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Kulturnachrichten

Dienstag, 8. März 2016

Fotograf Stan Douglas erhält Hasselbladpreis

Die renommierte schwedische Auszeichnung ist mit 110 000 Euro dotiert

Der kanadische Künstler Stan Douglas ist der Gewinner des diesjährigen Hasselbladpreises für Fotografie. Wie die Stiftung im schwedischen Göteborg heute bekanntgab, soll der 55-Jährige den mit 110 000 Euro dotierten Preis am 17. Oktober überreicht bekommen. "Stan Douglas ist ein Künstler von außergewöhnlicher Bedeutung, seine starken fotografischen Arbeiten und sein Video- und Filmwerk erfahren internationale Anerkennung", begründete die Jury die Auszeichnung. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten stehe ein starkes Interesse und Engagement für soziale Fragen wie Rasse, Geschlecht, Identität und postkoloniale Politik.

Kulturrat setzt vier Einrichtungen auf Rote Liste

Die höchste Warnstufe gab es für Künstleratliers am Karlsruher Hauptbahnhof

Auf der Kulturrat-Liste bedrohter Kultureinrichtungen stehen vier neue Einträge. Wie der Deutsche Kulturrat mitteilte, sorgt er sich um Ateliers in Karlsruhe, ein jüdisches Theater in Rostock, die kulturelle Bildung an Hessens Schulen und um das Englische Theater in Frankfurt am Main. Der Kulturrat ist eine Dachorganisation von mehr als 200 Bundeskulturverbänden. Die höchste Warnstufe vergab er für 25 Künstlerateliers hinter dem Karlsruher Hauptbahnhof, die nach Angaben des Kulturrats geräumt werden sollen. Er stufte auch das jüdische Theater "Mechaje" in Rostock als gefährdet ein, dessen Förderung reduziert worden sei. Dem English Theatre in Frankfurt fehle ebenfalls ein Teil der Basisfinanzierung, nachdem ein Geldgeber abgesprungen sei. In Hessen sieht der Kulturrat den "Bereich der kulturellen Bildung an Hessens Schulen durch deutliche Kürzungen des Kultusministeriums" bedroht.

KZ- und Todesmarsch-Überlebender Max Stern gestorben

Er wurde 94 Jahre alt

Max Stern (94), Überlebender des NS-Konzentrationslagers Sachsenhausen, ist am 11. Februar in Melbourne in Australien gestorben. Das teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Oranienburg heute mit. Der aus Bratislava stammende Stern habe als eindrucksvoller Zeitzeuge immer wieder von seinen Erfahrungen berichtet. Bis auf zwei Schwestern verlor er die ganze Familie im Holocaust. Nach Kriegsende sei Stern nach Melbourne ausgewandert. Stiftungsdirektor Günter Morsch würdigte ihn als "großen Freund der Gedenkstätte Sachsenhausen, der uns auch über die große räumliche Distanz hinweg eng verbunden war."

Schum-Städte finden Motto

Drei Städte am Rhein bewerbern sich als Unesco-Welterbe

Die Städte Speyer, Worms und Mainz, die wegen ihres gemeinsamen jüdischen Erbes Unesco-Welterbe werden wollen, haben ein Motto für ihre Bewerbung gewählt: "Schum-Städte am Rhein - Jüdisches Erbe für die Welt" lautet der Slogan, wie der Verein Schum-Städte heute in Worms mitteilte. Das Motto soll bewirken, dass die jüdische Geschichte der drei Städte noch enger zusammengesehen wird. Die Bezeichnung "Schum" geht auf die Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, hebräischen Namen der drei Städte zurück: Schin (Sch) für Schpira (Speyer), Waw (U) für Warmaisa (Worms) und Mem (M) für Magenza (Mainz). Sie waren im Mittelalter Zentren jüdischer Gelehrsamkeit. Die Kultusminister von Bund und Ländern haben die "Schum"-Städte 2014 auf ihre Bewerbungsliste gesetzt. 2020 werden bei der Unesco in Paris die entsprechenden Unterlagen eingereicht, die Entscheidung soll 2021 fallen.

