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Fazit / Archiv | Beitrag vom 31.08.2010

Gerald Matt: Berlin braucht dauerhafte Kunsthalle

Direktor der Kunsthalle Wien zum Ende der Box am Berliner Schlossplatz

Temporäre Kunsthalle Berlin im Oktober 2008 (Temporäre Kunsthalle Berlin, Architekt Krischanitz ZT GmbH, Foto: Lukas Roth)
Temporäre Kunsthalle Berlin im Oktober 2008 (Temporäre Kunsthalle Berlin, Architekt Krischanitz ZT GmbH, Foto: Lukas Roth)

Berlin braucht eine dauerhafte, flexibel nutzbare Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst, fordert der Direktor der Wiener Kunsthalle Gerald Matt. In der österreichischen Hauptstadt hat man das einstige Provisorium längst an zwei zentralen Orten fest eingerichtet.

Die Temporäre Kunsthalle Berlin hat nach Ansicht von Gerald Matt, dem Direktor der Wiener Kunsthalle, ein wichtiges Zeichen für zeitgenössische Kunst gesetzt: "Es geht um das Grundsätzliche, nämlich eine Diskussion auszulösen über die Rolle zeitgenössischer Kunst für Berlin und in Berlin." Das Projekt habe bewiesen, dass neben den großen "Museumstankern" auch eine Art "Schnellboot", mit dem man flexibel reagieren könne, für die Kunstszene der Stadt von großem Nutzen ist.

Für Gerald Matt ist Berlin "die Metropole zeitgenössischer Kunst in Europa" schlechthin, die genauso wie Wien aus dem Provisorium eine feste Einrichtung machen müsse. Berlin brauche auf Dauer einen "Stachel" im "behäbigen Fleisch der musealen, bürokratischen Welt".

Nach zwei Jahren schließt – wie geplant – der Ausstellungsort auf dem Berliner Schlossplatz, der im Oktober 2008 eröffnet wurde. Mehr als 200.000 Besucher sahen in der Box Werke von nationalen und internationalen Künstlern, die in Berlin leben und arbeiten. Auch die Wiener Kunsthalle war 1995 als zeitlich begrenztes Projekt gestartet und ist 2001 zu einer Dauereinrichtung umgewandelt worden.


Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 31.1.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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