder Esel dahin, sie war für mich nur noch ein Schimmelpilz auf einem verschrumpelten Apfel. Sinnlos und Ekel erregend.

In der nächsten Phase meiner Krankheit erfasste mich Trauer, tiefe Trauer über mein verpatztes und verschleudertes Leben. Was war ich mir selbst und meinen Mitmenschen nicht alles schuldig geblieben! Wie hatte ich unter meinen Möglichkeiten gelebt! Und nun war ich schon so alt, zu spät, um noch irgendetwas nachzuholen. Und doch wäre das so nötig gewesen! Manchmal kam mir das Gedicht "Herbsthauch" von Friedrich Rückert in den Sinn:

Sprecher:
Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen,
Was dir der blühende Frühling nicht trug,
Werde der Herbst dir noch tragen!

Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Immer zu schmeicheln, zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends verstreut er die Rosen.

Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet.


Autor:
Die Trauer ging über in Selbstmitleid – ein später Ausbruch der Midlife-Crisis? Das spielte vielleicht eine Rolle, war aber durchaus nicht alles. Die Verzweiflung ging tiefer.

Manchmal half dagegen die Musik. Schon Marsilio Ficino, Arzt und Philosoph im 15. Jahrhundert, bezeichnete die Musik als Heilmittel gegen Depression. Und auch in der Bibel kann man das nach lesen: David bekämpft die Schwermut des Königs Saul mit der Harfe: das Urbild der Musiktherapie für Depressive. Aber nun war es nicht die aufmüpfige Musik der Dreigroschenoper, sondern melancholische Musik, die mir half. Ich fühlte mich in ihr verstanden; sie richtete mich innerlich immer wieder etwas auf. Es waren "Seelenklänge" für mich. Es war nur eine Handvoll von Kompositionen: zum Beispiel das Adagio von Samuel Barber - mit dem Text des Agnus Dei, Lamm Gottes.

Musik

Autor:
In solcher Musik fühlte ich mich verstanden und aufgefangen. Das hielt eine Weile vor, dann war auch dieser Trost verflogen. Ich stand da mit leeren Händen. Am meisten beunruhigte mich, dass mir mein Glaube abhanden gekommen war, also das tiefe Vertrauen darauf: Es ist gut zu leben, das Leben ist wertvoll, es ist getragen und gehalten von Gott – nichts kann mich scheiden von seiner Liebe. Nicht mehr glauben zu können, das bedeutete für mich den Zusammenbruch meines ganzen Lebenshauses. Dass ich auch den Beruf eines Pastors nicht mehr würde ausüben können, war mir klar, war aber bei weitem nicht das Entscheidende. Mir war der Boden unter Füßen weggezogen und ich baumelte mit den Beinen meiner Seele über dem Nichts. Gottesfinsternis breitete sich aus.

Ich wandte mich Hilfe suchend an einen Freund - Theologe und Psychotherapeut:

Sprecher:
"Du glaubst nicht mehr an Gott? Das ist in deinem Zustand völlig normal. Wer in einer Depression gefangen ist, kann nicht mehr glauben. Das gehört sozusagen zum Wesen der Depression dazu. Du trägst keine Verantwortung dafür. Du bist unschuldig."

Autor:
Ich atmete tief auf. Das war eine durch und durch befreiende Botschaft. Wenn ich keine Schuld an meinem Unglauben trage, dann brauche ich mich nicht zu fürchten, vor gar nichts. Ich ging nach Hause und legte mir eine Musik auf, die ich seit meiner Jugendzeit liebe wie kaum eine andere: die Solo-Kantate "Der Friede sei mit dir" von Johann Sebastian Bach in der Interpretation von Dietrich Fischer-Dieskau:

Musik

Autor:
Die zwei Monate waren um, und ich ging zu meinem Arzt. Dessen Praxis war gleich um die Ecke. Meine Frau meinte: "Dann sehen ja alle, dass du dort hingehst." Ich antwortete: "Na und? Dann sehen es eben alle. Ich gehe da nicht hin, obwohl es von allen gesehen werden kann, sondern weil es von allen gesehen werden kann. Seit Jahr und Tag predige ich den Leuten: Geht zu einem Fachmann, wenn ihr psychische Probleme habt. Nun habe ich selbst welche, und die Leute sollen sehen, dass ich dahin gehe. Dann gehen sie vielleicht auch dahin, wenn sie es brauchen." Diese Vermutung hat sich übrigens später bestätigt.

