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Kulturnachrichten

Donnerstag, 7. Januar 2016

Franckesche Stiftungen ziehen Antrag zurück

Langfristig will die Stiftung aber weiter auf die Unesco-Liste

Direktor Thomas Müller-Bahlke ist überzeugt, "dass damit am meisten Schaden von den Franckeschen Stiftungen abgehalten werden kann". Die Entscheidung fiel heute auf einer Sitzung des Stiftungskuratoriums. Mit ihrem Rückzug der Bewerbung zogen die Franckeschen Stiftungen die Konsequenz aus einer Bewertung des Internationalen Rates für Denkmalpflege (Icomos). Bei den Experten war der Antrag Anfang Dezember komplett durchgefallen. Icomos bereitet die Entscheidung für das Welterbekomitee vor. In der Regel folgt die Unesco der Empfehlung. Die Franckeschen Stiftungen wurden 1698 von dem evangelischen Theologen und Pädagogen August Hermann Francke (1663-1727) als Armenschule und Waisenanstalt gegründet. In der Folge entstand eine Schulstadt, zu der heute mehr als 40 Bildungs- und Sozialeinrichtungen gehören. Nach Auffassung der Franckeschen Stiftungen handelt es sich bei dem Ensemble um eine international beispielgebende Architektur.

Comic-Festival reagiert auf Sexismus-Vorwürfe

Autoren sollen nun über Preisträger in Angoulême entscheiden

Das internationale Comic-Festival in Angoulême hat entschieden, seine Nominierten-Liste zurückzuziehen und der Gemeinschaft der Comic-Autoren die Wahl des Preisträgers zu überlassen. Das gab die Festivalleitung heute bekannt. Zahlreiche namhafte Autoren hatten in den vergangenen Tagen angekündigt, das Festival zu boykottieren, weil auf der unsprünglich veröffentlichten Liste 30 Männer, aber keine Frau gestanden hatte. Viele männliche Autoren schlugen weibliche Kolleginnen für die Auswahl vor, nachdem die Festival-Leitung sich mit dem Argument verteidigt hätte, dass es "nun mal wenige bekannte Comic-Zeichnerinnen gebe". Der Comic-Künstler Daniel Clowes bezeichnete die Nominierten-Liste als "lächerliches und peinliches Debakel". Auch Frankreichs Kulturministerin Fleur Pellerin hatte sich in die Debatte eingemischt und die Auswahl als "anormal" bezeichnet. Einzige weibliche Preisträgerin bisher war Florence Cestac im Jahr 2001. Das Comicfestival in Angoulême ist das wichtigste europäischen Festival des Genres. Die 43. Ausgabe beginnt am 28. Januar.

Chef des Hansa Tonstudios in Berlin gestorben

Sven Meisel wurde 49 Jahre alt

Der Chef des legendären Hansa Tonstudios in Berlin, Sven Meisel, ist tot. Der Musikverleger sei nach kurzer, schwerer Krankheit gestern im Alter von 49 Jahren gestorben, teilte eine Sprecherin der Meisel Musikverlage mit. "Sein Tod kam für alle sehr plötzlich und unerwartet." Meisel leitete in dritter Generation das Familienunternehmen Meisel Musikverlage, das Label Monopol und das Hansa Tonstudio. Einst hatten in dem Studio in der Nähe vom Potsdamer Platz Größen wie David Bowie und Iggy Pop Platten aufgenommen. Meisel war seit 1998 neben seinem Vater geschäftsführender Gesellschafter der Meisel Musikverlage, seit 2014 alleiniger Inhaber.

"Krautreporter" startet Videoportal für Flüchtlinge

"Yallah Deutschland" erscheint auf Deutsch und Arabisch

Das Internet-Magazin "Krautreporter" hat ein zweisprachiges Videoportal für Flüchtlinge gestartet. Der Grundgedanke des Angebots "Yallah Deutschland" sei, dass sehr viele Menschen nach Deutschland gekommen seien und nun Informationen benötigten, erklärte "Krautreporter". Die Beiträge für, von und über Flüchtlinge sollen zunächst auf Arabisch und Deutsch verfügbar sein. "Yallah Deutschland" ist für die Nutzung auf Smartphones und via Facebook ausgelegt. Die Beiträge werden erstellt von Journalisten und Laien. Im ersten Beitrag stellt ein Flüchtling aus Syrien die Frage, warum so viele Hunde in Deutschland leben. In Berlin findet er Antworten. Das Projekt ist nach Angaben von "Krautreporter" mit Hilfe einer Förderung des Medieninnovationszentrums Babelsberg finanziert.
Für die Zeit danach werden noch Unterstützer gesucht.

Grass-Roman "Grimms Wörter" wird vertont

Künstler sind Jazz-Musiker Günter Sommer und Lyrikerin Nora Gomringer

Ein Jahr nach dem Tod des Schriftstellers Günter Grass erscheint im April eine Hörform seines Romans "Grimms Wörter". Der Dresdner Jazz-Schlagzeuger und Musik-Professor Günter "Baby" Sommer hat das Werk vertont, wie der Göttinger Steidl-Verlag mitteilte. Die Texte werden von der schweizerisch-deutschen Lyrikerin Nora Gomringer gesprochen. Grass war am 15. April 2015 gestorben. In seinem 2010 veröffentlichten, stark autobiografisch gefärbten Buch "Grimms Wörter" erzählt er das Leben der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, die seit 1838 an einem Wörterbuch der deutschen Sprache arbeiteten. Sommer und Gomringer wollen mit ihrer Produktion auch auf Tournee gehen. Premiere ist des 70-minütigen Stücks ist am 17. April im Theater Lübeck.

Deutschland kauft Haus der Widerstandskämpfer

Botschafterin bewoht historische Villa in Slowenien

Das Auswärtige Amt hat als Residenz der deutschen Botschaft in Slowenien eine historische Villa gekauft, in der die Widerstandsbewegung gegen Hitler im Zweiten Weltkrieg gegründet worden war. Die Verwaltung der Hauptstadt Ljubljana habe kein Geld auftreiben können, um die als nationales Kulturerbe geführte Villa übernehmen zu können, berichtete die wichtigste slowenische Zeitung "Delo". Die Botschaft bestätigte den Kauf. Schon seit 2013 wohne Botschafterin Anna Elisabeth Prinz in der Villa als Mieterin. Laut "Delo" hat auch der Veteranenverband nichts gegen diesen Kauf, weil die Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden traditionell bestens sei.

Ai Weiwei stellt Werke in Pariser Kaufhaus aus

Ai: Arbeit unter anderen Bedingungen als in Museum oder Galerie

In einem bekannten Pariser Kaufhaus stellt der chinesische Künstler und Dissident Ai Weiwei einige seiner Werke aus. Im Nobel-Warenhaus Bon Marché startet am 16. Januar eine Ai-Weiwei-Ausstellung über das Thema Kindheit. Bis zum 20. Februar werden in dem Geschäft riesige Strukturen, 3-D-Figuren und Drachen aus Bambus und Seidenpapier zu sehen sein. Ai erklärte, in einem Kaufhaus auszustellen bedeute, "ein neues Medium" zu nutzen und "einem neuen Publikum zu begegnen, das so zahlreich ist wie in einem Museum, das aber im Prinzip nicht kommt, um Kunst zu sehen". " Der berühmteste zeitgenössische Künstler Chinas war im Jahr 2011 wegen seines Einsatzes für Demokratie für insgesamt 81 Tage inhaftiert. Im Juli vergangenen Jahres erlaubten die chinesischen Behörden ihm die Ausreise. Ai Weiwei reiste daraufhin nach Europa, unter anderem nach Berlin, wo er derzeit eine Gastprofessur an der Universität der Künste hat. Vergangene Woche kündigte er an, er wolle ein Mahnmal für Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos errichten.

New Yorker Philharmoniker trauern um Pierre Boulez

Franzose leitete US-Orchester in den 1970er Jahren

Die New Yorker Philharmoniker trauern um ihren früheren Chefdirigenten Pierre Boulez. Nach dem Tod des renommierten Komponisten und Dirigenten im Alter von 90 Jahren werde man ihm alle für diese Woche geplanten Konzerte widmen, teilte das Orchester mit. Der derzeitige Chefdirigent, Alan Gilbert, sagte, für ihn persönlich sei Boulez auch ein «immer großzügiger Mentor und Freund» gewesen. Boulez hatte die New Yorker Philharmoniker von 1971 bis 1977 geleitet. Auch die Veranstalter der Grammys äußerten sich zum Tod des französischen Komponisten. Boulez, der im Lauf seiner langen Karriere insgesamt 26 Grammys einsammeln konnte, habe «sowohl die großen Meister respektiert als auch die neue Musik vorangebracht».

Musik- und Filmpreis "People's Choice Award" verliehen

Sängerin Taylor Swift gewinnt zwei Preise

In Los Angeles ist in der Nacht der People's Choice Awards verliehen worden. US-Sängerin Taylor Swift wurde sowohl als beste Sängerin als auch als bester Pop-Star geehrt. Die Vergabe der People's Choice Awards basiert hauptsächlich auf Online-Abstimmungen von Fans. Sandra Bullock und Channing Tatum holten bei der 42. Verleihung die Preise als beliebteste Schauspieler. Johnny Depp und Dakota Johnson wurden zu den besten Drama-Darstellern gekürt. Zwei Trophäen gingen an die Komikerin Melissa McCarthy, als beste Film- und Fernsehkomödiantin. Einen Doppel-Sieg trug auch "Fast & Furious 7" als beliebtester Film und Action-Film davon. Weitere Preise gingen an Justin Bieber, Madonna und Britney Spears.

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Fotografin Candida HöferGespür für gläsernes Licht
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