Seit 10:07 Uhr Lesart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 10:07 Uhr Lesart
 
 

Lesart / Archiv | Beitrag vom 06.01.2016

Frl. Krise und Frau Freitag: "Gangster in der Aula"Die lustigen Seiten des Schullebens

Frl. Krise und Frau Freitag im Gespräch mit Frank Meyer

Schüler lernen im Geschichtsunterricht an einer Hauptschule in Arnsberg (Sauerland).  (dpa / picture alliance / Fabian Stratenschulte)
Der Klassenraum wird zum literarischen Ort: In den Büchern von Frl. Krise und Frau Freitag. (dpa / picture alliance / Fabian Stratenschulte)

Mit Schul-Krimis sind die unter Pseudonym schreibenden Pädagoginnen Frl. Krise und Frau Freitag bekannt geworden. Auch in ihrem neuen Buch zeigen sie Schule nicht nur als Problemfall: Mit Kindern und Jugendlichen sei es oft auch sehr lustig, sagt Frl. Krise.

Ein ganzes Lehrerkollegium wird von Bankräubern nach der Weihnachtsfeier als Geisel genommen. Davon erzählt das Buch "Gangster in der Aula", das zwei Lehrerinnen geschrieben haben: Unter ihren Pseudonymen – Frl. Krise und Frau Freitag. Das Bestseller-Duo schreibt unter falschem Namen, um sich Ärger mit ihren Schulen und Schülern zu ersparen.

Während dieser im Buch geschilderten Geiselnahme offenbaren sich bisher verborgene Seiten der Lehrer:  Neid, Boshaftigkeit oder Geltungsdrang. In einer solchen Situation zeigten sich bei allen Menschen dunkle Seiten, sagte Frau Freitag im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Sie selber sei zwar sehr gerne Lehrerin, trage aber als Rollenfigur des Romans auch viele negative Züge:

"Ich bin die ganze Zeit recht ungehalten, weil ich aufgehört habe zu rauchen. Also hat auch Frau Freitag, meine Rollenfigur, aufgehört zu rauchen.  Bei Frl. Krise kommt zutage, dass sie manchmal so Tester im Drogeriemarkt klaut." 

Der Erfolg komischer Schulgeschichten 

Der Erfolg komischer Schulgeschichten jenseits der Bücher des Bestseller-Duos  erkläre sich aus der Realität des Schullebens, meinte die Ko-Autorin Frl. Krise:

"Es ist ein Feld, aus dem jahrzehntelang immer nur Schweres berichtet wurde, was alles schief geht und so weiter. Dann gab es eine Flut von Neuerungen in den Schulen. Aber das in der Schule auch Leben ist – auch lustiges Leben -, das wurde eigentlich nie berichtet. Und das haben wir dann mal gemacht."

Schule bestehe nicht immer nur aus Problemen, sagte die inzwischen pensionierte Frl. Krise. Sie habe den Lehrerberuf immer auch als "lustigen Beruf" empfunden – sonst hätte sie den Schulalltag gar nicht ausgehalten:

"Ich war 40 Jahre im Schuldienst. Ich konnte immer ein Stück neben mir stehen und auch die Situation beobachten. Und das wirklich oft sehr lustig. Mit Kindern und Jugendlichen zusammen zu sein, ist einfach lustig."

Frl.Krise und Frau Freitag ermitteln: Gangster in der Aula
Rowohlt Verlag, Reinbeck 2015
333 Seiten, 14,99 Euro

Mehr zum Thema

Förderprojekt für Hamburger Schüler - Begabte Kinder konsequenter fördern
(Deutschlandradio Kultur, Länderreport, 05.01.2016)

"Gute Schule in Sachsen kostet Geld"
(Deutschlandfunk, Campus & Karriere, 26.03.2012)

Sprache als Schlüssel zur Integration
(Deutschlandfunk, Aus Kultur- und Sozialwissenschaften, 02.12.2010)

Lesart

Gisela von Wysocki: "Wiesengrund"Mit Adorno unter der Bettdecke
Die Füße einer Frau ragen unter einer Bettdecke hervor (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)

In dem Roman "Wiesengrund" – benannt nach dem jüdischen Familiennamen von Theodor W. Adorno – verliebt sich die Schülerin Hanna in die Radiostimme des Philosophen. Später studiert sie bei ihm in Frankfurt am Main. Ein aufregender Bildungsroman von Gisela von Wysock.Mehr

"Creative Writing"-Kurs im IrakSchreiben als Antwort
Der Schriftsteller Najem Wali im Studio von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Annette Bräunlein)

Erbil, Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Irak, ist geprägt von Krieg und Gewalt. Was kann man dem blutigen Alltag entgegensetzen? Kultur . Ein Schreibkurs, beispielsweise. Der Schriftsteller Najem Wali hat es getan.Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur