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Fazit / Archiv | Beitrag vom 21.09.2011

"Gianni und die Frauen"

Ein Film von und mit Gianni di Gregorio

Von Hans-Ulrich Pönack

Gianni finanziert seiner Mutter ein schönes Leben mit Villa und Poker. (Neue Visionen Filmverleih)
Gianni finanziert seiner Mutter ein schönes Leben mit Villa und Poker. (Neue Visionen Filmverleih)

Der Softie und Frührentner Gianni lebt vor allem für andere und lässt sich von Nachbarin, Ehefrau, Tochter und Mutter ausnutzen. Bis er eines Tages erfährt, dass alle seine Kumpels eine Geliebte haben. Da will auch Gianni mitmachen.

Er ist ein filmender Spätstarter, dieser Römer vom Jahrgang 1949, der vor drei Jahren mit seinem Debütfilm "Das Festmahl im August" die Fachwelt bei den Filmfestspielen von Venedig wie danach das weltweite Publikum angenehm überraschte.

Wie schon damals spielt sich der charmante Komödiant Gianni Di Gregorio auch hier wieder selbst - als Frührentner Gianni, der mit seiner noch arbeitenden Ehefrau und einer fast erwachsenen Tochter in einer normalen Wohnung im römischen Stadtteil Trastevere lebt. Während seine verwitwete, verschwenderische und ihn ständig benötigende steinalte aristokratische Mama in einer feudalen Villa lebt, um mit ihren Freundinnen bei Champagner und Häppchen Poker zu spielen, was Gianni natürlich großzügig mitfinanziert.

Natürlich, denn Gianni ist ein Softie. Ein lieber Geduldsmensch durch und durch, für den Beherrschung alles ist. Und er lässt sich ausnutzen. Dabei würde er so gerne auch mal ganz individuell sein dürfen und - das Liebesleben auffrischen. So wie die alten Kerle um ihn herum. Denn Mädels aller Altersgruppen , die sich auch für ihn zu interessieren scheinen ,gibt es ja zuhauf. Also legt der etwas eingerostete Schwerenöter los. Mama muss jetzt mal warten. Gianni will es noch einmal wissen.

Wie bereits "Das Festmahl im August" ist auch "Gianni e le donne" eine charmante, sensible Leichtigkeit von Sommerhauch-Kino. Mit viel tragikomischer Wehmut. Der charismatische Gianni Di Gregorio porträtiert seine Welt über 50 sehr einfühlsam und stimmungsvoll. Er macht seinen Gianni nicht lächerlich, führt ihn nicht als Altersspinner vor, aber auch nicht als Machohelden. Eher wie einen sympathischen Träumer auf der Suche nach seinem inneren späten Latin Lover.

"Gianni und die Frauen" hat was von Woody Allen und Marcello Mastroianni.

Italien 2011. Originaltitel: Gianni e le Donne. Regie: Gianni Di Gregorio. Darsteller: Gianni Di Gregorio, Valeria de Franciscis Bendoni, Alfonso Santagata, Elisabetta Piccolomini, Valeria Cavalli. 90 Minuten. Ohne Altersbeschränkung

Filmwebseite "Gianni und die Frauen"

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