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Kulturnachrichten

Samstag, 27. Februar 2016

Italien: Rekordverkäufe für Umberto Ecos letztes Buch

75 000 verkaufte Exemplare von "Pape Satan Aleppe" am ersten Tag

Das letzte Buch des vor einer Woche gestorbenen Bestsellerautors Umberto Eco ist in Italien gleich am Tag seiner Veröffentlichung zum Verkaufsschlager geworden: Die posthum erschienene Kolumnensammlung unter dem Dante-Vers-Titel "Pape Satan Aleppe" sei am Freitag bereits 75 000 Mal verkauft worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Für das Wochenende erwarteten die Händler weitere Rekordzahlen. Ursprünglich sollte das Werk erst im Mai herauskommen. Jedoch entschied sich der Verlag "La Nave di Teseo" (Das Schiff des Theseus), den der Autor selbst mitbegründet hatte, nach dessen Tod für eine frühzeitige Veröffentlichung. Umberto Eco ("Der Name der Rose"), der zahlreiche Erfolgsromane verfasst hat und als einer der großen Intellektuellen Italiens galt, war am Freitag vor einer Woche im Alter von 84 Jahren in Mailand gestorben.

Karl Dedecius ist gestorben

Der Übersetzer und ehemaliger Direktor des Deutschen Polen-Instituts wurde 94 Jahre alt

Der frühere Leiter des Deutschen Polen-Instituts, Karl Dedecius, ist gestorben. Der Übersetzer polnischer Literatur starb am Freitag in Frankfurt am Main, wie das Institut mitteilte. Er wurde 94 Jahre alt. Dedecius war von 1980 bis 1997 Direktor des Instituts und übersetzte den Angaben zufolge mehr als 3000 Gedichte, veröffentlichte regelmäßig polnische Lyrik in deutschen Verlagen und schrieb Essays zur polnischen Literatur und Geistesgeschichte. Außerdem verschaffte er Stipendien für polnische Intellektuelle und organisierte Studienreisen für Journalisten, Übersetzer und Verleger aus dem Nachbarland. Bis zuletzt habe Dedecius an einem Bildband gearbeitet, der ein Resümee seines bewegten Lebens und Kulturschaffens ziehen sollte. Nach Dedecius ist ein Preis für Übersetzer benannt, den die Robert Bosch Stiftung zusammen mit dem Institut seit 2003 alle zwei Jahre vergibt. Er ist mit je 10 000 Euro für zwei Preisträger dotiert.

Kritische "Mein Kampf"-Ausgabe wird zum Bestseller

Seit Anfang des Jahres ist bereits die dritte Auflage erschienen

Die kritische "Mein Kampf"-Ausgabe des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) wird zum Bestseller. Seit Erscheinen des Buches Anfang Januar wurde es nach IfZ-Angaben bereits rund 24 000 Mal verkauft. Derzeit wird schon die dritte Auflage in den Handel gebracht. Gegen das die kritische Ausgabe hatte es Widerstand unter anderem von Charlotte Knobloch gegeben, der Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Aus Rückmeldungen des Buchhandels wisse das Institut, dass das Werk in erster Linie von geschichts- und politikinteressierten Lesern gekauft werde, sagte die Institutssprecherin. Es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass Neonazis ein besonderes Interesse an dem Buch hätten. Ende 2015 waren die Urheberrechte an Hitlers Buch ausgelaufen, mit denen der Freistaat Bayern als Rechtsnachfolger einen Nachdruck in Deutschland bis dato verhinderte.

Einheitsdenkmal verzögert sich weiter

Arbeiten werden voraussichtlich 2018 abgeschlossen, geplant war 2013

Das seit 2007 geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin verzögert sich weiter. Wie das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung auf dpa-Anfrage mitteilte, wird jetzt mit einem Abschluss der Arbeiten voraussichtlich für 2018 gerechnet. Das wäre fünf Jahre später als geplant. Auch eine Kostensteigerung scheint absehbar. Derzeit werde die Umsetzung der Denkmalauflagen mit dem Land Berlin abgestimmt, hieß es. "Mit der Konkretisierung der Planung ist voraussichtlich eine Budgetanpassung verbunden", so die Baubehörde. Bisher waren zehn Millionen Euro vorgesehen. Das Denkmal neben dem Berliner Schloss soll an die friedliche Revolution in der DDR 1989 und an die Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern.

"Hip-Hop Boulevard" in New York

Stadt erinnert an Geburtsort des Musikstils

Die US-Metropole New York benennt eine Straße nach dem Musikstil Hip-Hop, um an seinen Entstehungsort zu erinnern. Bürgermeister Bill de Blasio verfügte, dass ein Abschnitt der Sedgwick Avenue im Stadtteil Bronx künftig Hip-Hop Boulevard heißen soll. Der Legende zufolge wurde der Musikstil am 11. August 1973 geboren, als der aus Jamaika stammende Clive Campbell bei einer Geburtstagsparty für seine Schwester an der Sedgwick Avenue mit Plattenspielern aus verschiedenen Stücken einen neuen Beat zusammensetzte. Campbell wurde später als DJ Kool Herc bekannt.

Französischer Filmpreis César für Sozialdrama "Fatima"

Oscar-prämierte Komödie "Birdman" ist bester ausländischer Film

Das Sozialdrama "Fatima" von Regisseur Philippe Faucon hat den César als bester französischer Film gewonnen. Das Porträt einer aus Marokko eingewanderten Haushaltshilfe und ihrer beiden Töchter erhielt bei der 41. Verleihung der Preise in Paris insgesamt drei Auszeichungen. Die schwarze Komödie "Birdman" des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu bekam den César als bester ausländischer Film. Das Drama "Mustang" über vier türkische Schwestern, die gegen die traditionelle Geschlechterrolle kämpfen, erhielt vier Auszeichnungen, darunter in der Kategorie bester Erstlingsfilm und bester Schnitt. Der Streifen der türkisch-französischen Regisseurin Deniz Gamze Ergüven konkurriert am Sonntag auch um den Oscar als bester ausländischer Film. Den César als beste Schauspielerin wurde Catherine Frot für ihre Leistung in "Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne" von Xavier Giannoli verliehen. Bester Schauspieler wurde Vincent Lindon für seine Rolle in "Der Wert des Menschen" von Stéphane Brizé. Einen César für den besten Animationsfilm gab es für "Der kleine Prinz" nach dem Buch von Antoine de Saint-Exupéry. US-Schauspieler Michael Douglas erhielt nach 1998 zum zweiten Mal einen Ehren-César für sein Lebenswerk.

Berliner Studentin soll Ophüls-Filmfestival leiten

Svenja Böttger ist für drei Jahre Chefin des Festivals Max Ophüls Preis

Die 27-jährige Berlinerin Svenja Böttger ist für die nächsten drei Jahre zur neuen Leiterin des Filmfestivals Max Ophüls Preis gewählt worden. Trotz ihres jungen Alters habe Böttger bereits Erfahrungen in der Festivalorganisation, im Projekt- und Gästemanagement sowie in der Presse- und Kommunikationsarbeit, teilte der Aufsichtsrat nach seiner Sitzung am Freitag mit. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Es bedeutet für mich eine Ehre, dieses renommierte Festival leiten zu dürfen", sagte die Medienwissenschaftlerin, die zurzeit ihr Masterstudium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf abschließt.

Jazz-Festival Moers bangt um seine Existenz

Absage der Veranstaltung an Pfingsten ist möglich

Das renommierte Jazz-Festival Moers bangt zum zweiten Mal in knapp vier Jahren um seine Existenz. Nach Angaben der städtischen Moers Kultur GmbH schloss das Festival 2015 mit einem Defizit von 300 000 Euro ab. "Wir sind in einer schwierigen finanziellen Schieflage", sagte der Geschäftsführer der Gesellschaft, Dirk Hohensträter, am Freitag. Am Montag wollen die Stadt, die städtische Tochter Moers Kultur GmbH und das Jazz Festival weitere Einzelheiten mitteilen. Der künstlerische Leiter Reiner Michalke schloss eine komplette Absage des Festivals, das über Pfingsten geplant ist, nicht aus. In einer schriftlichen Stellungnahme äußerte er sich überrascht: Nach der Zusicherung des Bundes, das Festival für drei Jahre mit jährlich 150 000 Euro zu unterstützen, sei er von einer wirtschaftlichen Konsolidierung für die nächsten Jahre ausgegangen.

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