Seit 14:05 Uhr Rang 1
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 14:05 Uhr Rang 1
 
 

Kulturnachrichten

Freitag, 26. Februar 2016

Neue Leitung für Max-Ophüls-Festival

Der Aufsichtsrat hat sich für eine von fünf Bewerbern entschieden

Die 27-jährige Berlinerin Svenja Böttger ist für die nächsten drei Jahre zur neuen Leiterin des Filmfestivals Max Ophüls Preis gewählt worden. Trotz ihres jungen Alters habe Böttger
bereits Erfahrungen in der Festivalorganisation, im Projekt- und
Gästemanagement sowie in der der Presse- und Kommunikationsarbeit, wurde nach der Sitzung in Saarbrücken mitgeteilt. "Es bedeutet für mich eine Ehre, dieses renommierte Festival leiten zu dürfen", sagte die Medienwissenschaftlerin, die zurzeit ihr Masterstudium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf abschließt. Gabriella Bandel hatte die Festivalleitung nach 15 Jahren abgegeben.

Jazz-Festival Moers bangt um seine Existenz

Absage der Veranstaltung an Pfingsten ist möglich

Das renommierte Jazz-Festival Moers bangt zum zweiten Mal in knapp vier Jahren um seine Existenz. Nach Angaben der städtischen Moers Kultur GmbH schloss das Festival 2015 mit einem Defizit von 300 000 Euro ab. "Wir sind in einer schwierigen finanziellen Schieflage", sagte der Geschäftsführer der Gesellschaft, Dirk Hohensträter, am Freitag. Am Montag wollen die Stadt, die städtische Tochter Moers Kultur GmbH und das Jazz Festival weitere Einzelheiten mitteilen. Der künstlerische Leiter Reiner Michalke schloss eine komplette Absage des Festivals, das über Pfingsten geplant ist, nicht aus. In einer schriftlichen Stellungnahme äußerte er sich überrascht: Nach der Zusicherung des Bundes, das Festival für drei Jahre mit jährlich 150 000 Euro zu unterstützen, sei er von einer wirtschaftlichen Konsolidierung für die nächsten Jahre ausgegangen.

Gerhard Richter will Museum Morsbroich erhalten

Unterstützung bekommt er von Museumsdirektoren aus NRW

Deutschlands bedeutendster Künstler Gerhard Richter protestiert scharf gegen den Vorschlag das Museum Morsbroich in Leverkusen aus Kostengründen zu schließen. "Eine öffentliche Sammlung ist keine Geldanlage, die je nach Kassenlage geplündert werden kann", schreibt Richter in einem Offenen Brief an Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD). Unterstützung bekam er von den 20 Direktoren der RuhrKunstMuseen, die – ebenfalls in einem offenen Brief - die davor warnten, einen Ort zu schließen, an dem Kunst auf höchstem Niveau präsentiert werde, der überdiese auch eine Begegnungs- und Bildungsstätte sei. Wirtschaftsprüfer hatten in einem Gutachten empfohlen, das 1951 eröffnete Museum Morsbroich zu schließen, damit die verschuldete Stadt Leverkusen ihre Sparvorgaben erfüllen könne. Mit einer Schließung und dem Verkauf der Sammlung könnten demzufolge fast 780 000 Euro pro Jahr gespart werden.

Almodóvar kritisiert Hollywood

Der spanische Starregisseur beklagt mehr Kommerz als Kunst

Starregisseur Pedro Almodóvar hat kurz vor der Oscar-Verleihung am Sonntag in Los Angeles die US-amerikanische Filmindustrie scharf kritisiert. Sie habe immer mehr den Kommerz und immer seltener die Kunst im Auge, findet er. Bei einer Talkrunde auf der Kunstmesse Arco in der spanischen Hauptstadt Madrid klagte der 66 Jahre alte Spanier. Almodóvar, dessen Tragikomödie "Alles über meine Mutter" im Jahr 2000 mit einem Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film ausgezeichnet wurde, meinte: "Es ist klar, dass Filme mit Investitionen von 200 Millionen US-Dollar andere Ziele haben als etwa die Probleme des Durchschnittsamerikaners zu behandeln." In Europa mache man "zum Glück billigere Streifen". Deshalb könnte man über das eigene Umfeld erzählen, so Almodóvar. Hollywood schaue immer mehr auf finanzkräftige Märkte wie China und übertreibe es inzwischen mit der Produktion von Filmen mit "Robotern und Superhelden".

"Rocky"-Star Tony Burton gestorben

Der US-Schauspieler wurde 78 Jahre alt

US-Schauspieler Tony Burton, der in allen sechs "Rocky"-Filmen den Boxtrainer und Manager Tony "Duke" Evers des Rocky-Rivalen Apollo Creed gespielt hat, ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 78 Jahren in Kalifornien, wie zahlreiche US-Medien berichteten. Seine Schwester bestätigte den Tod der Lokalzeitung "MLive". Der ehemalige Boxer Burton war neben den Filmen mit Sylvester Stallone in dem Horrorfilm "The Shining" als Besitzer einer Tankstelle zu sehen. Außerdem hatte er kleinere Rollen in Serien wie "Ein Colt für alle Fälle", "Twin Peaks" und "Chicago Hope".

Neues Führungstrio für Berliner Schlossbau vorgeschlagen

Nach dem Rücktitt von Manfred Rettig soll die Arbeit stärker verteilt und besser vernetzt werden

Die für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses verantwortliche Stiftung bekommt ein neues Führungstrio. Der Bauingenieur Hans-Dietrich Hegner (55), bisher Referatsleiter im Bundesbauministerium, soll Nachfolger des bisherigen Baumanagers Manfred Rettig werden. Dieser hatte im Januar aus Protest gegen mögliche Sonderwünsche und Mehrkosten überraschend seinen Rückzug angekündigt. Die bisherige Aufgabe Rettigs als Stiftungssprecher soll nach einem gemeinsamen Vorschlag von Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) der bisherige kaufmännische Vorstand Johannes Wien übernehmen. Als Geschäftsführerin der neu gegründeten Humboldtforum Kultur GmbH ist die Berliner Kulturmanagerin Lavinia Frey vorgesehen. Sie soll zugleich in der Baustiftung neuer Kulturvorstand werden. Die endgültige Entscheidung trifft der Stiftungsrat bei seiner Sitzung am 15. März. Das rekonstruierte Preußen-Schloss, das größte Kulturprojekt des Bundes, soll unter dem Namen Humboldtforum ab 2019 ein Ausstellungs- und Kulturzentrum werden.

Seehofer attackiert ARD und ZDF

Bayerns Ministerpräsident sieht zu oft persönliche Überzeugung der Autoren als Maßstab

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) übt scharfe Kritik an den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern. "Für mich ist viel zu häufig die persönliche Überzeugung der Autoren der Maßstab für die Berichterstattung", sagte Seehofer dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Zu Berichten über die sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Kölner Silvesternacht, an denen maßgeblich Nordafrikaner beteiligt waren, sagte der CSU-Chef, zum Teil habe die Berichterstattung wenig mit der Realität zu tun gehabt. Insgesamt bilanzierte er für ARD und ZDF: "Überspitzt gesagt: Wenn die nicht Livesendungen hätten, dann hätten sie wenige der Lebenswirklichkeit entsprechende Programminhalte."

Wiener Staatsoper mit Spitzenauslastung

Mit 34 Millionen Einnahmen deckte das Haus 44,6 Prozent seiner Kosten selbst

Mit einer Auslastung von 99 Prozent hat die Wiener Staatsoper in der Saison 2014/2015 einen Einnahmerekord erzielt. Das renommierte Haus nahm durch Ticketverkäufe 34 Millionen Euro ein. Die Kosten konnte es zu 44,6 Prozent selbst decken. Die Subventionen betrugen nach Angaben der Oper vom Freitag fast 60 Millionen Euro. Insgesamt sahen fast 599 000 Besucher 361 Inszenierungen, darunter elf Premieren. In dieser Saison liegen die Einnahmen bereits über dem Ergebnis des Vergleichszeitraums im Vorjahr. Musikliebhaber aus der ganzen Welt können seit 2013 auch über einen Livestream Vorstellungen verfolgen. Das kostenpflichtige Angebot nehmen laut Staatsoper durchschnittlich fast 500 Menschen pro Aufführung wahr.

Russischer Geheimdienst findet Gemälde nach 70 Jahren

Jean-Léon Gérômes "Der Hirte" war nahe der chinesischen Grenze aufgetaucht

70 Jahre nach dem Verschwinden ist ein Gemälde des französischen Künstlers Jean-Léon Gérôme vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB nahe der chinesischen Grenze sichergestellt worden. Das Ölbild, dessen Titel die Agentur Tass mit "Der Hirte" angab, sei eine Leihgabe der Eremitage in St. Petersburg gewesen, sagte Swetlana Schuk vom Fernöstlichen Kunstmuseum in Chabarowsk rund 6000 Kilometer östlich von Moskau. 1946 sei es aus dem Museum gestohlen worden und vor einigen Monaten sei das Gemälde dann auf dem Antiquitäten-Schwarzmarkt von Chabarowsk aufgetaucht. Den Wert des Gemäldes von 1857 schätzt Schuk auf 2,7 Millionen Euro. Es soll im März bei einer Ausstellung gezeigt werden.

Estnischer Dirigent Eri Klas gestorben

Klas galt als einer der bekanntesten Musiker Estlands

Der estnische Dirigent und Chorleiter Eri Klas ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Dies meldete die Zeitung "Postimees" auf ihrer Webseite unter Berufung auf Aivar Mäe, den Generaldirektor der Estnischen Nationaloper. Der am 7. Juni 1939 geborene Klas starb nach schwerer Krankheit. Er galt als einer der bekanntesten Musiker Estlands. Der langjährige künstlerische Leiter und Chefdirigent der Estnischen Nationaloper dirigierte weltweit mehr als 100 Sinfonieorchester, darunter auch die Berliner und die Münchner Philharmoniker. Bekannt wurde er zudem mit Einspielungen von Werken estnischer Komponisten wie Arvo Pärt.

Raubkunst-Eklat: Flechtheim-Erben beenden Schlichtung

Erben fordern Juan Gris-Bild von der Kunstsammlung NRW zurück

In den jahrelangen Verhandlungen über die Rückgabe eines Bildes von Juan Gris an die Erben des jüdischen Galeristen Alfred Flechtheim (1878-1937) ist es zum Eklat gekommen. Die Flechtheim-Seite erklärte ihre Teilnahme am Verfahren der beratenden Limbach-Kommission für beendet. Grund seien eine "intransparente Informationspolitik" und Verfahrensmängel bei einer Anhörung, teilten die Anwälte mit. Die Flechtheim-Erben fordern seit 2008 von der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen die Rückgabe des Gris-Bildes "Geige und Tintenfass". Angesichts der festgefahrenen Fronten hatten beide Seiten die unabhängige Kommission unter dem Vorsitz der früheren Verfassungspräsidentin Jutta Limbach eingeschaltet. Die Empfehlungen des Gremiums sind nicht bindend, werden aber in der Regel von beiden Streitparteien befolgt. Die Flechtheim-Erben fordern unter anderem eine "klare strukturierte Verfahrensordnung". Außerdem müsse auch ein Vertreter jüdischer Opferorganisationen als ständiges Mitglied der Kommission benannt werden. Erst wenn die Voraussetzungen für ein "faires und transparentes" Verfahren geschaffen seien, wollen sie wieder mit der Kommission zusammenarbeiten.

Kulturnachrichten hören

Februar 2016
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur