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Kompressor | Beitrag vom 13.01.2016

Frage des Tages Wie gefährlich erleben Sie Istanbul?

Erdogan Altindis im Gespräch mit Max Oppel

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Die Sultan-Ahmed-Moschee (Blaue Moschee) in Istanbul (imago stock & people)
Die Sultan-Ahmed-Moschee - auch genannt: Blaue Moschee - in Istanbul: In der Nähe hat ein Selbstmordattentäter zehn Menschen mit in den Tod gerissen. (imago stock & people)

Die Lage in Istanbul ist angespannt, nicht erst seit dem Attentat am Dienstagmorgen. Mindestens sechs Monate schon treibt viele ein mulmiges Gefühl um, sagt der Maler und Architekt Erdogan Altindis. Er lebt in Istanbul, vermietet dort Apartments an Touristen und weiß morgens nie, wer seine Istanbul-Reise mal wieder abgesagt hat.

Die Liebe zu Istanbul, mit der Altindis potentielle Übernachtungsgäste laut seiner Homepage anstecken will - sie wird gerade auf eine harte Probe gestellt.

Vor allem aus der Sicht des Künstlers. Altindis bezieht seine Inspiration als Maler aus Istanbul, er malt gerne Istanbul-Panoramen. Und er bindet gerne in seine Bilder ein, was er gesellschaftlich beobachtet - beispielsweise an Wände gesprayte Sprüche und Slogans im Zuge der Gezi-Proteste.

Jetzt aber fällt dem Maler nichts mehr ein, ihm fehlt Muße, Ruhe, die Kraft zum Nachdenken. Keine neuen Bilder entstehen. Ein Phänomen, das Altindis auch bei anderen Künstlern in den vergangenen Monaten beobachtet hat.

Druck von allen Seiten

"Die Stimmung ist sehr bedrückt", sagte Altindis im Deutschlandradio Kultur. Istanbul habe eigentlich so viel zu bieten und begeistere jeden. Seit einem halben Jahr sei aber diese Stimmung gestört, weil es zu diesen Anschlägen komme. "Man kommt leider nicht zur Ruhe, um sich hinzusetzen, anzulehnen und die Schönheit des ganzen zu betrachten." Hinzukomme, dass die Künstler in der Türkei auch von der Regierung attackiert würden. 

Das Leben geht weiter

Nach den Anschlägen höre man nach ein paar Tagen auf, darüber nachzudenken. "Das Leben geht weiter", sagte der Künstler. Es handele sich um eine neue Lebensform, mit der man sich als Europäer oder auch als Weltbürger arrangieren müsse. "Die Welt hat sich in vielerlei Hinsicht geändert."    

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