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Thema / Archiv | Beitrag vom 25.07.2011

Friedensforscher kritisiert "negative Toleranz" in Norwegen

Johan Galtung: Niemand hat den Attentäter wirklich ernst genommen

Der norwegische Friedens- und Kofliktforscher Johan Galtung.
Der norwegische Friedens- und Kofliktforscher Johan Galtung.

Eine falsch verstandene Toleranz in Norwegen ist nach Ansicht des norwegischen Friedens- und Konfliktforschers Johan Galtung mitverantwortlich für den Anschlag in Oslo und das Massaker auf der Ferieninsel Utoya.

Galtung sagte, Toleranz habe zwei Seiten. So seien auch die Ansichten des Attentäters Anders Behring B. toleriert worden: "Aber diese Toleranz ist eine negative Toleranz, in dem Sinne: man lässt es passieren." Niemand sei auf B. eingegangen und habe ihm gesagt, es sei Wahnsinn, was er verbreite - und niemand habe ihn zur Debatte herausgefordert und wirklich ernst genommen: "Ich glaube, das ist gefährlich", sagte Galtung.

Ideologisch wende sich Anders Behring B. vor allem gegen den Multikulturalismus - dies sei eine Modernisierung, ein "Update" des Rassismus, sagte Galtung. Der Friedensforscher bezeichnete B. auch als Neofaschisten. B. hasse Marxisten und Sozialdemokraten, sei aber nicht wie die Nazis gegen die Mischung von Rassen, sondern gegen die von Kulturen. Zudem hänge B. der Idee vom "Bürgerkrieg in Europa" an. In diesem Sinne sei B. ideologisch mehr Europäer als Norweger.

Das vollständige Interview können Sie bis mindestens zum 25.12.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-demand-Angebot nachhören.

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