Seit 20:03 Uhr Konzert
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 20:03 Uhr Konzert
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 23.07.2015

FlüchtlingeBdV-Präsident Fabritius für zügigere Asylverfahren

Moderation: Christopher Ricke und Anke Schaefer

BdV-Präsident Bernd Fabritius, spricht am 07.11.2014 bei der Bundesversammlung des Bundes (dpa /picture alliance /Bernd von Jutrczenka)
Mitgefühl für Kriegsflüchtlinge, aber wenig Verständnis für die, die einfach nur ein besseres Leben in Deutschland haben wollen: BdV-Präsident Bernd Fabritius (dpa /picture alliance /Bernd von Jutrczenka)

Mit 400.000 Asylanträgen rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr, doppelt so vielen wie 2014. Vor diesem Hintergrund plädiert der CSU-Abgeordnete Bernd Fabritius für kürzere Asylverfahren und eine Erweiterung der Liste der sicheren Herkunftsländer.

In der Debatte um den Umgang mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen in Deutschland, fordert der CSU-Bundestagsabgeordnete und Präsident des Bundes der Vertriebenen, Bernd Fabritius, schnellere Verfahren für Asylbewerber aus sogenannten sicheren Herkunftsländern. Angesichts einer Anerkennungsquote aus Ländern wie Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina von weit unter einem halben Prozent solle außerdem die Liste sicherer "Drittstaaten" erweitert werden:

"Albanien, Montenegro, Kosovo wären solche Länder, in denen so gut wie keine Verfolgung stattfindet."  

Flüchtling ist nicht gleich Flüchtling

Der CSU-Politiker plädiert für eine differenzierte Betrachtung von Flüchtlingen, die nach Deutschland kämen. Wenn es sich um eine Flüchtlingsfamilie aus einem Kriegsgebiet handele, die ihre Heimat gezwungenermaßen verloren habe, fühle er "deutlich Empathie". Dieses Schicksal könnten viele Deutsche und viele Mitglieder des BdV, die nach dem Krieg aufgrund ethnischer Säuberungen die Heimat verloren hätten, sehr gut mitfühlen.

"Wenn es sich allerdings um Menschen handelt, die nicht diese Gründe vorweisen können, sondern die eine frei bestimmte Migrationsentscheidung getroffen haben, weil sie zum Beispiel in Deutschland wirtschaftlich ein besseres Leben erhoffen, was aus deren Sicht völlig legitim ist, sich aber als Missbrauch des Asylrechts darstellt. Dann habe ich dafür wenig Verständnis."

Mehr zum Thema:

CSU-Vorstoß - Streit um Flüchtlinge vom Westbalkan
(Deutschlandfunk, Aktuell, 23.07.2015)

Asylpolitik - Deutschland im Streit über Flüchtlinge
(Deutschlandfunk, Zur Diskussion, 22.07.2015)

Asyl-Debatte - Bayerns Innenminister gegen Blue Card für Flüchtlinge
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 21.07.2015)

Interview

Shimon Peres"Wir glaubten, er sei unsterblich"
Shimon Peres starb im Alter von 93 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. (dpa  /Picture alliance EPA  Abir Sultan)

Shimon Peres wollte Frieden zwischen Israelis und Palästinensern. Doch wie steht es heute um dieses Ziel? "Es mangelt am politischen Willen", meint Anita Haviv-Horiner, die in Israel für den deutsch-israelischen Austausch arbeitet. Mehr

Humor in der PolitikIronie macht Politiker menschlich
Bekannt für seinen Humor: Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Bundestag (dpa / picture alliance / Stephanie Pilick)

Politik gilt als ernstes Geschäft, doch Ironie müsse in ihr einen Platz haben, findet der Humorforscher Thomas Holtbernd. Als positive Beispiele nannte er Gregor Gysi und Wolfgang Bosbach. Diese Politiker seien in der Lage, sich selbst zu karikieren.Mehr

Mundarten in Deutschland Sterben unsere Dialekte aus?
Bayerin im Chiemgau mit Breitenstein und Geigelstein. (imago)

Berliner, die nicht berlinern oder Münchner, die nicht Bayerisch sprechen: Wird es irgendwann keine Dialekte mehr in Deutschland geben? Der Sprachwissenschaftler Sebastian Kürschner kann beruhigen: Ganz so schlimm wird es nicht kommen.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur