Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 25.08.2014

FlüchtlingeLänder und Kommunen haben Entwicklung verschlafen

Pro Asyl gegen eine Obergrenze für Asylbewerber in Deutschland

Ein Kind in der türkischen Großstadt Istanbul. (AFP / Bulent Kilic)
Ein Kind in der türkischen Großstadt Istanbul. (AFP / Bulent Kilic)

Die Nachrichten werden derzeit von Krieg und Gewalt bestimmt. Ob in der Ukraine, in Syrien oder dem Irak: Weltweit sind Hunderttausende von Menschen auf der Flucht. "Pro Asyl" fordert eindringlich, mehr für die Flüchtlinge zu tun.

Die Flüchtlingshilfsorganisation "Pro Asyl" hat der Politik vorgeworfen, kein Konzept für die Aufnahme von Asylbewerbern und Kriegsflüchtlingen zu haben.

Momentan gingen die Bundesländer offenbar noch davon aus, dass die Konflikte in Syrien und dem Irak Deutschland nicht erreichen, sagte der Geschäftsführer und Mitbegründer der Organisation, Günter Burkhardt, im Deutschlandradio Kultur. Seine Organisation habe hingegen schon vor zwei Jahren gewarnt, dass sich die Bundesrepublik auf steigende Flüchtlingszahlen einstellen müsse. Bundesländer und Kommunen hätten diese Entwicklung aber verschlafen, kritisierte Burkhardt.

Der Bund muss die Kommunen bei der Aufnahme von Flüchtlingen mit Geld unterstützen

Es gebe bisher nur Ansätze für Aufnahme- und Integrationskonzepte, beklagte Burkhardt. Zumeist warteten die Kommunen, bis ihnen Asylsuchende zugeteilt würden. Dann gehe hektisch die Suche nach Unterkünften los. Burkhardt forderte die Bundesregierung auf, Städte und Gemeinden finanziell zu unterstützen. Die Aufnahme von Flüchtlingen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Zum Krieg im Irak sagte er, Europa lehne sich hier bequem zurück. Zur Hilfe gehöre auch, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Es müsse ein "Ende der Politik der Flüchtlingsabwehr" geben. Den Vorschlag von Bundesinnenminister de Maiziere, eine Obergrenze für Asylbewerber einzuführen, nannte Burkhardt populistisch. Dafür müsste unter anderem die europäische Menschenrechts-Konvention geändert werden.

Mehr zum Thema:

Europäische Union: Wann beginnt endlich Asylpolitik? (Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 25.08.2014)

Kurden im Irak: "Im Extremfall Flüchtlinge aufnehmen" (Deutschlandfunk, Interview, 25.08.2014)

Grosse Koalition: Debatte um Flüchtlinge aus dem Irak (Deutschlandfunk, Aktuell, 24.08.2014)

Flüchtlinge in Bayern: Überforderte Behörden und volle Heime (Deutschlandfunk, Deutschland heute, 22.08.2014)

Interview

Kollegin verstorbenGedenken an Katja Schlesinger
Deutschlandradio-Kultur-Moderatorin Katja Schlesinger (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Katja Schlesinger, Journalistin und Moderatorin bei Deutschlandradio Kultur, erlag am Wochenende ihrer Krebserkrankung. Im vergangenen Jahr sprach sie in Studio 9 über den Umgang mit der Krankheit. Mit der Wiederholung des Gesprächs möchten wir an eine wunderbare Kollegin erinnern.Mehr

Spinnen und RaumklimaBloß nicht totschlagen!
Eine Spinne in ihrem Netz vor dunklem Hintergrun (picture alliance/dpa/Romain Fellens)

Wer sie bei sich im Haus entdeckt, kennt oft keine Gnade. Dabei sind Spinnen völlig ungefährlich, sagt Melanie Medau-Heine von Bund Naturschutz. Im Gegenteil: Spinnen sind der achtbeinige Beweis dafür, dass daheim ein gutes Raumklima herrscht.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur