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Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 04.10.2011

Geächtet und diskriminiert

Homosexuelle in Zentralasien

Von Edda Schlager

Ein Bekenntnis zur Homosexualität kann in Usbekistan lebensgefährlich sein. (picture alliance / dpa / Malte Christians)
Ein Bekenntnis zur Homosexualität kann in Usbekistan lebensgefährlich sein. (picture alliance / dpa / Malte Christians)

Homosexualität ist in Zentralasien ein gesellschaftliches Tabu. Obwohl sie in Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan nicht mehr strafbar ist, werden Betroffene von der Justiz diskriminiert, vorverurteilt und misshandelt. Nur leise regt sich Widerstand.

Samstagabend in einer Wohngemeinschaft in Almaty, mit knapp zwei Millionen Einwohnern die größte Stadt Kasachstans im Süden des Landes. In der Küche einer Einzimmerwohnung im sechsten Stock eines Plattenbaus macht sich eine Handvoll junger Männer bereit für den Höhepunkt der Woche: Die Samstagnacht im "Golden", einem von zwei Schwulen-Clubs in Almaty. Dafür bringen sich die Freunde in Stimmung – und in Form.

Nur, ein hochgewachsener, schwarzäugiger Kasache, sitzt auf dem Fußboden und trägt – einen winzigen Schminkspiegel vor dem Gesicht – grauen Lidschatten auf, klebt sich lange, künstliche Wimpern an.

"Schon seitdem ich klein war, fühle ich mich wie ein Mädchen. Aber ich habe erst mit 18, 19 Jahren begriffen, dass ich schwul bin und ein Transvestit, vorher hatte ich davon noch nie gehört."

Der 21-jährige Nur zieht gerne Frauenkleider an, verbringt darin auch seinen Alltag. Er will rundum wie eine Frau aussehen, aber er ist nicht transsexuell. Eine Operation, bei der ihm Penis und Hoden abgenommen würden, kommt für ihn nicht in Frage. Nur will physiologisch ein Mann bleiben – und Männer lieben. Er hat weiche, weibliche Bewegungen, seine Stimme schraubt er immer ein wenig höher, als die normale Stimmlage hergibt. Seine ebenfalls schwulen Freunde nehmen keinen Anstoß an Nurs manierierter Art. Fachmännisch begutachten sie sein geschminktes Gesicht, die wallenden schwarzen Haare und das Minikleid, – und machen sich schließlich gemeinsam mit ihm auf den Weg in die Innenstadt.

Zwei Stunden später im Nachtclub "Golden". Lichtblitze zucken durchs Dunkel, auf Polstermöbeln rund um die verspiegelte Tanzfläche sitzen junge Leute mit Bierflaschen in der Hand. An der Bar stehen coole Typen mit Zigaretten und beobachten die Szenerie. Ein Nachtclub wie tausend andere in Almaty – wenn nicht hin und wieder Männer Männer und Frauen Frauen küssen würden. Auf der Straße würden sie das nie wagen, nicht einmal Händchenhalten ist da möglich. Doch hier sind homosexuelle Paare unter sich und fühlen sich sicher, trotz ein paar heterosexueller Gäste.

Um halb drei Uhr morgens dann beginnt die Show, auf die alle gewartet haben. Jetzt gehört die bisher verhängte Bühne ein paar Dragqueens, männlichen Travestie-Künstlern in Frauenkleidern, die zu Popsongs eine Tanzshow zeigen und die unbestrittenen Stars im Club sind. – Und aus Nur, dem schwarzäugigen Kasachen, ist plötzlich die langhaarige Sijara geworden, deren superkurzes Glitzerkleidchen nur das allernötigste bedeckt.

"Sehr verehrte Damen und Herren, jetzt bitte ich mit großer Freude auf die Bühne, eine allen bekannte junge Künstlerin, die gertenschlanke, langbeinige … Sijara!"

