Montag, 22. September 2014MESZ18:17 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsJungfrauen-Haar bei Alibaba
Jack Ma, chairman of Alibaba Group, witnesses a group wedding ceremony on May 9, 2014 in Hangzhou, Zhejiang Province of China

Tätowiermaschinen, Dessous, Nippes: Wie beim Besuch in einem Billigladen fühlte sich "FAZ"-Autor Mark Siemons bei einer Stippvisite auf der chinesischen Onlineplattform "Alibaba". Das soll ein Weltunternehmen sein?Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Kinderfilmfestival LucasWenn Kinder flüchten müssen
Das Deutsche Filmmuseum am Museumsufer in Frankfurt am Main.

Mit der Reihe "Migration - Traum oder Trauma?" setzt das Kinderfilmfestival Lucas dieses Jahr einen besonders ernsten Schwerpunkt. Festival-Leiterin Petra Kappler erklärt, wie es dazu kam - und wie mögliche Erschütterungen junger Zuschauer aufgefangen werden.Mehr

Spektakulärer FundDas Geheimnis der Sphinxen
Karyatiden-Statue in einer Ausgrabungsstädte bei Amphipolis in Nordgriechenland, Aufnahme des griechischen Kultusministerium vom September 2014

In einem riesigen Grab in Nordgriechenland sind große, gut erhaltene Frauenstatuen gefunden worden. Sie stammen offenbar aus der Zeit Alexanders des Großen – und geben den Forschern Rätsel auf. Mehr

weitere Beiträge

Fazit / Archiv | Beitrag vom 29.11.2011

Genozid-PR und gutes Entertainment

Regisseur Milo Rau über sein Projekt "Hate Radio"

Ein Friedhof in Kigali, auf dem tausende Opfer des Genozids von 1994 beerdigt sind
Ein Friedhof in Kigali, auf dem tausende Opfer des Genozids von 1994 beerdigt sind

Bis zu eine Million Menschen starben 1994 beim Völkermord in Ruanda. Zu ihren Taten angestachelt wurden die Hutu-Milizen auch durch die Hetzpropaganda eines Radiosenders. Der Schweizer Autor Milo Rau hat das Geschehen nun zu einem Theaterprojekt verarbeitet.

Das Projekt "Hate Radio", das ab Donnerstag im Berliner Hebbel am Ufer zu sehen ist, ist eine Koproduktion des International Institute of Political Murder (IIPM), der Gedenkstätte in Kigali und mehrerer Theater in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Regisseur Milo Rau hat für "Hate Radio" anderthalb Jahre recherchiert und aus den erhaltenen Transkripten eine typische, einstündige Abendsendung des Hetzsenders RTLM kompiliert.

Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur sagte Milo Rau:

"Typisch heißt bei diesem Radio: Ein sehr eklektisches Gemisch aus moderner Popmusik - also zum Beispiel es läuft Nirvana, es läuft "I like to move it" - zwischen normalen Nachrichten, da geht es um die Weltmeisterschaft, die ja 1994 ist, die Tour de France, Aufrufe zum Massenmord, Geschichtsquiz, Leute, die anrufen, um andere Leute zu denunzieren - also ein Gemisch aus extremstem Rassismus, ein Aufruf halt wirklich, die Tutsi auszurotten, und gutem Entertainment. Und das habe ich versucht, zu kondensieren in dieser Stunde, zu zeigen, dass das Böse nicht im Gewand des Bösen daherkommt, sondern als coole Piratenstation."

Hören Sie das vollständige Interview mit Milo Rau mindestens bis zum 29. April 2012 als mp3-Audio.

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Als das Radio zum Genozid aufrief