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Thema / Archiv | Beitrag vom 17.11.2011

"Für die NPD ist Gewalt ein probates Mittel"

Simone Rafael: Angebliche Distanzierung der rechtsextremen Partei von Mordserie ist Taktik

Anhänger der rechtsextremen NPD im hessischen Friedberg. (picture alliance / dpa / Boris Roessler)
Anhänger der rechtsextremen NPD im hessischen Friedberg. (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

Die Betreiberin des Online-Portals "Netz gegen Nazis", Simone Rafael, wertet die zurückhaltenden Reaktionen der NPD und der neonazistischen Szene auf die von Rechtsextremen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" begangenen Morde als Taktik.

"Die NPD hat oft genug gezeigt, dass sie Gewalt als ein völlig probates Mittel für ihre Politik ansieht", sagte die Journalistin. "Aber natürlich ist es eine taktische Überlegung, jetzt, wo auch ein NPD-Verbot überall diskutiert wird, sich erstmal davon zu distanzieren." Doch gebe es beispielsweise einige rechtsextreme Bands, die "schon im Vorfeld diese Terrororganisation und auch ihre Morde besungen und hymnisch gefeiert haben."

Dass der Mordserie auf den Internet-Seiten der rechtsextremen Szene nicht offen "applaudiert" werde, habe sie nur anfangs überrascht. Als eine mögliche Erklärung für die Zurückhaltung nannte Rafael, dass es mit der Solidarität in der rechtsextremen Szene offenbar nicht weit her sei. Viele Gruppierungen bezögen die Mordserie und die Ermittlungen auf sich selbst und befürchteten, nun selbst ins Visier einer Strafverfolgung zu geraten. "Und dann ist sich in dieser Szene offenbar jeder selbst der Nächste und hat Angst, dass jetzt Dinge verboten werden, die ihnen wichtig sind."

Sie können das vollständige Gespräch mit Simone Rafael mindestens bis zum 17.04.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.

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