Seit 09:05 Uhr Im Gespräch
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 23.08.2005

Frangi: "Chance auf Frieden im Nahen Osten"

Nach dem Rückzug Israels aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland

Abdallah Franghi, Generaldelegierter der PLO in Deutschland (AP)
Abdallah Franghi, Generaldelegierter der PLO in Deutschland (AP)

Abdallah Frangi, palästinensischer Generaldelegierter in Deutschland und Chef der Fatah-Organisation im Gazastreifen, sieht nach dem Rückzug der Israelis aus den besetzten Gebieten positive Zeichen für den Nahost-Friedensprozess. Wenn sich die Israelis auch noch von der Westbank und Ost-Jerusalem zurückzögen, bestehe eine reelle Chance auf Frieden im Nahen Osten zwischen Israelis und Palästinensern.

Befürchtungen, der Abzug könne radikale Palästinenser zu weiterer Gewalt ermuntern, teilt Frangi nicht. Die Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad seien inzwischen in das palästinensische System eingebettet. Damit müssten sie auch die Demokratie unterstützen und den bewaffneten Kampf einstellen.

Eine Gegenleistung der Palästinenser an die Israelis hält Frangi nicht für notwendig. Das geräumte Land sei palästinensisches Land, die Siedler hätten es 38 Jahre lang besetzt. Außerdem würden sie für den Rückzug durch den israelischen Staat großzügig entschädigt, erklärte Frangi. Er fügte hinzu, die Israelis sollten zufrieden sein, mit dem was sie jetzt hätten. "Es ist ein großes Geschäft für die Israelis. Sie sollten uns jetzt in Ruhe lassen und wir werden sie dann auch in Ruhe lassen."

Nach dem Rückzug der Siedler sind nach der Auffassung Frangis auch die Chancen für eine Rückkehr zur Roadmap gestiegen: "Die Voraussetzungen dafür sind mit dem Abzug aus Gaza vorhanden." Er fügte hinzu, nur hätten die Palästinenser die Befürchtung, dass Scharon die Siedlungen in der Westbank ausweiten wolle. "Die Palästinenser hofften nun auf eine andere Entwicklung, nachdem die Israelis gesehen hätten, dass die Palästinenser zu nachbarschaftlichen Beziehungen bereit seien, wenn sie ihre Rechte bekämen.

Frangi betonte: "Scharons Abzug ist ein mutiger Schritt in die richtige Richtung." Wenn nun die Israelis sich auch noch von der Westbank und aus Ost-Jerusalem zurückzögen, "ist eine reelle Chance vorhanden, dass wir als Nachbarn nebeneinander leben können".

Interview

175 Jahre Karl MayDie Lust am Reisen in Gedanken
Der französische Schauspieler Pierre Briece als Winnetou und der britisch-amerikanische Schauspieler Stewart Granger (r) in der Rolle des Old Surehand in einer Karl-May-Verfilmung Anfang der 60-er Jahr in Jugoslawien (picture alliance / dpa / rialto)

Er unternahm fiktive Reisen an reale und imaginäre Orte, reiste als Old Shatterhand nach Nordamerika und als Kara Ben Nemsi in den Orient: Der Erfolg von Karl Mays Romanen lag in der Kombination von real Möglichem mit Imaginärem und starken Charakteren, sagt der Literaturwissenschaftler Werner Nell. Mehr

Spielzeugmuseum in Nürnberg Barbie - forever young
Blick auf einen Teil der Barbie-Puppen-Sammlung von Bettina Dorfmann in ihrem Haus in Düsseldorf, die mit ihren 2500 Barbies und Zubehör nicht nur eine der größten Privatsammlungen weltweit besitzt, sondern auch die einzige "Fachärztin für Barbie-Chirurgie" ist. (picture-alliance/ dpa / Horst Ossinger)

Die Barbies im Spielzeugmuseum Nürnberg sollen ihre Schönheit behalten. Deshalb gibt es ein Forschungsprojekt, dass prüft, wie sich der Kunststoff so konservieren lässt, das auch die Nachwelt noch Freunde an den Puppen hat, sagt die Direktorin Karin Falkenberg. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur