Donnerstag, 2. Oktober 2014MESZ18:40 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsSchröders Visionen
Auf dem Russland-Tag in Rostock wirbt Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder für Vertrauen zu Russland.

Die "Süddeutsche Zeitung" lädt ihre Leser ein, mal selbst eine Buchkritik zu schreiben. Und die "taz" informiert über die neusten Projekte des Altkanzlers Gerhard Schröder. Mehr

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Fazit

Neu im Kino Ehe als Psychospiel und ein grauenhaftes Utopia
Ben Affleck als Nick Dunne im Film "Gone Girl"

David Fincher, Regisseur von "Sieben" und "Fight Club", hat mit "Amy & Nick Dunne" erneut ein raffiniertes und verstörendes Beziehungsdrama abgeliefert. In "Hüter der Erinnerung" von Phillip Noyce hingegen leben wir in einer perfekten Welt ohne Krieg aber auch ohne Liebe.Mehr

Giacomo MeyerbeerGottes Segen und Teufels Schatz
Die Sopranistin Patrizia Ciofi in der Titelpartie der konzertant aufgeführten Oper "Dinorah" von Giacomo Meyerbeer an der Deutschen Oper Berlin.

1859 hatte die romantisch-komische Oper "Dinorah" Premiere in Paris. Die Komposition von Giacomo Meyerbeer wird in Berlin an der Deutschen Oper eindrucksvoll zu Gehör gebracht − leider ohne szenische Realisierung der wunderlichen Geschichte eines bretonischen Brautpaares.Mehr

Darstellende KunstSkulptur, die zu Tränen rührt
"Christus an der Geißelsäule" in der Ausstellung "Die große Illusion. Veristische Skulpturen und ihre Techniken" in Frankfurt am Main 

Glasaugen, rote Lippen, Echthaar – die Bildhauer der Antike und des Mittelalters griffen zu vielen Hilfsmitteln, um die Wirklichkeit nachzubilden. Dieser Ideenreichtum ist jetzt in der Ausstellung "Die große Illusion" in Frankfurt zu sehen. Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 29.11.2011

Genozid-PR und gutes Entertainment

Regisseur Milo Rau über sein Projekt "Hate Radio"

Ein Friedhof in Kigali, auf dem tausende Opfer des Genozids von 1994 beerdigt sind
Ein Friedhof in Kigali, auf dem tausende Opfer des Genozids von 1994 beerdigt sind

Bis zu eine Million Menschen starben 1994 beim Völkermord in Ruanda. Zu ihren Taten angestachelt wurden die Hutu-Milizen auch durch die Hetzpropaganda eines Radiosenders. Der Schweizer Autor Milo Rau hat das Geschehen nun zu einem Theaterprojekt verarbeitet.

Das Projekt "Hate Radio", das ab Donnerstag im Berliner Hebbel am Ufer zu sehen ist, ist eine Koproduktion des International Institute of Political Murder (IIPM), der Gedenkstätte in Kigali und mehrerer Theater in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Regisseur Milo Rau hat für "Hate Radio" anderthalb Jahre recherchiert und aus den erhaltenen Transkripten eine typische, einstündige Abendsendung des Hetzsenders RTLM kompiliert.

Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur sagte Milo Rau:

"Typisch heißt bei diesem Radio: Ein sehr eklektisches Gemisch aus moderner Popmusik - also zum Beispiel es läuft Nirvana, es läuft "I like to move it" - zwischen normalen Nachrichten, da geht es um die Weltmeisterschaft, die ja 1994 ist, die Tour de France, Aufrufe zum Massenmord, Geschichtsquiz, Leute, die anrufen, um andere Leute zu denunzieren - also ein Gemisch aus extremstem Rassismus, ein Aufruf halt wirklich, die Tutsi auszurotten, und gutem Entertainment. Und das habe ich versucht, zu kondensieren in dieser Stunde, zu zeigen, dass das Böse nicht im Gewand des Bösen daherkommt, sondern als coole Piratenstation."

Hören Sie das vollständige Interview mit Milo Rau mindestens bis zum 29. April 2012 als mp3-Audio.

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Als das Radio zum Genozid aufrief