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Kulturnachrichten

Dienstag, 15. Dezember 2015

Goetz und Kaube für "Rede des Jahres" geehrt

Laudatio zum Büchner-Preis sei brilliant, feinsinnig und faszinierend gewesen, so die Jury

Schriftsteller Rainald Goetz und FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube haben die "Rede des Jahres 2015" gehalten. Zu diesem Urteil kommt das Rhetorik-Seminar der Universität Tübingen. Goetz und Kaube hätten mit Dankesrede und Laudatio zur Verleihung des diesjährigen Büchner-Preises im Oktober ein brillantes, sich feinsinnig ergänzendes Reden-Doppel gehalten, betonte die Universität am Dienstag. Den 2015 häufig zu hörenden Krisen- und Trauerreden habe Götz ein Lob der Jugend sowie die Forderung nach beständiger Revolution und kritischer Wachheit entgegengesetzt. Ihm sei eine intellektuell scharfe, originelle und faszinierende Rede gelungen, so die Sprachexperten. Zugleich habe sich Goetz um eine Antwort auf die große Menschheitsfrage "Wie sollen wir leben?" bemüht. Die Auszeichnung "Rede des Jahres" wird seit 1998 vergeben; in diesem Jahr erstmals an ein Reden-Doppel. Neben der Bewertung der Wirkungsmacht werden auch die argumentative und stilistische Qualität gewürdigt.

Schaubühne setzt sich vor Gericht gegen AfD durch

Freiheit der Kunst hat Vorrang

Die Schaubühne hat sich vor dem Berliner Landgericht gegen die Koordinatorin der familienpolitisch-konservativen Organisation "Demo für alle", Hedwig von Beverfoerde, und die AfD-Vizechefin Beatrix von Storch durchgesetzt. Die Richter hoben zwei Einstweilige Verfügungen auf, die dem Theater untersagten, in dem Stück "Fear" von Falk Richter Fotos der beiden Frauen zu zeigen. Die Kunstfreiheit sei im vorliegenden Fall höher zu bewerten als das Persönlichkeitsrecht der beiden Antragstellerinnen, begründete das Gericht sein Urteil. Beide Frauen sahen durch das Theaterstück ihre Menschenwürde verletzt. Sie würden auf den Fotos Zombies gleichgestellt und mit Massenmördern oder Neonazis verglichen. Das Landgericht teilte diese Einschätzung nicht, "da jeder Besucher erkennen kann, dass es sich nur um ein Theaterstück handelt". Es liege auch keine schwere Persönlichkeitsverletzung vor. Die Antragstellerinnen würden vielmehr als eigenständige Persönlichkeiten gezeigt. "In differenzierter Form" würden ihre öffentlichen Äußerungen zur Homo-Ehe, Genderforschung und die Nähe zur AfD wiedergegeben. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Rote Liste für Kulturobjekte in Libyen

Internationaler Museumsrat ICOM will Weltkulturerbe schützen

Mit einer Roten Liste für libysche Kulturobjekte will der Internationale Museumsrat dazu beitragen, den internationalen Handel mit Kulturgütern zu beenden und das Weltkulturerbe zu schützen, erklärte ICOM in Paris. Die Liste beinhalte verschiedene gefährdete Objekte - darunter Grabskulpturen und Büsten sowie Gegenstände aus der griechischen, punischen und römischen Zeit sowie aus dem islamischen und mittelalterlichen Zeitalter. Durch die aktuellen Konflikte in den Staaten des Nahen Ostens und in Afrika seien inzwischen ganze Landstriche kulturellen Erbes beschädigt oder zerstört worden, vor allem durch den sogenannten Islamischen Staat, der seine "Netzwerke durch gestohlene und geplünderte Gegenstände füttert".

