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Kulturnachrichten

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Gericht verfügt Räumung der Kudamm-Bühnen

Rechtsanwalt der Theater kündigt Revision an

Die beiden traditionsreichen Kudamm-Bühnen in Berlin müssen einer Gerichtsentscheidung zufolge ihr Stammhaus am Kurfürstendamm räumen. Eine Zivilkammer des Landgerichts erklärte in erster Instanz die Räumungsklage eines Investors für rechtens. Angesichts der Zahlungsrückstände des Theaters sei auch ein Aufschub nicht gerechtfertigt. Der Rechtsanwalt von Theater und Komödie am Kurfürstendamm, Reiner Geulen, kündigte Revision an. "Es ist völlig klar, dass wir unter keinen Umständen den Kurfürstendamm räumen werden", sagte er nach der Entscheidung. Der Investor plant eine Sanierung des Areals und will dafür die beiden Theater abreißen. Die Betreiber der Bühnen wehren sich gegen ein Ausweichquartier im Keller.

Louis-de-Funes-Museum an der Loire muss schließen

Ende für Erinnerungsstätte des französischen Komikers

Aus für das Louis-de-Funes-Museum in dessen einstigem Schloss an der Loire. Die wohl wichtigste Erinnerungsstätte an den französischen Komiker (1914-1983) schließt Ende Oktober ihre Pforten. Grund sind demnach fehlende Geldmittel, um die bislang nur angemietete Orangerie des Schlosses zu kaufen. Ein Schweizer Immobilieninvestor hatte den auslaufenden Mietvertrag nicht verlängert. Die Spendensuche im Internet hatte nur einen Bruchteil der für die Kaufoption nötige Summe erbracht. Mit den Einnahmen seiner ersten Erfolgsfilme hatte de Funes 1967 den Stammsitz der Familie seiner Ehefrau, einer geborenen de Maupassant, in Le Cellier in der Nähe von Nantes zurückgekauft. Als Schlossbesitzer engagierte er sich für den Naturschutz, züchtete Rosen und integrierte sich voll in die kleine Dorfgemeinschaft. In seinem Garten erlitt er im Januar 1983 seinen dritten, tödlichen Herzinfarkt. Auf dem Dorffriedhof ist er auch begraben.

Michael Moore bringt Film über Donald Trump ins Kino

Reger Andrang bei überraschender Premiere in New York

Der für Provokationen bekannte Filmemacher Michael Moore hat einen Film über den US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump ins Kino gebracht. "Michael Moore in Trumpland" heißt der Streifen, der in New York vorgestellt wurde. Die Premiere hatte der 62-Jährige erst wenige Stunden zuvor angekündigt. Moore tauche "mit seiner gewagten und urkomischen Ein-Mann-Show direkt in feindliches Gebiet ein, tief in das Herz von Trumpland", hieß es in der Ankündigung. Die Republikaner in Ohio hätten versucht, den Film zu verhindern. Die überraschende Premiere des neuen Dokumentarfilmes löste in New York großes Interesse aus. Besucher standen teils sechs Stunden Schlange, um einen der rund 200 Plätze zu ergattern. Der ultraliberale Moore, der mit "Bowling For Columbine" zur Schusswaffen-Kultur in den USA 2003 einen Oscar gewann, hat bereits mit mehreren Filmen für Diskussionen gesorgt. Er beleuchtete unter anderem die Entwicklungen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ("Fahrenheit 9/11"), die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007 ("Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte") und das Gesundheitssystem der USA ("Sicko").

Dresdner Frauenkirche im Zeichen der Reformation

Musikprogramm ganz im Zeichen des Luther-Jahres

Im Reformationsjahr würdigt die Dresdner Frauenkirche den Protestantismus auch musikalisch. "500 Jahre Reformation sind fünf Jahrhunderte voller Musik", sagte Pfarrer Sebastian Feydt bei der Vorstellung des mit "re/formation" überschriebenen Musikprogramms 2017 in Dresden. Rund 130 Konzerte und Veranstaltungen spannen den Bogen von Martin Luther bis in die Gegenwart. Dabei wird auch ein für das Lutherjahr von der Stiftung in Auftrag gegebenes Werk des Komponisten Jörg Herchet uraufgeführt. Neben dem Schwerpunkt Bach sind Programme dessen Kollegen Claudio Monteverdi, Georg Philipp Telemann und Luigi Cherubini gewidmet, die Jubiläen haben.

Herder bietet App für eigene e-Books

Außer 800 Buchtiteln wird sie zahlreiche Zusatzfunktionen bieten

Als erster deutscher Verlag bündelt der Freiburger Herder Verlag alle eigenen e-Books in einer App. Leser hätten künftig die Möglichkeit, alle e-Books des Hauses, derzeit 800 Titel, unabhängig von bestehenden e-Book-Readern auf das eigene bevorzugte Endgerät runterzuladen und zu lesen, teilte Verleger Manuel Herder auf der Frankfurter Buchmesse mit. Die App ist ab November verfügbar und bietet nach Verlagsangaben über die reinen Buchtitel hinaus zahlreiche Zusatzangebote und -funktionen. So geben Leseproben einen ersten Eindruck des gewünschten Titels; außerdem werden Informationen zu den Autoren und den mit ihnen geplanten Veranstaltungen oder Lesungen angeboten. Während des Lesens kann bei einzelnen Titeln zwischen eReader-Modus und bildorientiertem Lesemodus umgeschaltet werden. Wer will, kann eine Vorlese- oder Videofunktion aktivieren. So kann der Leser zwischen e-Book, Hörbuch oder Bildern wechseln.

"Rock am Ring" bleibt in Mendig

Festival hält nach Blitzeinschlag an Veranstaltungsort fest

Das Festival "Rock am Ring" wird im kommenden Jahr wieder in Mendig in der Eifel sein, wie die Veranstalter bekannt gaben. In diesem Jahr waren beim Einschlag von Blitzen auf dem Gelände des Festivals in Mendig bei Koblenz 71 Menschen verletzt worden, mehrere von ihnen schwer. Bis 2014 fand "Rock am Ring" über 29 Jahre hinweg am Nürburgring in der Eifel statt. Im kommenden Juni werden rund 90 Bands erwartet.

Goethe-Institut Damaskus im Exil

Veranstaltungsprogramm startet in Berlin

"Goethe-Institut Damaskus im Exil" - unter diesem Motto startet in Berlin ein zweiwöchiges Veranstaltungsprogramm. Rund 100 syrische und deutsche Künstler setzen sich in 50 Veranstaltungen mit den Themen Heimat, Flucht und Identität auseinander. In einem leerstehenden Ladenlokal in der Nähe des Alexanderplatzes sind Ausstellungen, Konzerte, Workshops, Lesungen, Filme und Diskussionen geplant. "Mit dem symbolischen Ort setzt das Goethe-Institut ein Zeichen für eine Zukunft nach dem Krieg und nimmt einzelne Fäden seiner Arbeit in Syrien wieder auf", sagte Johannes Ebert als Generalsekretär der weltweit tätigen Kulturinstitution. 2012 hatte das Institut in Damaskus wegen des Krieges schließen müssen.Die syrische Filmemacherin Diana El Jaroudi sagte, ein gemeinsamer Treffpunkt könne Künstlern helfen, die Erfahrungen von Heimatverlust und Unsicherheit zu verarbeiten. Sie hat selbst einen Verein in Berlin gegründet, in dem sich Dokumentarfilmer im Exil austauschen können.

Max Beckmann im Metropolitan Museum

Der deutsche Expressionist lebte einst in New York

Das New Yorker Metropolitan Museum of Art widmet dem deutschen Maler Max Beckmann (1884-1950) eine umfassende Ausstellung. Im Mittelpunkt der von heute an geöffneten Schau stehen die 16 Monate, die der in Leipzig geborene und zunächst nach Amsterdam ausgewanderte Expressionist in New York bis zu seinem Tod verbrachte. Zu sehen sind aber auch Selbst- und Frauenporträts, Landschaftsbilder und Tryptichen aus früheren Schaffensphasen des Künstlers. Beckmanns Werk war auf dem US-Kunstmarkt bereits bekannt, als er 1949 nach New York zog, um eine Professur der Brooklyn Museum Art School anzutreten. Die Ausstellung läuft bis 20. Februar 2017.

Ältere offener für neue Medien als Jüngere

"Vermächtnis-Studie" untersucht Verhältnis zu digitalen Medien

Junge Menschen in Deutschland stehen digitalen Medien mit Blick auf die Zukunft deutlich skeptischer gegenüber als die ältere Generation. Das ist ein Ergebnis der "Vermächtnis-Studie", die die Wochenzeitung "Die Zeit" gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut infas und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) durchgeführt hat. "Durch die Antworten zieht sich ein Muster: Die Älteren empfehlen, digitale Medien stärker zu nutzen - die Jüngeren hingegen wollen, dass vieles wieder so wird 'wie früher", berichtet Jan Wetzel, Mitarbeiter am WZB. Für die Studie wurden 3.100 Deutsche befragt. Die Jüngeren sprächen sich beispielsweise dafür aus, zum Arzt zu gehen, anstatt Symptome zu googeln. Sie plädierten auch dafür, mehr per Hand zu schreiben, als sie selbst es heute tun, und Gefühle öfter persönlich und nicht per Smartphone mitzuteilen.

Neues Orthodoxes Zentrum an der Seine

Präsident Putin und Patriarch Kyrill I. bleiben Einweihung fern

Nach jahrelanger Planungs- und Bauzeit öffnet heute in Paris das neue orthodoxe Zentrum seine Pforten. Angesichts aktueller politischer Spannungen zwischen Frankreich und Russland in der Syrien-Krise sagten sowohl Russlands Staatspräsident Wladimir Putin als auch der Moskauer Patriarch Kyrill I. ihren Frankreich-Besuch und damit auch die Weihe der Dreifaltigkeitskathedrale ab. Aus der Umgebung des Patriarchen wurde der 4. Dezember als möglicher neuer Termin für einen Paris-Besuch genannt. Die Kathedrale, deren Weihe nun aufgeschoben wurde, ist Teil eines neuen, vom Kreml finanzierten kulturell-religiösen Zentrums am Seine-Ufer. Die goldenen Kuppeln der Kathedrale des Moskauer Patriarchats dominieren nun das Ufer in der Nähe des Eiffelturms.

Verkauf der neuen Lutherbibel zum Start der Buchmesse

Weltgrößte Buchschau öffnet ihre Pforten

Am ersten Buchmesse-Tag in Frankfurt beginnt heute der Verkauf der überarbeiteten Lutherbibel. Vor dem 500. Reformationsjubiläum im nächsten Jahr haben rund 70 Experten die revidierte Luther-Übersetzung aus dem Jahr 1984 überarbeitet. Sie erscheint in einer Erstauflage von 250.000 Exemplaren. Auf der 68.Frankfurter Buchmesse präsentieren sich bis Sonntag mehr als 7.000 Aussteller aus rund hundert Ländern. Die ersten drei Tage sind Fachbesuchern vorbehalten. Am Wochenende hat dann das allgemeine Publikum Zutritt. Ehrengast in diesem Jahr sind die Niederlande und Flandern. Der Gastlandauftritt steht unter dem Motto "Dies ist, was wir teilen". Rund um die Messe gibt es etwa 4000 Veranstaltungen mit 600 Autoren. Prominente niederländische Autoren wie Leon de Winter und Connie Palmen kommen dazu nach Frankfurt. Auch der Liedermacher und Lyriker Wolf Biermann wird am ersten Messetag erwartet. Er stellt seine Autobiografie "Warte nicht auf bessre Zeiten" vor. Die Messe findet unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Zusätzliche Taschenkontrollen sorgten für Schlangen an den Eingängen.

Unesco nimmt Resolution zu Ost-Jerusalem an

Israel setzt Zusammenarbeit mit Kulturorganisation aus

Die Unesco hat eine umstrittene Resolution zu Ost-Jerusalem verabschiedet. Der Exekutivrat habe den Text unverändert angenommen, sagte ein Sprecher am Sitz der UN-Kulturorganisation in Paris. Israel hat seine Zusammenarbeit mit der Unesco wegen dieser und einer anderen geplanten Resolution bereits ausgesetzt. Die Regierung in Jerusalem wirft der Organisation vor, den "islamistischen Terrorismus" zu unterstützen. Der Text wurde unter Federführung von sieben arabischen Staaten verfasst, darunter Ägypten, Algerien, der Libanon und Katar. Ziel ist es, "das palästinensische Kulturerbe und den unverkennbaren Charakter von Ost-Jerusalem zu bewahren". Dazu gehört auch die Altstadt von Jerusalem, in der sich mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom zwei der heiligsten Stätten des Islam befinden.