Verschuldete Arena di Verona bekommt Hilfe

Mobile Überdachung geplant

Die weltberühmte Arena di Verona ist tief verschuldet. Jetzt will die Stadtverwaltung die wirtschaftlichen Probleme der zuständigen Stiftung mittels einer Sonderfinanzierung eindämmen, berichtete heute die italienische Zeitung "Il Sole 24 Ore". Wie hoch diese ausfallen soll, blieb unklar. Insgesamt beliefen sich die Schulden derzeit auf 24 Millionen Euro, hieß es. Selbst die Gehälter der Mitarbeiter müssten in diesem Monat verspätet gezahlt werden. Vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass das in Verona ansässige Modeunternehmen Calzedonia einen internationalen Wettbewerb für den Entwurf eines mobilen Überdachungssystems finanzieren will. Bis zum 9. September können Architekten und Ingenieure Ideen einreichen.Durch das ausfahrbare Dach soll eine Verlängerung der Opernsaison in dem Freilichttheater ermöglicht werden. Die Arena di Verona in Norditalien ist eines der am besten erhaltenen Amphitheater des Landes, besonders berühmt für die tolle Akustik und bietet bis zu 22 000 Zuschauern Platz.

Lichtkünstler Heinz Mack wird 85

1957 gründete er mit Otto Piene die berühmte Künstlergruppe Zero

Der ZERO-Künstler Heinz Mack feiert heute seinen 85. Geburtstag. Er wolle noch "ein paar sehr wichtige Arbeiten realisieren", sagte Mack der Deutschen Presse-Agentur. Noch heute arbeitet er täglich sechs Stunden. Der 1931 im hessischen Lollar geborene Mack gründete 1957 mit Otto Piene die avantgardistische ZERO-Gruppe, der sich später Günther Uecker anschloss. Licht ist das zentrale Thema der Kunst des Documenta- und Biennale-Teilnehmers. Bekannt sind Macks futuristisch wirkende Lichtreliefs, Lichtrotoren, Stelen sowie seine abstrakte Malerei in leuchtenden Spektralfarben.

Daniel Falb erhält ersten Kurt Sigel-Preis für Lyrik

Die Auszeichnung wird vom PEN-Zentrum ausgeschrieben

Der in Berlin lebende Schriftsteller Daniel Falb bekommt den erstmals vom deutschen PEN-Zentrum ausgeschriebenen Kurt Sigel-Preis für Lyrik. Der 38-Jährige setze unter mehr als 1100 Einsendungen "Maßstäbe für die Qualität politisch und gesellschaftlich relevanter Poesie", teilte PEN in Darmstadt am Dienstag die Einschätzung der Jury mit. "In strömenden, tauchenden und steigenden Sprachbewegungen treibt er seinen Text Richtung Erkenntnisgewinn voran." Der Preis ist mit 4000 Euro dotiert. Er soll alle zwei Jahre vergeben werden. Die erste Verleihung ist für 21. April auf der PEN-Jahrestagung in Bamberg geplant. Stifter der Auszeichnung ist der Frankfurter Schriftsteller Kurt Sigel.

London: Morrissey will Bürgermeister werden

Tierschutz ist das große Thema des Ex-Smith-Sängers

Der Sänger Morrissey will Bürgermeister von London werden. Das meldete die britische Zeitung "The Guardian". Als Kandidat der Tierschutzpartei will der Sänger natürlich auch für Tierrechte kämpfen. Schlachthöfe bezeichnete er als „moderne Fortführung der Nazi-Konzentrationslager", Milchtrinker, so Steven Patrick Morrissey weiter, duldeten Foltersysteme. Auch zur Immigration äußerte er sich. Zwar habe er nichts gegen Menschen aus anderen Ländern, befürchte aber einen Verlust der britischen Identität. Für seine Kandidatur benötigt Morrissey noch 330 Unterschriften. Bekannt wurde er als Sänger der britischen Kultband "The Smith".