Zu Musik von Rihanna, einer amerikanischen Pop- und Hip-Hop-Sängerin, animiert Nur-Sijara das Publikum mit lasziven Bewegungen, tanzt aufreizend und gekonnt – trotz der zwölf Zentimeter hohen High-Heels.

Nur liebt die Aufmerksamkeit, wenn er auf der Bühne steht, und verdient mit diesen Auftritten zudem seinen Lebensunterhalt. Etwas anderes kann er sich nicht mehr vorstellen. – Doch so aufgedreht die Wochenend-Nächte im Club sind, das Leben des jungen Mannes ist nicht immer so ausgelassen. Weil er schwul ist, hat er zu seiner Familie, den Eltern und zwei Brüdern, kaum noch Kontakt.

"Meine Brüder sind schwulenfeindlich, das sind richtig aggressive Heteros. Die hassen solche weiblichen Gesten bei einem Mann und würden jemanden wie mich am liebsten zusammenschlagen."

Nur ist aus seiner provinziellen Heimatstadt Kyzylorda ins 1.200 Kilometer weit entfernte Almaty gekommen, weil die lebendige Metropole in ganz Zentralasien als Hauptstadt der Homosexuellen gilt. Hier gibt es eine kleine Club-Szene und Plätze, an denen sich Schwule und Lesben einigermaßen unbehelligt treffen können. Doch Walentina Ragoza, Chefin der Organisation "Amulet", die sich für Homosexuelle und Transsexuelle in Kasachstan einsetzt, kritisiert, dass Homosexualität in der kasachischen Öffentlichkeit praktisch nicht existiert:

"Darüber redet man einfach nicht. Man tut so, als ob bei uns im Land Schwule und Lesben nicht existieren würden. Bekannte Politiker behaupten geradeheraus, bei uns gibt es sie nicht. Es gibt auch keine Gesetze dazu, lediglich eines, dass gleichgeschlechtliche Ehen verbietet."

In der ganzen Sowjetunion war Homosexualität unter Strafe verboten. In Kasachstan ist sie mittlerweile legal, anders beispielsweise als im Nachbarland Usbekistan. Zarifa Tazhijewa ist Sprecherin der internationalen Soros-Stiftung in Kasachstan, die Walentina Ragozas Organisation "Amulett" finanziell unterstützt. Sie kennt die Gefahren in Usbekistan:

"In Usbekistan hat man eine brutale Haltung gegenüber dieser Gruppe. Homosexualität gilt als Verbrechen, und die Leute sind in echter Lebensgefahr. Niemand würde sich dazu bekennen, denn wenn es an die Öffentlichkeit kommt, kann sonst was passieren."

Dass Kasachstan mit Homosexuellen per Gesetz liberaler umgeht als Usbekistan, reicht Walentina Ragoza aber nicht. Sie kämpft mit ihrer Organisation "Amulett" gegen die tägliche Diskriminierung und für mehr Akzeptanz sexueller Minderheiten. Vor allem aber bietet sie Betroffenen Hilfe und Unterstützung an.

Am gleichen Wochenende, an dem Dragqueen Nur-Sijara im "Golden" auftritt, hat Walentina Ragoza im zweiten Schwulen-Club von Almaty einen Aids-Test organisiert. Mitten in der Nacht können sich die Besucher des Nachtclubs auf eine Infektion mit dem HI-Virus testen lassen. Vor dem Club steht ein Minibus des städtischen Zentrums gegen Aids und HIV. Die Ärztin Kunsulu Gumarowa und Schwester Alia – beide kräftige Mittfünfzigerinnen in weißen Kitteln, die völlig deplatziert wirken – haben direkt hier draußen unter einer Lampe, die den dunklen Hof etwas erleuchtet, einen Tisch und zwei Stühle aufgebaut. Es dauert nicht lange, da kommt der erste Kunde.

Schwester Alia:"Hier, legen Sie bitte den Arm hin."
Mann: "Nehmen Sie das Blut nicht aus dem Finger ab?"
Schwester Alia: "Nein, aus der Vene am Arm."
Ärztin: "Wie heißen Sie?"
Mann: "Iwan."
Ärztin: "Das Ergebnis ist am Donnerstag fertig, kommen Sie ins Aids-Zentrum, in der Baissynova Straße 2, Korpus 4."

Der Test ist kostenlos und anonym, doch der Andrang ist nicht besonders groß. Nach rund zwei Stunden haben sich nur zwölf Männer und eine Frau testen lassen. Es hat sich herumgesprochen, dass man das Ergebnis sechs Tage später persönlich abholen muss. Dr. Gumarowa und Schwester Alia sehen darin kein Problem. Viele der Clubgänger aber schreckt das ab, aus Angst, später doch erkannt zu werden.

Auch die beiden Medizinerinnen sind unzufrieden – weil sie sich für eine Handvoll Leute "aus dieser Randgruppe", wie sie sagen, die Nacht um die Ohren schlagen müssen. Doch Schwester Alia betont, sie habe – ebenso wie mit Prostituierten und Drogenabhängigen – kein Problem mit Schwulen, dafür aber Verständnis:

"Es ist ja kein Wunder, dass es heute so viele von ihnen gibt. Schauen Sie, wie viele Mütter ihre Kinder heute alleine großziehen. Da ist es kein Wunder, dass die Söhne ohne Vater so werden."

Homosexuelle werden in Zentralasien faktisch überall diskriminiert, im Gesundheitssystem, in Universitäten, am Arbeitsplatz oder in der Rechtsprechung. Strafprozesse gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung sind praktisch nicht möglich – weil es die offiziell nicht gibt. Diese Position vertritt auch Murat Telibekow, Vorsitzender des Bundes der Muslime in Kasachstan, der sich als oppositionell beschreibt und einen gemäßigten Islam proklamiert. Homosexualität, betont Telibekow, passe nicht zur Mentalität der Kasachen:

"Mir als Muslim gefällt das nicht. Man muss sie zwar nicht verfolgen oder bestrafen, aber sie haben auch nicht das Recht, anderen Leuten ihre moralischen Vorstellungen und ihr Lebensmodell aufzuzwingen."

Viele Homosexuelle in Kasachstan leiden aber vor allem unter der Intoleranz innerhalb der eigenen Familie, so wie der 27-jährige Erik und sein ein Jahr älterer Freund Ilias. Die beiden Kasachen haben andere Namen, wollen sie aber aus Vorsicht nicht veröffentlichen. Erik und Ilias haben sich über ein Online-Forum im Internet kennengelernt – die Kontaktbörse Nummer eins für Homosexuelle in Zentralasien. Nach ein paar E-Mails verabredeten sie sich – erst mal nur zum Sex. Dann aber verliebten sich die beiden ineinander und zogen zusammen.

Mittlerweile sind sie seit drei Jahren ein Paar, haben aber schon ein Jahr lang eine Fernbeziehung, denn Ilias macht seinen Master in Finanzwirtschaft in England. Regelmäßig verabreden sich beide zum Telefonieren im Internet.

Trotz 7.000 Kilometer Entfernung können sich die beiden sehen – dank der Webcam, deren Bild immer mal wieder einfriert. Ilias, in London vor seinem Computer sitzend, erzählt, wie viel sicherer man sich als Schwuler in Europa fühlen kann, ohne die tägliche Angst, von jemandem nur aufgrund der sexuellen Orientierung unfreiwillig bloßgestellt zu werden.

"Die Leute hier verstehen sehr gut, was ist ein Schwuler, eine Lesbe. In Kasachstan denkt man bis heute, so etwas käme nur in mexikanischen Seifenopern vor, Schwule seien psychisch krank. In Europa können Paare sogar heiraten und sind rechtlich abgesichert. Wenn es die Möglichkeit geben würde, würde ich mit Erik lieber hier leben."

