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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 14.10.2009

"G-Force - Agenten mit Biss"

Hans-Ulrich Pönack über Meerschweinchen als Gutmenschen

Szene aus "G-Force - Agenten mit Biss" (Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH)
Szene aus "G-Force - Agenten mit Biss" (Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH)

In dem 3D-Film "G-Force - Agenten mit Biss" bilden in einem geheimen Regierungsprogramm die kleinen, flinken Nager eine FBI-Elite-Einheit, die antritt, um die Welt vor rebellischen Küchengeräten zu retten.

USA 2009, Regie: Hoytt H. Yeatman Jr., 88 Minuten, Stimmen: Wigald Boning, Sonya Kraus, Götz Otto u.a.

Für seine "visuellen Effekte" in "The Abyss" wurde der Regie-Debütant Hoytt H. Yeatman 1989 mit einem "Oscar" geehrt. Mit dieser Jerry Bruckheimer-Produktion setzt Hoyt H. Yeatman Jr. den zunehmenden Genre-Trend der hollywoodschen Animations-Realfilme fort. Bzw. umgekehrt. Ganz wie man will. "G-Force" steht in der Tradition von Späßen, in denen computeranimierte Vierbeiner zu Realfilm-Helden werden. Wie zum Beispiel in "Mäusejagd", "Stuart Little" oder "Garfield".

Hier nun sind vor allem Meerschweinchen angesagt. In einem geheimen Regierungsprogramm bilden unter anderem diese kleinen, flinken Nager eine FBI-Elite-Einheit, die antritt, um die Welt vor rebellischen Küchengeräten zu retten, die – dirigiert von einem im Hintergrund agierenden größenwahnsinnigen Millionär - zu unberechenbaren Monstern mutieren. Gemeinsam mit einer Fliege, einem Maulwurf und einem netten Wissenschaftler geht es aber nicht nur gegen den übermächtigen Feind, sondern auch gegen Ignoranten und Intriganten in den eigenen FBI-Reihen. Einmal mehr: Tiere als "bessere Menschen".

Was aber anderswo so lockerflockig wie amüsant-unterhaltsam rüberkommt (modern: "Happy Feet", klassisch: "Das Dschungelbuch"), gerät hier – trotz 3D-Effekten – zum Desaster. Denn dieses Action-Movie für Kinder ist grottenlangweilig. Ein typischer "Ein-bisschen-zu-doof-Film", in dem die Handlung stumpfsinnig erscheint, blöd aufgemotzt und fade konstruiert ist. Die unglaublichsten Dinge "ganz selbstverständlich" erscheinen zu lassen, mit augenzwinkerndem Understatement, wie bei PIXAR dauer-üblich ("Oben", "WALL-E", "Ratatouille"), fehlt hier gänzlich. Stattdessen wird eine stupide Thriller-Story erzählt, die auch deutsch-sprachlich, zum Beispiel mit einem viel zu aufdringlichen Wigald Boning als ungehobeltes und verfressenes Meerschwein Hurley wenig witzig klingt. Und im übrigen mit den üblichen Klischees versehen ist: Menschen sind entweder ganz doof oder lieb-naiv oder kriminell, sich ständig überschätzend-dämlich (FBI) oder halt lächerlich-naiv, also ermüdend, also reizlos, Tiere dagegen kommen pfiffig, putzig, clever, sozusagen als pfotige Bonds oder Indy Jones daher. Da helfen auch filmische Aha-Zitate auf Hits wie "True Lies", "TermiNATOr" (= Schwarzenegger) oder "Men in Black" wenig. Das alles hier ist wenig lustig und besitzt kaum Pointen, während der bisweilen entsetzlich hektische 3D-Action-Krach-Bumm-Zisch-"Spaß" nur nervt. "G-Force" ist mehr angestrengt denn locker und ziemlich plump-dämlich in seiner ganzen Unterhaltungsversuchs-Chose. In den USA hat diese Blöd-Show an den Kinokassen über 100 Millionen Dollar eingespielt.

Filmhomepage "G-Force - Agenten mit Biss"

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