Bunte Gästeliste bei der Lit.Cologne

Von Martin Walser bis Til Schweiger sind alle dabei

Vom Schriftsteller Martin Walser bis zum Schauspieler Til Schweiger reicht die Gästeliste der diesjährigen Lit.Cologne. Das Kölner Literaturfestival beginnt heute abend um 20 Uhr zum 16. Mal und läuft bis zum Samstag kommender Woche (19. März). Beim letzten Mal kamen mehr als 100 000 Besucher - nach Veranstalterangaben ist es damit das größte Literaturfestival Europas. Wie immer wird das Festival privatwirtschaftlich organisiert - ohne Subventionen. Martin Walser will seinen neuen Roman "Ein sterbender Mann" vorstellen. Politisch wird es unter anderem mit Nadeschda Tolokonnikowa, der Mitbegründerin der russischen Punk-Band Pussy Riot: Sie präsentiert ihr Buch "Anleitung für eine Revolution". Bei einem Benefiz-Abend in der Lanxess-Arena diskutieren Prominente wie Bestseller-Autor Frank Schätzing und Schauspieler Til Schweiger über die Themen Flucht, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

AC/DC-Sänger Johnson droht Taubheit

Band sagt US-Konzerte ab

Die australische Hardrock Band AC/DC sagt die nächsten zehn Konzerte ihrer "Rock or Bust"-Welttournee in den USA vorerst ab. Wie die Band auf ihrer Webseite mitteilte, hat der Arzt dem Sänger Brian Johnson dazu geraten, die Tournee sofort abzubrechen, da ihm sonst der völlige Verlust seines Gehörs drohe. Johnson ist wegen seiner unverwechselbaren Falsettstimme berühmt. Die Konzerte sollen später nachgeholt werden. Möglicherweise mit einem Gastsänger. Mit mehr als 200 Millionen verkauften Alben weltweit gilt AC/DC als eine der ganz großen Bands der Musikgeschichte. Gegründet wurde sie 1973 vom Leadgitarristen Angus Young und seinem Bruder Malcolm. Auf dieser Tournee ist Malcolm nicht mehr dabei: Der 62-Jährige leidet an Demenz.

Straelener Übersetzerpreis an Brigitte Döbert

Ihre Übersetzung bringe "das Flittergold des Geredes zum Glänzen"

Der renommierte Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW geht in diesem Jahr an Brigitte Döbert für ihre Übertragung des Romans «Die Tutoren» des serbischen Autors Bora Cosic. Der Preis ist mit 25 000 Euro dotiert und wird in Kooperation mit dem Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen vergeben. Cosics Mammutwerk, eine in Slawonien angesiedelte Familienchronik, stelle mit seiner formalen und stilistischen Vielfalt eine "enorme Herausforderung" dar, zitierte das Kollegium heute aus der Jury-Begründung. Döberts Übersetzung bringe "das Flittergold des Geredes zum Glänzen und entlockt dem Volksmund Weltwissen". Zugleich würdigt der Preis das Lebenswerk Döberts, die zahlreiche Werke aus dem Englischen, Bosnischen, Kroatischen und Serbischen übersetzt hat.

Änderungen beim "Funkhaus Europa"

WDR-Rundfunkrat genehmigt umstrittene Reform

Der WDR-Rundfunkrat hat das neue Programmschema für den Sender "Funkhaus Europa" gebilligt. Damit kann es wie geplant zum 1. Juli in Kraft treten. Unter anderem soll es dann von montags bis freitags eine halbstündige Sendung in arabischer Sprache geben, die sich vor allem an Flüchtlinge richtet. Aber es werden andererseits die täglichen fremdsprachigen Sendungen von 60 auf 30 Minuten gekürzt. Außerdem werden einige Musiksendungen, die bisher am Wochenende laufen, neu aufgestellt und werktags zwischen 18.00 und 20.00 Uhr ausgestrahlt. Hintergrund sind auch Sparmaßnahmen. Auf change.org hatte eine Petition gegen die Änderungen mehr als 23.000 Unterzeichner gefunden.

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Der französische Schriftsteller Michel Houllebecq erhält den Frank-Schirrmacher-Preis. Man habe einen Autor ausgewählt, "der als Anreger und Visionär eine ebenso präzise wie hintergründige Sprache" pflege, heißt es von Seiten des Stiftungsrates.Mehr

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