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Kulturnachrichten

Donnerstag, 3. März 2016

Gedenken an Einsturz des Kölner Stadtarchivs

Mischa Kuball schenkte der Stadt eine Kunstinstallation

Die Initiativen "ArchivKomplex" und "Köln kann auch anders" haben an den Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor sieben Jahren erinnert. Bei dem Unglück kamen zwei Menschen ums Leben und etwa 90 Prozent des Archivguts wurde verschüttet. Bei der Gedenkveranstaltung wurde eine Schweigeminute mit einer Kunstinstallation verbunden, die der Künstler Mischa Kuball, Träger des Deutschen Lichtkunstpreises, entwickelt hat. Bei einer Veranstaltung am Abend mit dem Titel „Sechs Jahre nach dem Archiv-Einsturz: Kann Köln jetzt anders?" diskutierte Kuball auf dem Podium mit Baudezernent Franz-Josef Höing über die Entwicklungsplanung für den Ort der Katastrophe. Der momentane Zeitplan sieht die Eröffnung des neuen Kölner Stadtarchivs für 2019 vor.

Künftiges Magdeburger Museum bekommt Förderung

Kloster Bergesche Stifftung spendet 725 000 Euro

Für das künftige Dommuseum hat die Stadt Magdeburg Fördermittel in Höhe von 725 000 Euro erhalten. Oberbürgermeister Lutz Trümper nahm den Bescheid von der Kloster Bergeschen Stiftung entgegen. Das Geld solle sowohl in die Planung als auch in die Einrichtung des neuen Museums im früheren Gebäude der Staatsbank am Domplatz fließen, teilte das Kultusministerium mit. Das Museum soll die Funde der archäologischen Grabungen am Dom präsentieren und bis Oktober 2018 fertig sein. Für das Gemeinschaftsprojekt der Stadt, der Stiftung Dome und Schlösser und des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie werden die Kosten auf 3,6 Millionen Euro geschätzt.

Wimmelbuch-Autorin Berner wird ausgezeichnet

Rotraut Susanne Berner erhält den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur

Die deutsche Grafikerin, Illustratorin und Kinderbuchautorin Rotraut Susanne Berner erhält den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur. Damit würden der spielerische und kluge Gestaltungswille, die sich immer wieder neu erfindende Ausdruckskraft und die künstlerische Vielfalt der 67-Jährigen gewürdigt, die souverän alle Altersgrenzen überwinde, teilte die Akademie im unterfränkischen Volkach mit. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Für ihre Arbeiten wurde die Grafikerin schon mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Die Künstlerin erregte im Jahr 2007 mit ihrer Entscheidung für Aufsehen, ihre Wimmelbücher nicht in den USA verlegen zu lassen. Hintergrund für ihre Entscheidung war, dass eine Überarbeitung der Bücher gefordert wurde - die in den Wimmelbilderbüchern abgebildeten Nackten sollten verschwinden. Dies lehnte sie entschieden ab. 2008 erschienen Berners Wimmelbücher dann doch noch unzensiert in den Vereinigten Staaten.

Cellist Beckmann wegen Spendenpraxis unter Druck

Musiker weist Vorwürfe der Intransparenz zurück

Der mit Benefizkonzerten zugunsten von Obdachlosen bekanntgewordene Cellist Thomas Beckmann gerät wegen seiner Spendenpraxis unter Druck. Beckmann wies Vorwürfe zurück, er führe einen zu geringen Teil an Spenden für Obdachlosen-Organisationen ab und betreibe eine intransparente Vereinspolitik. "Die Spenden wurden satzungsgemäß verwendet für Obdachlose und die Unterstützung der Benefiz-Konzerte", sagte Beckmann auf Anfrage der dpa. Der Hilfsverein wird auch von der Stadt Düsseldorf und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Diese prüfen jetzt aber ihre Zuschüsse. Der Musiker war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil er sich weigerte, aus seiner Wohnung im historischen Schumann-Haus in Düsseldorf auszuziehen. Die Stadt möchte daraus ein Museum für den Komponisten Robert Schumann machen. Derzeit bestreitet Beckmann zum 13. Mal eine mehrmonatige Benefiztournee. Rund 1,5 Millionen Euro sind nach Vereinsangaben bei den bisherigen Tourneen zusammengekommen.

