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Nachspiel / Archiv | Beitrag vom 26.01.2014

GeschichteAnstoß im Kasernenhof

Fußball als Nazipropaganda im Ghetto Theresienstadt

Von Ronny Blaschke

Die Holocaust-Überlebenden Zvi Cohen und Peter Erben und der Gedenkstättenleiter Oded Breda (v.l.n.r.) (Ronny Blaschke)
Die Holocaust-Überlebenden Zvi Cohen und Peter Erben und der Gedenkstättenleiter Oded Breda (v.l.n.r.) (Ronny Blaschke)

Zufällig erfährt der Israeli Oded Breda, dass sein Onkel im Ghetto von Theresienstadt Fußball gespielt hat, Monate vor dessen Tod in Auschwitz. Breda reist nach Theresienstadt. Das Lager hatte als nationalsozialistisches KZ eine Sonderstellung. Für die Nazis diente es als "Vorzeigeghetto".

Breda liest Bücher und Berichte von Zeitzeugen. Er rekonstruiert den Fußballbetrieb der "Liga Terezin". In einem Kasernenhof hatten Gefangene gegeneinander gespielt, die Nazis nutzten Filmaufnahmen zu Propagandazwecken. "Fußball bedeutete für einen Moment Ablenkung", sagt Oded Breda.

Mit Freunden betreibt er in einem Kibbuz die Gedenkstätte "Beit Terezin", mit Zeitzeugengesprächen und Jugendturnieren. Jahr für Jahr besucht der Deutsche Fußball-Bund die Gedenkstätte, um Nachwuchsspieler gegen Rechtsextremismus zu sensibilisieren. Doch Bredas Tätigkeit wird auch kritisch beurteilt: Wie intensiv darf eine Freizeitbeschäftigung wie Sport vor dem Hintergrund eines Völkermordes diskutiert werden? Wie steht es um die Gedenkkultur im Fußball?

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