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Kompressor | Beitrag vom 21.07.2015

Frage des TagesPhilosophie-Emoticons: Warum ist Peter Handke ein Giftpilz?

Thorsten Jantschek im Gespräch mit Christine Watty

Nils Markwardt twittert Emoticons, die für bestimmte Philosophen und Schriftsteller stehen. (Screenshot des Twitter-Accounts von Nils Markwardt / Maurice Wojach)
Nils Markwardt twittert Emoticons, die für bestimmte Philosophen und Schriftsteller stehen. (Screenshot des Twitter-Accounts von Nils Markwardt / Maurice Wojach)

Nils Markwardt verwandelt Sartre in ein Rotweinglas und Handke in einen Giftpilz. Der Redakteur des Philosophie-Magazins ordnet Schriftstellern und Philosophen Emoticons zu. Philosophie-Redakteuer Thorsten Jantschek versucht sie uns zu erklären.

Na klar, der Schriftsteller Peter Handke ist manchmal giftig. Aber ist das der Grund, warum er auf dem Twitter-Account von Nils Markwardt einem Fliegenpilz zugewiesen wird? Warum steht eine Büroklammer für Luhmann und Bourdieu kommt erst gar nicht vor?

Philosoph und Journalist Markwardt setzt Emoticons ein, als seien sie die Nachfolger des Aphorismus'. Damit könnte er eine neue Ära der Zeichensprache in der Philosophie einleiten. Zunächstmal wirft Nils Markwardt aber viele Fragen auf, etwa nach der Explosionskraft der Philosophie von Slavo Zizek, schließlich erscheint er als Pistole.

Ein Rotweinglas für Sartre

Philosophie-Redakteur Thorsten Jantschek erklärte im Gespräch mit Christine Watty, was es mit den Emoticons auf sich hat. Sehr schlüssig sei der Giftpilz, durch den Handke dargestellt wird. Der Schriftsteller habe ein Werk namens "Versuch über den Pilznarren" geschrieben - "und er ist ja auch kein einfacher Mensch". 

Auf dem Display eines iphone 6 ist am 20.03.2015 ein Chatverlauf der App "WhatsApp" mit Emoticons zu sehen. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)Smileys und Co. - Emoticons gehören zum Grundschatz digitaler Gesprächskultur (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Manche Emoticons, so Jantschek, sollten doch etwas mehr mit dem eigentlichen Werk der Philosophen und Schriftsteller zu haben. Ein Beispiel: das Rotweinglas, das Jean-Paul Sartre darstellt. "Er war in der Tat ein sehr exzessiver Rotwein-, aber auch Scotch-Trinker, aber das führt doch etwas weit weg von dem Philosophen Sartre", sagte Jantschek. Schließlich heiße sein Hauptwerk nicht "Der Wein und das Nichts", sondern "Das Sein und das Nichts".

Mehr zum Thema:

Auf der Suche nach dem gelben Smiley
(Deutschlandfunk, Corso, 17.05.2013)

Emoticons - Happy Birthday, Smiley!
(DRadio Wissen, Besserwissen 2012, 27.12.2012)

Fazit

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