Ulrich Peltzer erhält Peter Weiss-Preis

Ehrung für humanistisches Engagement im Geiste von Peter Weiss

Der Berliner Autor Ulrich Peltzer erhält den mit 15.000 Euro dotierten Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum. Der 59-jährige gebürtige Krefelder bekommt die Auszeichnung für die Jahre 2014 und 2015 in der Sparte Literatur, wie die Stadt mitteilte. Die Jury erkannte in Peltzers Schaffen eine besondere Nähe zum Werk von Peter Weiss, weil "er Literatur als Erkenntnismittel, als Forschungs- und Aufklärungsinstrument zur Durchdringung der komplexen zeitgenössischen Wirklichkeit" einsetze. Peltzer führe mit seinem Werk das humanistische Engagement fort, für das das Gesamtwerk von Peter Weiss beispielhaft stehe. Die Auszeichnung wird seit 1990 alle zwei Jahre in den Sparten Literatur, Theater, bildende Kunst und Film vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderen George Tabori, Marcel Ophüls, Elfriede Jelinek, Christoph Hein, Dimiter Gotscheff, Rosemarie Trockel und zuletzt Fatih Akin.

"Freischütz"-Inszenierung empört Lokalpolitiker

CDU-Ratsfraktion in Hannover bezeichnen "Freischütz"-Inszenierung als niveaulos und beliebig

Der Dortmunder Schauspiel-Intendant Kay Voges hat mit einer Inszenierung in Hannover die Politik gegen sich aufgebracht. Die CDU in der niedersächsischen Landeshauptstadt forderte nach der Premiere an der Staatsoper Hannover von Kulturdezernent Harald Härke ein hartes Durchgreifen. Vor allem solle Härke dafür Sorge tragen, dass die von Dichtern und Komponisten hinterlassenen Schätze nicht "ins Niveaulose und Beliebige" gezogen werden, forderte die CDU-Ratsfraktion. Voges hatte Carl Maria von Webers Oper "Der Freischütz" als modernes Musiktheater inszeniert. Dabei geht er sehr frei mit der Vorlage um, Premiere war am Samstag. Aufgrund von Videoprojektionen, die für Kinder nicht geeignet sind, hatte die Staatsoper kurzfristig die Altersempfehlung von 14 auf 16 Jahren angehoben. Es gebe Szenen, die an die Attentate von Paris erinnerten, sagte Staatsoper-Sprecher Olaf Roth. Außerdem tauchten Nazi-Transen und Pegida auf. "Uns war es zu riskant, jüngere Schüler damit zu konfrontieren."Jetzt könnten Schüler, für die der "Freischütz" auf dem Lehrplan steht, ihn altersbedingt nicht sehen, kritisierte die CDU. Das sei auch eine Herabwürdigung des Engagements der für sie zuständigen Lehrer.

Kulturstiftung fördert Brasilien-Projekte

Fünf Kulturinstitutionen entwickeln "Brasilianische Alternativen"

Die Kulturstiftung des Bundes fördert anlässlich der Olympischen Sommerspiele 2016 in Brasilien ein Projekt von Kunsthäusern in fünf Bundesländern. Zu dem Verbund gehören das Berliner Theater Hebbel am Ufer, das Tanzhaus NRW in Düsseldorf, das Europäische Zentrum der Künste in Dresden-Hellerau, das Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main und Kampnagel in Hamburg. Für das Projekt "Brasilianische Alternativen" würden rund 840.000 Euro bereitgestellt, teilte die Stiftung in Halle mit. Die Kunst-Kooperation wolle "ein möglichst umfassendes und facettenreiches Bild der brasilianischen Metropolen-Kultur fernab touristischer Klischees entwickeln", hieß es. Präsentiert werde das "kreative zivilgesellschaftliche Engagement in brasilianischen Ausstellungen". Zudem seien Ur- und Erstaufführungen, Konzerte und weitere Veranstaltungen geplant.

Bürgerbegehren gegen Bauhaus-Museum unzulässig

Weimarer Verträge dürfen nicht gebrochen werden

Das Verwaltungsgericht Weimar hat das angestrebte Bürgerbegehren gegen den Bau des neuen Bauhaus-Museums in Weimar für unzulässig erklärt. Es verfolge ein gesetzwidriges Ziel, teilte das Gericht mit, weil es auf den Bruch vertraglicher Vereinbarungen aus sei. Das neue Museum in Weimar soll Ende 2018 und damit vor dem 100. Gründungsjubiläum des Staatlichen Bauhauses 2019 fertig sein. Für den knapp 23 Millionen Euro teuren Neubau war erst kürzlich der erste Spatenstich gesetzt worden. Die Initiatoren wollten einen sofortigen Baustopp erreichen. Sie waren vor Gericht gezogen, nachdem die Stadt das Bürgerbegehren nicht zugelassen hatte. Die Stadt Weimar hatte argumentiert, dass bei einem Stopp der Bauarbeiten ein hoher finanzieller Schaden auf sie zukäme. Die Gerichtsentscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Konservator Michael Hering wechselt nach München

Neuer Direktor der Staatlichen Graphischen Sammlungen

Der Konservator Michael Hering, stellvertretender Direktor am Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, wird zum 1. Januar 2016 Direktor der Staatlichen Graphischen Sammlung München. Die Münchener Sammlung umfasst rund 400.000 Blätter aller Epochen der Zeichenkunst und Druckgraphik vom hohen Mittelalter bis in die Gegenwart. Michael Hering studierte in Osnabrück, Hamburg, Paris und Jena Kunstgeschichte und Germanistik. 2003 ist er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit einem kritischen Werkverzeichnis über das druckgrapfische Werk des Künstlers Wols (1913-1951) promoviert worden.

Stipendium für Musikerinnen mit Kindern

Förderung ohne Präsenzpflicht

"Stipendium für Künstlerinnen mit Kindern - Präsenz vor Ort» heisst ein neues Förderprogramm des NRW-Kulturministeriums, das sich an Musikerinnen richtet. Die mit monatlich 700 Euro dotierte Unterstützung kommt im kommenden Jahr der Cellistin Elisabeth Fügemann, der Pianistin Daniela Petry und der Kontrabassistin Catherine Klipfel zugute, wie das Ministerium in Düsseldorf mitteilte. "Da an dieses Stipendium keine Präsenzpflicht gebunden ist, können die Musikerinnen an ihrem Wohnort künstlerische Arbeiten und familiäre Verpflichtungen miteinander vereinbaren",, sagte Familienministerin Christina Kampmann. Um das diesjährige Stipendium hatten sich 53 Musikerinnen aus Nordrhein-Westfalen beworben, die mindestens ein Kind unter 14 Jahren haben.

Deutschlands Vorlesehauptstädte 2015

Bremen, Dresden und Selm ausgezeichnet

Beim 12. bundesweiten Vorlesetag wurden die Vorlesehauptstädte 2015 gewählt: Bremen, Dresden und Selm im südlichen Münsterland. Die drei Städte hätten einen besonderen Beitrag zur Förderung von Lesekompetenz und mehr Leserfreude geleistet, teilte "Die Zeit" mit. Gemeinsam mit der Stiftung Lesen, der Deutschen Bahn Stiftung und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund vergibt die Wochenzeitung zum dritten Mal die Auszeichnung, die in drei Kategorien ausgeschrieben wird. Am öffentlichkeitswirksamsten beteiligte sich Bremen am Vorlesetag. Die Stadt hatte das Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" ins Zentrum gerückt. Als besonders außergewöhnlich ehrte die Jury die Dresdener Aktion "Vorlesen für Weltoffenheit und Toleranz", die ein Zeichen für eine aktive und friedliche Gesellschaft setzten sollte. Den Titel "Aktivste Vorlesehauptstadt" bekam Selm. Fast jeder zehnte der rund 27 000 Einwohner hat sich dort am Vorlesetag beteiligt.

Montserrat Caballé wegen Steuerbetrugs verurteilt

82-jährige Diva hatte Betrug zugegeben

Die spanische Sopranistin Montserrat Caballé ist von einem Gericht in Barcelona zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Wie die Justiz in der katalanischen Metropole mitteilte, muss die Sängerin zudem eine Geldstrafe von 250 000 Euro und dem Finanzamt eine Entschädigung von 70 000 Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte Caballé zur Last gelegt, dem Finanzamt im Jahr 2010 Steuern in Höhe von rund 500 000 Euro vorenthalten zu haben. Dabei handelte es sich um Einnahmen, die die Sängerin bei Konzerten in Deutschland, in der Schweiz und anderen Ländern erzielt hatte. Sie hatte laut Anklage den Pyrenäen-Kleinstaat Andorra als ihren Wohnsitz angegeben, in Wirklichkeit aber in Barcelona gelebt. Die ausstehenden Steuern hat Caballé inzwischen nachgezahlt. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie nicht persönlich zu der Verhandlung erscheinen. Sie erklärte ihr Einverständnis per Videokonferenz von ihrer Wohnung aus. Haftstrafen von weniger als zwei Jahren werden in Spanien üblicherweise zur Bewährung ausgesetzt, sofern keine Vorstrafen vorliegen.

