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Thema / Archiv | Beitrag vom 31.07.2006

Geister in La Mancha

Pedro Almodovars neuer Film "Volver" ist eine übersinnliche Komödie

Von Jörg Taszman

Mit seinem neuesten Film "Volver" ist der spanische Regisseur Pedro Almodovar zur Komödie und zu seinen Frauenfilmen zurückgekehrt. Auch für seine Hauptdarstellerin Penelope Cruz wurden die Dreharbeiten zu einer Rückkehr in ihre Heimat Spanien. Im Film geht es um ungleiche Schwestern, untote Geister und einen inzestuösen Ehemann.

Penelope Cruz, die kleine, bildhübsche Spanierin, die abwechselnd in Los Angeles und Madrid lebt, verkörpert Raimunda im neuen Film von Pedro Almodovar. Diese bodenständige Frau aus einem Arbeiterbezirk in Madrid erinnert an Heldinnen aus den Filmen des italienischen Neorealismus und Schauspielerinnen wie Sophia Loren oder Anna Magnani.

Raimundas Ehemann Paco ist ein Nichtsnutz und stellt der 15-jährigen Tochter Paula sexuell nach. Das Mädchen greift zum Messer und Paco liegt tot in der Küche. Raimunda muss die Leiche verschwinden lassen und nun allein für den Unterhalt sorgen.

Was zunächst nur dramatisch klingt, ist bei Pedro Almodovar auch eine schwarze, übersinnliche Komödie, die zwischen Madrid und La Mancha spielt, einem Landstrich, in dem die Bewohner noch an Geister glauben. Penelope Cruz findet auch ihren Regisseur magisch:

"Er beginnt immer mit etwas sehr Besonderem. Das ist in all seinen Filmen so, in diesem noch mehr. Ich liebe alle seine Filme, den hier aber ganz besonders. Die Zeit spielt eine ganz eigenständige Rolle. Es geht um die Dörfer in der Gegend von La Mancha. Die Stimmung dort steht im Kontrast zum Lärm der Stadt und den Problemen, die Raimunda hat, als sie versucht ihre Probleme zu lösen. Als wir dort in La Mancha waren, hat uns die Atmosphäre dieser Gegend positiv vergiftet."

Nachdem Penelope Cruz bereits in zwei Filmen von Almodovar - "Live Flesh" und "Alles über meine Mutter" - Nebenrollen gespielt hatte, versprach ihr Pedro Almodovar einen größeren Part. Er saß neben ihr im Flugzeug und gab vor zu schlafen, als sie die erste Hälfte des Drehbuchs zu "Volver" las und ihren Emotionen freien Lauf ließ: Sie lachte und weinte.

"Volver" wurde für Cruz und Almodovar zu einer Rückkehr. Er kehrte zur Komödie und zu seinen Frauenfilmen zurück und sie drehte wieder in ihrer Heimat und endlich einen wirklich guten Film.

"Für Pedro habe ich einfach einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Er ist mehr als nur ein Filmregisseur, mit dem ich zusammenarbeite. Diese Art der Zusammenarbeit ist sehr erfüllend. Alles ist so intensiv mit ihm. Wir haben sechs Monate an diesem Film gearbeitet: drei Monate geprobt und drei Monate gedreht. Am Ende fühlte ich mich leer und gleichzeitig wie neu geboren."

Nach Ende der Dreharbeiten fiel Penelope Cruz in eine Identitätskrise und sagt heute lachend, es sei nicht leicht gewesen mit ihr damals. Nun nach dem Erfolg in Cannes und beim Publikum in Spanien und Frankreich, wo den Film bereits Millionen sahen, hat sich Penelope Cruz eine Auszeit genommen, um den Film zu promoten. Nach Deutschland kam sie noch allein. In England und in den USA wird dann ihr Lieblingsregisseur mit ihr zusammen reisen und den Film vorstellen. Auf diese gemeinsame Zeit freut sie sich besonders und dreht bis Ende des Jahres keinen Film mehr.

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