Berliner Kunst-Werke stellen sich neu auf

Krist Gruijthuijsen löst Direktorin Gabriele Horn ab

Der niederländische Kurator Krist Gruijthuijsen wird neuer Direktor der renommierten Berliner Kunst-Werke. Der bisherige Künstlerische Leiter des Grazer Kunstvereins übernimmt am 1. Juli das Amt von Gabriele Horn, wie das Kunst- und Ausstellungshaus mitteilte. Horn bleibt Direktorin der Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Bisher war sie für beide Aufgaben verantwortlich. Neu berufen wird eine kaufmännische Leitung. Damit stellen sich die Kunst-Werke eigenen Angaben zufolge strukturell neu auf. Mit Krist Gruijthuijsen seien die Voraussetzungen geschaffen, in eine neue KW-Ära zu starten, erklärte Künstler und Vorstandschef Olafur Eliasson.

Fachleute beklagen zu wenig authentische Exponate

Eindruck der Besucher wichtiger als wissenschaftliche Genauigkeit

In den Museen der Welt sind nach Ansicht von Experten kaum wirklich authentische Exponate zu sehen. Vielen Museen sei der Eindruck bei den Besuchern wichtiger als die wissenschaftliche Genauigkeit, sagte Ulrich Großmann, Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, bei einem internationalen Kongress in Mainz. In Freilichtmuseen sei es beispielsweise üblich, Gebäude nebeneinanderstellen, die in dem gezeigten Zustand so niemals nebeneinander existiert hätten. Rund 200 Fachleute aus dem In- und Ausland diskutieren bei dem zweitägigen Treffen über die Frage, wie authentisch Museen die historische Wirklichkeit abbilden.

Streaming boomt - deutscher Musikmarkt wächst kräftig

Nach jahrelanger Talfahrt schöpft die Musikindustrie neue Hoffnung

Der deutsche Musikmarkt ist im vergangenen Jahr dank neuer Internet-Angebote noch stärker gewachsen als zunächst angenommen. Der Gesamtumsatz der Branche stieg um 4,6 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mitteilte. Bei vorläufigen Berechnungen im Januar ging er noch von einem Plus von 3,9 Prozent aus. Dabei habe sich das Geschäft mit Musik-Streaming - bei dem die Songs über Dienste wie Spotify, Apple Music, Deezer oder Napster direkt aus dem Netz abgespielt werden - mit einem Wachstum von 106 Prozent mehr als verdoppelt. Es macht nun 14,4 Prozent der gesamten Erlöse aus. Die CD sorgt trotz eines Umsatzrückgangs von 4,2 Prozent nach wie vor für den Großteil des Geschäfts. Ihr Umsatzanteil lag 2015 noch bei 60,8 Prozent, die Verkäufe gehen aber stetig zurück. Downloads lagen mit einem Umsatzanteil von 15,6 nur noch unwesentlich über den Streaming-Einnahmen.

Museum prüft Umgang mit Objekten aus Kolonialzeit

Universität Tübingen begleitet die auf zwei Jahre angelegte Untersuchung

Das Stuttgarter Linden-Museum setzt sich in einem in dieser Art bundesweit einmaligen Pilotprojekt mit der Frage auseinander, wie es künftig mit Ausstellungsgegenständen aus der Kolonialzeit umgehen will. Für die von der Universität Tübingen begleitete Untersuchung sind zwei Jahre angesetzt. Erstmals wird damit die vom Bund geförderte Provenienzforschung - also die Frage nach der Herkunft von Kunstwerken und Kulturgütern - über die NS-Zeit hinaus auf die Phase ausgedehnt, in der Deutschland in Afrika und Asien Kolonien hatte. Das Projekt trägt den Namen "Schwieriges Erbe" und untersucht dies beispielhaft an Objekten aus Namibia und Samoa. Die Frage nach einer Rückgabe steht dabei nicht im Vordergrund. Geplant ist, dass die Arbeiten im März 2018 abgeschlossen sind, wie Vertreter des Museums erläuterten. Nach der Hälfte der Zeit, im April 2017, ist ein internationaler wissenschaftlicher Kongress geplant, den das Land Baden-Württemberg finanzieren will. Das Linden-Museum gehört zu den größten ethnologischen Museen Europas. Zur Sammlung gehören 160.000 Objekte aus allen großen Kulturregionen.

