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Interview / Archiv | Beitrag vom 15.03.2016

Flucht aus IdomeniWer steckt hinter "Kommando Norbert Blüm"?

Julian von Löwis im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke

Flüchtlinge aus Idomeni durchqueren einen Grenzfluss Richtung Mazedonien (dpa / ©jacopo Landi/Wostok Press)
Flüchtlinge aus Idomeni durchqueren einen Grenzfluss Richtung Mazedonien (dpa / ©jacopo Landi/Wostok Press)

Bis zu zweitausend Menschen haben den Grenzfluss bei Idomeni in Richtung Mazedonien überquert, die meisten sind zu dem Flüchtlingscamp in Griechenland zurückgekehrt. Anlass des Exodus: ein Flugblatt vom "Kommando Norbert Blüm". Der ARD-Reporter Julian von Löwis berichtet aus Idomeni.

Hinter dem illegalen Grenzübertritt über einen Fluss in der Nähe des Flüchtlingscamps Idomeni nach Mazedonien steckt eine organisierte Aktion. Wer die Initiatoren des Flugblatt mit der Unterzeichnung "Kommando Norbert Blüm" sind, ist unklar. Der CDU-Politiker, der das Flüchtlingscamp besucht hat, distanziert sich von dieser Aktion.  

Lage ist unübersichtlich

Wie viele Menschen wieder nach Griechenland zurückgebracht wurden, ist auch unklar. "Die Lage ist unübersichtlich, wir wissen nicht, wie viele Menschen aufgebrochen sind", sagt von Löwis. Die Flüchtlinge beschweren sich über Gewaltanwendungen durch mazedonischen Sicherheitskräfte, die mazedonische Regierung widerspricht, Mazedonien distanziere sich von Gewalt.

Antrieb des Exodus war ein ominöses Flugblatt. "Das war ein professionell gemachter Flyer auf arabisch, in diesem Flyer waren gefährliche Halbwahrheiten oder sogar Falschnachrichten, die gestreut wurden". Die Quelle des Flugblattes ist nicht zurückverfolgbar.   

Die Menschen wollen unbedingt weg aus Idomeni - "sie leben hier in einem Zustand - das kann man gar nicht glauben," berichtet von Löwis. "Die Leute sind hier gestrandet, keiner will in Griechenland bleiben - die meisten wollen nach Westeuropa." 

Flüchtlinge aus Idomeni werden in dem mazedonischen Dorf Moin von Soldaten in Gewahrsam genommen. (picture alliance / EPA / Nake Batev)Flüchtlinge aus Idomeni werden in dem mazedonischen Dorf Moin von Soldaten in Gewahrsam genommen. (picture alliance / EPA / Nake Batev)

Der frühere Bundesminister ist momentan tatsächlich mit einem eigenen Zelt im Flüchtlingslager, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Der 80-Jährige beeilte sich, klar zu stellen, dass er nichts mit dem Flugblatt zu tun habe.

Der ehemalige Sozialminister Norbert Blüm besuchte das Flüchtlingslager in Idomeni  (picture alliance/dpa/Kay Nietfeld)Der ehemalige Sozialminister Norbert Blüm besuchte das Flüchtlingslager in Idomeni (picture alliance/dpa/Kay Nietfeld)

In Idomeni sitzen momentan rund 14.000 Menschen fest. Mazedonien hat seine Grenze zu Griechenland für Migranten praktisch geschlossen. Die Flüchtlinge hoffen trotzdem, noch über die Grenze nach Norden gelassen zu werden, um dann weiter in Richtung von Staaten wie Österreich, Deutschland oder Schweden ziehen zu können.

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