Eriks Eltern wissen bis heute nicht, dass er schwul ist, nur einer seiner drei Brüder und seine jüngere Schwester. Erik erinnert sich gut daran, wie die Geschwister ihn zufällig erwischten, als er mit schwulen Freunden telefonierte.

"Mein Bruder sagte, dass ich die Schande der Familie bin, schmutzig. Dann fing er an, mit unserem Glauben zu argumentieren, dass ich Satan sei und einen schlechten Einfluss auf sie hätte. Ich habe dann gesagt, Allah hat mich so gemacht, dein geliebter Gott hat deinen kleinen Bruder so gemacht, ob du das willst oder nicht, ich bin so."

Ganz ähnliche Probleme gibt es auch in Kirgistan, dem südlichen Nachbarland von Kasachstan. Auch hier ist Homosexualität wie in Kasachstan nicht mehr unter Strafe gestellt, doch die offensichtliche Diskriminierung scheint für Betroffene omnipräsent.

Der Issyk-Kul, ein Hochgebirgssee in Kirgistan – rund 300 Kilometer von Almaty in Kasachstan entfernt – ist der Touristenmagnet in Zentralasien. Hunderttausende strömen jeden Sommer zur Erholung hierher, bevölkern in Badesachen die Promenaden, sonnen sich am Strand und stürzen sich in die Fluten.

Ausgerechnet hier, in der Touristen-Hochburg Cholpon-Ata, will die Organisation "Labrys" um mehr Toleranz für Homosexuelle werben. "Labrys" wurde von lesbischen Frauen gegründet, kämpft aber gleichermaßen für Schwule, Lesben und Transsexuelle – so auch mit Aktionen wie einer "Karawane der Gleichheit." Die Aktivisten setzen auf leise, vorsichtige Annäherung statt auf Provokation.

Mitten auf einer Strandpromenade haben sie einen Stand aufgebaut, sprechen Touristen an – und offen über ihre Andersartigkeit. Nasik Abylgasijewa ist eine der Gründerinnen von "Labrys" und hat ein junges Paar mit einem kleinen Sohn angehalten.

Nasik: "Entschuldigen Sie die Frage, wenn Ihr Sohn so wäre? Würden Sie ihn genau so lieben?"
Mann: "Wir würden natürlich versuchen, ihn richtig zu erziehen."
Nasik: "Was heißt richtig? Wissen Sie, die Leute denken von uns, wir haben andauernd Sex, aber da sind auch Liebe, Leidenschaft, Gefühle."
Mann: "Aber zwei Männer … ?"
Nasik: "Wenn Ihr Sohn käme und sagt, Papa, ich habe mich in einen Mann verliebt, würden Sie ihn zum Arzt schicken?"
Mann: "Ich würd' ihm den Kopf abreißen!"

Obwohl Nasik Abylgasijewa froh ist, dass sich die Leute auf Gespräche einlassen, ärgert sie sich auch über die immer gleichen Argumente der Intoleranz:

"Ich habe ein öffentliches Coming-out gehabt, weil ich mit ihnen reden wollte. Sie sagen, Kirgistan ist ein muslimisches Land, aber in der Verfassung steht, wir sind ein säkulares Land. Sehen Sie, wie sie auf die Religion gegangen sind, wieder so ein Stereotyp, sie sagen, weil ich nicht gläubig bin, bin ich lesbisch geworden, ja, genau, so ist es wohl."

Religion und Homosexualität – das ist auch in Zentralasien keine besonders glückliche Allianz. Diese Erfahrung teilt Maxim Bratuhin – 30 Jahre alt, russisch-orthodoxer Priester und selbst offen schwul lebend:

"Die Kirchen, die es hier gibt, Baptisten, Katholiken, russisch-orthodoxe, niemand hilft Schwulen. Es gibt ein paar Priester, die das im Stillen machen, aber sie verheimlichen das."

Bratuhin, der in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek, 300 Kilometer vom Issyk-Kul und vier Autostunden vom kasachischen Almaty entfernt, wohnt, wurde vor Jahren in Russland zum Priester geweiht. Doch weder die katholische noch die russisch-orthodoxe Kirche wollte ihn haben. Er darf sein Priesteramt in keiner Kirche in Kirgistan ausüben, weil er sein Schwulsein nicht verstecken wollte. Dennoch bietet er homosexuellen Gläubigen Gottesdienste an – im Wohnzimmer seiner Neubauwohnung in Bischkek.

Der Wohnzimmertisch ist zum Altar umgebaut, zwei langstielige rote Römer mit Kerzen sind der Altarschmuck, Bratuhin selbst steht dahinter in einem schwarzen Talar, um den Hals eine Stola in Regenbogenfarben – dem Zeichen der Homosexuellen weltweit. Auf der Polstercouch sitzen vier junge Männer und folgen der Liturgie mit einem Stapel Kopien in der Hand, blättern immer wieder um, verfolgen den Text.

Dass dies kein echter Gottesdienst in einer echten Kirche ist, stört die jungen Männer nicht. Hier, in dieser Gemeinschaft fühlen sie sich wohl. Der 23-jährige Mikhail Kudryashow findet aber nicht nur Unterstützung im Glauben. Priester Maxim Bratuhin hilft ihm auch bei einem Gerichtsverfahren. Die Anklage: Handel mit pornografischem Material. Das ist in Kirgistan verboten. Mikhail war eines Tages von einem Unbekannten gebeten worden, ihm DVDs mit erotischen Filmen zu brennen. Unvorsichtigerweise ließ Mikhail sich darauf ein. Er wurde festgenommen. Es stellte sich heraus – die Polizei hatte den Handel inszeniert. Maxim Bratuhin wie auch Rechtsanwälte und Menschenrechtler sind deshalb überzeugt, Mikhail wurde ein Schauprozess gemacht, gerade weil er schwul ist.

"Bei uns kann man überall im Internet pornografische Filme herunterladen, die Provider wurden noch nie belangt. Und dieses Mal kommt die Polizei. Es ist das allererste Mal, dass es in Kirgistan so einen Prozess gibt. Hier geht es gar nicht um Gerechtigkeit, denn sonst müsste man Pornografie konsequent bekämpfen. Aber sogar im Urteil ist explizit von "Schwulen-Filmen" die Rede, darum geht es also."

Tatsächlich ist nirgendwo im kirgisischen Strafgesetzbuch definiert, wie sich pornografisches von erotischem Filmmaterial unterscheidet. Zudem hat die Polizei Mikhail bei der Untersuchung erpresst – das Geständnis hat Mikhail nur unter Folter und unter Androhung von Vergewaltigung unterschrieben.

"Sie haben mich in ein kleines abschließbares Zimmer gebracht, mich mit einem Garderobenständer geschlagen, mit Stiefeln getreten. Und dann hat einer eine Flasche Bier hingestellt und gesagt, hier, damit werden wir es dir machen, wenn du nicht im Guten willst."

Beim Prozess spielte das keine Rolle. – In erster und zweiter Instanz wurde Mikhail zu anderthalb Jahren Strafkolonie auf Bewährung verurteilt. Derzeit läuft die Berufung beim obersten Gerichtshof von Kirgistan. Maxim Bratuhin will nun seinerseits ein Exempel statuieren – für Gerechtigkeit und gegen die Diskriminierung von Homosexuellen:

"Dass sie ihn geschlagen und erpresst haben, zeigt, dass er unschuldig ist. Sie hoffen jetzt, weil sie ihn nur zu Bewährung verurteilt haben, werden wir Ruhe geben. Aber wir wollen jetzt bis zum Ende gehen und seine Unschuld beweisen."

Maxim Bratuhin hofft gemeinsam mit anderen Menschenrechtlern, dass dieses Verfahren eine Signalwirkung in ganz Zentralasien haben wird – dafür, dass sie, die Homosexuellen, keine rechtlose Minderheit sind, sondern sich zu wehren wissen.

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