Bayerischer Ehren-Filmpreis für Molly von Fürstenberg

Wegweisende Produzentin des neuen deutschen Films

Molly von Fürstenberg bekommt den Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises. Ihr sei es gelungen, künstlerischen Anspruch mit Popularität zu vereinen, lobte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer die Anfang 70-jährige Produzentin. "Sie war wegweisend für den neuen deutschen Film und wegbereitend für zahlreiche große Schauspielerinnen und Schauspieler." Von Fürstenberg begann ihre Karriere in Rainer Werner Fassbinders Ensemble des Münchner Antitheaters. Für ihn stand sie auch als Schauspielerin vor der Kamera. Später war sie Mitbegründerin der Produktionsfirma Olga Film und produzierte Filme wie "Männer", "Der bewegte Mann" oder "Kirschblüten - Hanami". Die Preisverleihungs-Gala findet am 15. Januar im Münchner Prinzregententheater statt.

"Tristan Otto" - Tyrannosaurus rex in Berlin

Naturkundemuseum erwartet neuen Publikumsmagneten

Ab Donnerstag zeigt das Berliner Naturkundemuseum "Tristan Otto" eines der weltweit am besten erhaltenen Skelette des Tyrannosaurus rex. Es ist zwölf Meter lang und besteht aus 170 Knochen. Einzig der Kopf ist eine Kopie, da der nahezu vollständig erhaltene originale Schädel zu schwer wäre. Er wird separat in einer Vitrine gezeigt. Das Skelett wurde 2012 in Montana/USA gefunden und gilt unter internationalen Experten als einmaliger Fund. Das mehr als 65 Millionen Jahre alte Fossil kommt für drei Jahre nach Berlin und erhält im Naturkundemuseum einen eigenen Ausstellungsbereich. Das Berliner Naturkundemuseum verdankt den Neuzugang dem Mäzen Niels Nielsen. Das Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung will zudem an dem Skelett forschen. Dies war eine der Bedingungen des Exponatgebers für die zunächst dreijährige Leihgabe.

Mehrjährige Haftstrafe für Kinox.to-Mitbetreiber

Tausendfache Urheberrechtsverletzung und Computersabotage

Ein Mitbetreiber des illegalen Streaming-Portals Kinox.to ist zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig sprach den 29-Jährigen unter anderem der tausendfachen Urheberrechtsverletzung und der Computersabotage schuldig. Das Urteil sei auf der Grundlage einer Verständigung gefallen, sagte ein Gerichtssprecher. Der 29-Jährige habe im Prozess ein Geständnis abgelegt. Im Gegenzug wurde ihm ein bestimmter Strafumfang in Aussicht gestellt. Kinox.to gilt als Nachfolgeportal der 2011 abgeschalteten Seite Kino.to, die von Leipzig aus betrieben wurde. Das Portal verlinkt massenhaft illegale Kopien aktueller Filme und Serien. Es ist noch immer im Netz, weil den Ermittlungsbehörden die Passwörter fehlen. Der 29-Jährige hatte schon bei Kino.to mitgemacht. Nach dem Auffliegen des Portals hat er laut den Ermittlern eine Sicherheitskopie beschafft. Daraus programmierten die Macher den Klon Kinox.to. Dass die Seite praktisch genauso aussieht wie das abgeschaltete Kino.to, dürfte zu ihrem Erfolg beigetragen haben. Die Nutzer blieben dem Portal treu - und die Drahtzieher konnten hohe Werbeeinnahmen generieren.