Langsam ging es aufwärts. Und ganz langsam, mit dem Auftauchen aus der Dunkelheit, konnte ich wieder fühlen – Freude, Trauer, Ärger und Wut, Liebe. Und ich spürte, dass auch mein Glaube wiederkam. Im Nachhinein begriff ich nun, dass ich in meiner Depression eine Lektion zu lernen hatte, die ich nur dort lernen konnte: Gott ist größer als mein Glaube und größer als mein Unglaube, größer vor allem als meine Depression. Ich konnte Gott nicht mehr festhalten; aber ich wusste später: Er hatte mich gehalten. Gott hält mich auch dann, wenn ich ihn nicht mehr halten kann. Von seiner Liebe kann auch die Depression mich nicht scheiden. Gott ist nicht abhängig davon, ob ich die Kraft habe, an ihn zu glauben. Nach dem Motto: Erst muss ich an Gott glauben, dann ist Gott für mich da. Und wenn ich nicht mehr an Gott glauben kann, ist Gott auch nicht mehr für mich da. Ein absurder Gedanke. Denn das ist gerade der Sinn und der Kern des evangelischen Glaubens an Gott: dass er für mich da ist, bevor ich überhaupt glauben kann, bevor ich lieben und etwas leisten kann. Ich erkannte fast wie zum ersten Mal: Gott ist für den Menschen da. Er ist unabhängig davon, ob der Mensch nun ein Glaubensheld ist oder ein Glaubensschwächling oder ob er die Fähigkeit zum Glauben ganz verloren hat. Das hat der Reformator Martin Luther in unübertrefflicher Klarheit formuliert. Und es ist sicher kein Zufall, dass er auch an Depressionen litt. Er wusste: Man kann sich in gar nichts auf sich selbst verlassen, eine seelische Missstimmung kann Lebens- und Glaubensfundamente ins Wanken bringen. Er erkannte, dass der Mensch immer der Empfangende ist und Gott der Gebende. Allein aus Gnade schenkt Gott den Glauben, und wenn man den Glauben nicht halten kann, ist Gottes Gnade nicht zu Ende. Sie bleibt, wenn alles andere schwindet. Christlicher Glaube ist nicht das Sahnehäubchen auf der Torte eines gelingenden Lebens, sondern ist Gnade für den, der glauben möchte und nicht kann, ist Trost für den, der Gott halten möchte und ihn nicht halten kann.

Musik








Literaturangaben:
Ludwig Völker (Hrsg.), Komm. heilige Melancholie, Stuttgart, Philipp Reclam jun. 1983.

Daraus in der Reihenfolge des Manuskripts:
Werner Lutz, Schwermut
Ludwig Bechstein, Der Verdrüßliche (sic!)

Sigmund Freud, Trauer und Melancholie, 1917, zitiert nach Wikipedia, Artikel "Melancholie", http://de.wikipedia.org/wiki/Melancholie Zugriff am 2.9. 2008 um 10:30 Uhr.

Conrad Beyer (Hg.), Friedrich Rückerts Werke, Herbsthauch, Leipzig, Max Hesses Verlag o. J.,


Musikangaben:
Erik Satie, Piano works
1ère Gnossienne
Daniel Varsano, Piano
Sony Classical SBK 48283; LC 6868

Kurt Weill, Die Dreigroschenoper, Das Lied von der Unzulänglichkeit
Willy Trenk-Trebitsch, Gesang, Orchester Sender Freies Berlin, Dirigent: Wilhelm BrücknerRüggeberg
CBS-Records MK 42637; LC: 0149

Heaven to earth
Samuel Barber, Agnus Dei
Westminster Choir, Joseph Flummerfelt, Conductor
Avie AV 0046; LC 11982

Bach, Cantatas, Arias and Chorals
Der Friede sei mit dir
Dietrich Fischer-Dieskau, Bariton, Chor der St.-Hedwigs-Kathedrale Berlin, Berliner Philharmoniker, Karl Forster, Dirigent
EMI CLASSICS 7243 5 67202 2 0; LC 6646

Peter Iljitsch Tschaikowsky
Streichquartett Nr. 1 op. 9
Emerson Quartett
Deutsche Grammophon-Gesellschaft 427 618-2; LC 0173



Die redaktionelle und inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag liegt bei Pfarrerin Petra Schulze, Rundfunkarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland für Deutschlandradio und Deutsche Welle beim Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik

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