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Thema / Archiv | Beitrag vom 10.09.2010

Gerd Langguth: Zeit der Entideologisierung

Bonner Politikwissenschaftler bezweifelt Erfolg einer Partei rechts von der CDU

Blick in einen leeren Zuschauerraum (Stock.XCHNG / Olivia Castells)
Blick in einen leeren Zuschauerraum (Stock.XCHNG / Olivia Castells)

Nach Meinung des Bonner Politikwissenschaftlers Gerd Langguth wären Politiker wie der CSU-Mann Franz-Josef Strauß mit ihren Positionen heute nicht mehr vermittelbar.

Langguth sagte nach dem Eklat um Äußerungen der CDU-Politikerin und Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach: In der deutschen Gesellschaft habe in den letzten Jahrzehnten eine Entideologisierung stattgefunden. "Das ist übrigens einer der Gründe, warum Angela Merkel sich lange Zeit in den Umfragen auf dieser Höhe befand. Denn sie entspricht ja genau diesem pragmatischen Entideologisierten. Sie ist eine unideologische Problemlöserin. Und das hat lange Zeit gut funktioniert."

Vor diesem Hintergrund betrachte er die Gründung der neuen Partei "Die Freiheit" in Berlin durch den ehemaligen CDU-Abgeordneten René Stadtkewitz mit Skepsis: "Bislang sind alle Versuche, rechts von der CDU eine nicht-rechtsextremistische, aber, sagen wir, rechtskonservative Partei zu gründen, immer gescheitert." Eine Partei nach dem Vorbild islamfeindlicher rechtspopulistischer Parteien wie in Dänemark oder den Niederlanden würde in Deutschland nur dann funktionieren, "wenn sie eine charismatische Führerfigur hat", so Langguth weiter. Er bezweifle, dass Stadtkewitz oder Thilo Sarrazin diese Rolle ausfüllen könnten. Zudem würden die Gründer einer solchen rechtspopulistischen Partei sehr schnell feststellen, dass ihre Partei "durch merkwürdige Gestalten kontaminiert" würde, die sich zuvor im rechtsradikalen Bereich herumgetrieben hätten.


Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 10.2.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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