Neues Webportal musenkuss-muenchen.de

Kulturprojekte zum Mitmachen

Das Webportal musenkuss-muenchen.de ist der zentrale Wegweiser der Stadt für Kulturprojekte zum Mitmachen. Hauptanliegen ist es, Kulturprojekte ins Zentrum zu rücken, die auf aktive Teilnahme setzen und zum Mitmachen animieren. „Wer selbst kreativ wird, erschließt sich neue Erfahrungsräume und erweitert seine Fähigkeiten", so Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers. Das Portal versammelt qualitätsgeprüfte, städtische und städtisch geförderte Projekte aus allen Bereichen der Kultur: Kunst- und Theaterprojekte, Schreib- und Malwerkstätten, Musikworkshops, Mediencamps und Spielangebote von über 90 Münchner Partnern. Die Angebote richten sich an Kulturinteressierte jeden Alters, an Lehrkräfte, pädagogisches Fachpersonal oder Kulturvermittler, die nach passenden Projekten und Kooperationspartnern für ihre Einrichtungen suchen. Mit einem übersichtlichen und schnell zugänglichen Suchsystem können Projekte jeder Kultursparte für alle Generationen gefunden werden, darunter auch zahlreiche kostenlose Angebote.

Baustart für "Neue Berliner Straße" im Studio Babelsberg

Die alte Berliner Straße Straße als berühmte "Sonnenallee"-Kulisse wurde vor zwei Jahren abgerissen

Für mehr als zwölf Millionen Euro errichtet das Filmstudio Babelsberg eine neue Außenkulisse. Die "Neue Berliner Straße" soll im Frühjahr 2016 mit vier kompletten Straßenzügen stehen, teilte das Studio mit. Dann beginnen dort die Dreharbeiten für die Fernsehserie "Babylon Berlin" von Regisseur Tom Tykwer.
Weitere Projekte seien bereits in Planung. Die sogenannte modulare Kulisse sei einmalig in Europa und biete Drehmöglichkeiten unter neuesten technologischen Bedingungen, hieß es. "Eine dauerhafte Außenkulisse ist ein wichtiger Bestandteil für die Attraktivität des Standortes Babelsberg und wird weltweit Signalwirkung haben", sagte Vorstandschef Carl Woebcken. Die alte "Berliner Straße" wurde 1998 für Leander Haußmanns Kultfilm "Sonnenallee" errichtet und war später in mehr als 200 Filmproduktionen zu sehen. 2013 wurde sie abgerissen.

Jella Haase ist Shooting Star der 66. Berlinale

Haase wird als europäisches Nachwuchstalent geehrt

"Fack ju Göhte"-Star Jella Haase hat bei der 66. Berlinale einen großen Auftritt. Die 23-jährige Haase wird bei den Berliner Filmfestspielen (11. bis 21. Februar) als europäischer Shooting Star geehrt. Insgesamt wurden zehn Nachwuchsdarsteller aus ganz Europa ausgewählt, auf deren Talent bei der Berlinale international aufmerksam gemacht werden soll. Haase ("Kriegerin") ist den meisten Kinozuschauern vor allem als prollige Schülerin Chantal aus den "Fack ju Göhte"-Filmen bekannt. Die Shooting-Star-Jury urteilte: "Wenn es darum geht, forsche, rebellische und ein wenig trashige Charaktere mit einem Herzen aus Gold zu spielen, liegt Jella das deutsche Publikum zu Füßen - wie man erneut in "Vier Könige" erleben konnte." Frühere deutsche Shooting Stars waren unter anderem Daniel Brühl, Anna Maria Mühe und Moritz Bleibtreu.

Deutscher Direktor will Uffizien reformieren

Zu bekanntesten Werken sollen Schnellzugänge eingerichtet werden

Der neue Direktor des Kunstmuseums Uffizien in Florenz, Eike Schmidt, will künftig mehr Werke ausstellen. Außerdem solle das Museum eine "großzügigere Struktur" erhalten. 2018 könne der zweite Abschnitt des derzeit laufenden Umbaus abgeschlossen werden, sagte der deutsche Kunsthistoriker der "Süddeutschen Zeitung". Um die derzeit rund zwei Millionen Besucher pro Jahr besser zu verteilen, will Schmidt Schnellzugänge zu wichtigen Werken wie der Venus von Botticelli einrichten und mehr Platz um die bekanntesten Werke schaffen. Dafür werde er bei Bedarf auch die traditionsreiche Präsentationsfolge der Werke ändern, so Schmidt. Die Organisation vieler Teile der Uffizien sei erst im 19. Jahrhundert entstanden, "so dass ich mich daran nicht unbedingt gebunden sehe". Größtes Hindernis für Veränderungen seien "die alten Verträge". Schmidt nannte als Beispiel den Museumsshop, der als unabhängiges Unternehmen auf eigene Rechnung arbeite.

Museumsdirektor: Kulturgutschutzgesetz sorgt für Unruhe

Vertrauen zwischen Kunsteigentümern und Staat sei derzeit fragil

Der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Bernhard Maaz, schätzt das Vertrauen zwischen Kunsteigentümern und dem Staat derzeit als "fragil" ein. Bei dem umstrittenen Kulturgutschutzgesetz hätten manche Missverständnisse für Unruhe gesorgt, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die deutschen Museen seien nicht abhängig von Dauerleihgaben, erklärte Maaz. Solche Zusammenarbeit könne zu einer engen Bindung zu Sammlern und Eigentümern führen, die wiederum "Schenkungen oder auch nur bevorzugte Ankaufsangebote" ermögliche. Zugleich sicherte der Museumsdirektor zu, die Häuser würden auch künftig faire Preise zahlen. Anfang November war der überarbeitete Gesetzentwurf zum Kulturgutschutz verabschiedet worden. Es soll laut Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) einerseits den illegalen Handel mit geraubten Kulturgütern unterbinden, mit dem sich derzeit etwa die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) finanziere. Auf der anderen Seite gehe es um den Schutz des nationalen Kulturerbes, wie es seit 1955 "geltendes und höchstrichterlich bestätigtes Recht in Deutschland" sei. Umstritten war besonders die Definition und Festschreibung von "national wertvollem Kulturgut". Der Kunsthandel hatte beim ersten Gesetzentwurf befürchtet, dass etwa Dauerleihgaben an Museen künftig unter Schutz stehen und quasi Staatseigentum werden. Der Deutsche Kulturrat hatte die Verabschiedung des neuen Entwurfs dagegen begrüßt.

Weltpremiere der neuen Star-Wars-Episode in Los Angeles

Fans harren tagelang vor Premierenkino in Los Angeles aus

Nach der Weltpremiere des neuen "Star Wars"-Films haben sich erste Kritiker im Internet größtenteils positiv geäußert.
"Das Erwachen der Macht" könnte der beste Blockbuster seit dem Original sein", schrieb der Dokumentarfilmer Brett Morgan per Kurznachrichtendienst Twitter. "Star Wars-Fans, das ist euer Film", kommentierte die Filmkritikerin der "Los Angeles Times", Rebecca Keegan. Einige andere Kritiker äußerten dagegen kurz nach dem Ende der Weltpremiere am Montagabend in Los Angeles online nur verhaltene Begeisterung. Zum Inhalt von "Das Erwachen der Macht", der am Donnerstag in die deutschen Kinos kommt, waren bis zuletzt keine Details bekanntgeworden.Die Polizei hatte das Gelände um das Kino abgeriegelt, Metalldetektoren aufgestellt und zahlreiche Beamte und Spürhunde eingesetzt. "Das ist möglicherweise die größte Premiere seit Jahrzehnten", sagte Filmanalyst Jeff Bock. "Es gibt mehr Sicherheit als bei der Oscar-Verleihung."

Amsterdamer Rijksmuseum ändert rassistische Namen

Rund 300 diskriminierende Bezeichnungen korrigiert

Das Rijksmuseum in Amsterdam hat Kunstwerke mit rassistisch klingenden Namen umbenannt. Begriffe wie Neger, Eskimo, Indianer und Hottentotten seien zwar in den Aufzeichnungen des Museums vermerkt, "wir werden sie nur nicht mehr in der Ausstellung des Museums zeigen", erklärte Pressesprecher Boris de Munnick. Nun werden rund 300 Namen in dem niederländischen Nationalmuseum geändert. "Der Eskimo" werde künftig mit "Inuit" betitelt, der "Neger" heiße dann "Schwarzer". Auch werde künftig das Wort "exotisch" getilgt, wenn sich ein Kunstwerk-Name auf Kulturen außerhalb Europas beziehe.

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