Gedenken an inhaftierte Autorin Asli Erdogan

Brief aus türkischem Gefängnis bei Buchmesse-Festakt verlesen

Beim Eröffnungs-Festakt der Frankfurter Buchmesse ist ein Brief aus einem türkischen Gefängnis verlesen worden. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, trug ihn vor. Unter den Zuhörern waren unter anderem EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) sowie die Könige von Belgien und den Niederlanden. Absenderin der Zeilen war die Autorin Asli Erdogan, die 2008 in Frankfurt war, als die Türkei Ehrengast der Buchmesse war. Jetzt sitzt sie im Gefängnis. "Hinter Steinen, Beton und Stacheldraht rufe ich - wie aus einem Brunnenschacht - zu euch: Hier in meinem Land lässt man mit einer unvorstellbaren Rohheit das Gewissen verkommen. Dabei wird gewohnheitsmäßig und wie blind versucht, die Wahrheit zu töten", schrieb Erdogan. "Auch wenn ich nicht weiß wie, aber die Literatur hat es immer geschafft, Diktatoren zu überwinden."

Trauermesse für Regisseur Andrzej Wajda

Polen nahmen Abschied von ihrem legendären Filmemacher

Hunderte Menschen haben Polens Regie-Legende Andrzej Wajda in Warschau mit einer Trauermesse verabschiedet. An der Zeremonie in der Dominikanerkirche St. Hyazinth, in der die Urne mit der Asche des Regisseurs aufgestellt worden war, nahmen auch polnische Schauspielgrößen und Politiker teil. Wajda war vor rund einer Woche im Alter von 90 Jahren gestorben. Morgen wird er im südpolnischen Krakau beigesetzt. Durch Werke wie «Das gelobte Land», «Danton» oder «Der Mann aus Marmor» wurde Wajda weltweit bekannt. In seinen Filmen setzte er sich mit der Geschichte Polens auseinander. 2000 erhielt er einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Deutsch-amerikanisches NS-Raubkunst-Projekt

Ein Austauschprogram soll die Erforschung besser vernetzen

Die Erforschung von NS-Raubkunst soll zwischen Deutschland und Amerika besser vernetzt werden. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin und die Smithsonian Institution in Washington, zwei der weltweit größten Museumseinrichtungen, starten dafür ein dreijähriges Austauschprogramm. Die sogenannte Provenienzforschung beschäftige Einrichtungen auf beiden Seiten des Atlantiks gleichermaßen, erklärte Preußen-Stiftungspräsident Hermann Parzinger. Eine Vernetzung zwischen ihnen sei für eine effiziente Forschung immens wichtig. Zudem könne so das Thema noch stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. Weitere Partner sind etwa die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das Zentralinstitut für Kunstgeschichte München, das Metropolitan Museum of Art in New York und das Ghetty Research Intitute in Los Angeles.

"König der Kunstfälscher" Mrugalla ist tot

Er fälschte Bilder von Nolde bis Picasso

Der als "König der Kunstfälscher" berühmt gewordene Edgar Mrugalla ist tot. Der 78-Jährige sei am 22. September nach langer Krankheit in Düsseldorf gestorben, sagte seine Tochter der Deutschen Presse-Agentur. Anfang der 1990er Jahre war Mrugalla wegen Urheberrechtsverletzung und Beihilfe zum Betrug zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Er kopierte anschließend immer noch, versah die Bilder nun jedoch mit dem Hinweis auf die "Fälscherwerkstatt Mrugalla". Der 1938 in Berlin Geborene hatte nach eigenem Bekunden bis zu 3000 Bilder, Grafiken, Radierungen von Rembrandt über Nolde bis Picasso gefälscht. Im Alter von 32 hatte er als Autodidakt diverse Maltechniken gelernt. Rund 50 Maler konnte Mrugalla schließlich kopieren. Sogar das Wirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein stellte vor neun Jahren seine Werke aus. In dem Bundesland lebte er von Anfang der 1990er Jahre bis 2008, dann zog er nach Düsseldorf.

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