Hessen übernimmt Städelschule 2019

Die Stadt Frankfurt wird aber schon vorher finanziell entlastet

Das Land Hessen übernimmt ab 2019 die Frankfurter Städelschule und entlastet die Stadt auch in den Jahren zuvor bei der Finanzierung der einzigen Kunstakademie im Rhein-Main-Gebiet. "Die Städelschule ist eine Institution von Weltruf, deshalb sehe ich das Land hier ganz deutlich in der Verantwortung", sagte Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein. Bisher wird das Institut alleine von der Stadt Frankfurt finanziert. "Wir wollen die Städelschule auf solide finanzielle Beine stellen", versicherte Rhein. Deshalb werde das Land schon in diesem Jahr eine Million Euro zur Verfügung zu stellen, im nächsten Jahr zwei und 2018 dann drei Millionen Euro. Der Frankfurter Stadtkämmerer Uwe Becker zeigte sich froh, dass mit den Zusagen des Landes der Bestand der Städelschule gesichert sei. Die Städelschule in die Familie der hessischen Hochschulen zu integrieren, sei eine einmalige Chance. International erfolgreiche Künstler wie Max Beckmann oder Jörg Immendorf haben an dem Institut gelehrt. Heute kommen rund 60 Prozent der Studierenden an der Städelschule aus dem Ausland.

Flüchtlingspolitik: Österreichische Künstler protestieren

Forderungen nach einer gemeinsamen europäischen Lösung

In einem offenen Brief mit dem Titel "Wir distanzieren uns" kritisieren österreichische Schriftsteller und Kunstschaffende die Politik der österreichischen Bundesregierung in der Fluchtkrise. Sie sei kontraproduktiv und inakzeptabel. "Wir protestieren gegen die Politik des Hochziehens von Grenzzäunen, des Abschottens, wie zuletzt am Wiener "Balkangipfel" beschlossen, sowie der Einführung willkürlicher numerischer Obergrenzen bei der Aufnahme von Asylsuchenden." Dies führe zu einem Stranden der Flüchtenden in Griechenland und direkt in eine menschliche Katastrophe. Die Unterzeichnenden distanzieren sich von der Schuldzuweisung an die griechische Regierung und "der völligen Entsolidarisierung mit der Bevölkerung der betroffenen Regionen" und fordern "politische und finanzielle Solidarität mit den betroffenen Erstaufnahmeländern wie Griechenland und Italien", sowie "eine gemeinschaftliche gesamteuropäische Lösung durch direkte Einreisemöglichkeiten ohne lebensgefährliche Überfahrten, rasche Überprüfung des Asylstatus, Aufteilung der Flüchtenden auf alle Länder der EU, schnelle und effiziente Integration". Zu den Unterzeichnern gehören u.a. Josef Haslinger, Clemens J. Setz, Marlene Streeruwitz, Josef Hader, Elfriede Jelinek und Kathrin Röggla und Erika Pluhar.

Pianistin Julia Hülsmann erhält SWR-Jazzpreis

Auszeichnung wird beim Internationalen Festival "Enjoy Jazz" in Ludwigshafen überreicht

Die Berliner Pianistin Julia Hülsmann erhält den SWR-Jazzpreis 2016. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Oktober beim Internationalen Festival "Enjoy Jazz" in Ludwigshafen überreicht. Hülsmann werde für ihre musikalische Arbeit ausgezeichnet, "die dem Jazz in Europa richtungsweisende Impulse gibt", teilte die Jury mit. Die 1968 in Bonn geborene Pianistin habe eine "ganz eigene sensitive Klaviersprache entwickelt, in der sie auf unprätentiöse Weise Brücken zur Welt der Lyrik und des Gesangs schlägt". Geehrt würden mit dem Preis darüber hinaus Hülsmanns konstante Zusammenarbeit mit Vokalisten und ihrer eigenen Working Band, ihr kulturpolitisches Engagement und ihr Einsatz für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen von improvisierenden Musikern.

Peymann kritisiert Merkel in Flüchtlingsfrage

Kanzlerin zerstöre die europäische Einheit

Theater-Regisseur Claus Peymann hat die Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise scharf kritisiert. "Letztlich ist Merkel eine Zerstörerin der europäischen Einheit. Sie zerstört durch ihren Konsequentismus, würde Thomas Bernhard sagen", erklärte der 78-jährige Chef des Berliner Ensembles im Interview der österreichischen Zeitung "Kurier". Allerdings sei auch der Kompromiss als eine der wichtigsten politischen Formeln mit Mängeln behaftet. "Der Kompromiss als entscheidender Punkt einer Demokratie ist nicht mehr imstande, Großes zu leisten", sagte der ehemalige Intendant des Wiener Burgtheaters weiter. "Man wird eines Tages die Monarchie anders beurteilen." Zu den Möglichkeiten des Theaters angesichts der Krise sagte Peymann: "Ich strecke die Waffen. Weil ich nicht weiß, wie das am Theater auszudrücken ist. Sicher aber nicht mit einem folkloristischen Nachstellen."

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