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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 24.09.2014

GeschichteDie Psychologie des Rückzugs

Der Historiker Wolfgang Schivelbusch über den gewandelten Umgang mit Niederlagen

Moderation: Winfried Sträter

Der Historiker, Literaturwissenschaftler und Publizist Wolfgang Schivelbusch. (picture alliance / dpa)
Der Historiker, Literaturwissenschaftler und Publizist Wolfgang Schivelbusch. (picture alliance / dpa)

Immer wieder entfacht der Historiker Wolfgang Schivelbusch mit seinen geschichtlichen Vergleichen Diskussionen. Ihm geht es etwa um den unterschiedlichen Umgang mit Niederlagen - auch im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur.

Wenn Wolfgang Schivelbusch auf die vergangenen 500 Jahre zurückblickt, sieht er einen europäischen Vormarsch, der nun zu Ende geht. Einst sei das Selbstbewusstsein Europas von Machtstreben gesteuert gewesen, zum Glück habe sich dies - zumindest in Westeuropa - verändert. 

Dennoch ist das Zeitalter der Kriege nicht beendet worden, wie ein Blick auf den Ukraine-Konflikt beweist. Die Entscheidung von Staaten sich dagegen nach gewisser Zeit aus Kriegen zurückzuziehen, sieht Schivelbusch relativ und sagt: "Weisheit wird in der realen Geschichte meist eingeprügelt."

Über Vernichtung  zur Vernunft

So sei zum Beispiel Deutschland erst durch massenhafte Vernichtung zur Vernunft gelangt. Über viele Jahre sei die Idee des Rückzugs erst gar nicht in den Vorstellungen der militärisch Verantwortlichen verankert gewesen. Rückzug sei mit nationaler Schwäche gleichgesetzt worden. 

Mehr zum Thema:

Tagung - Ein bisschen Tratsch und viel Geschichte
(Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 24.09.2014)

50. Historikertag - Geschichte der Sieger hinterfragen
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 23.09.2014)

Zeitfragen

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