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Radiofeuilleton - Kino und Film / Archiv | Beitrag vom 18.04.2010

Finstere Zeit

"Min Dit" kommt in die Kinos

Von Wolfgang Martin Hamdorf

Marktszene in Diyarbakir (AP Archiv)
Marktszene in Diyarbakir (AP Archiv)

Bald kommt "Min Dit", der Debütfilm des kurdischstämmigen Regisseurs <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="193162" text="Miraz Bezar" alternative_text="Miraz Bezar" /> aus Berlin in die Kinos. Der Film führt zurück in die Neunzigerjahre, als die Unterdrückung im kurdischen Osten der Türkei ihren Höhepunkt erreichte und zeigt die schleichende Verelendung der Kinder eines von der Geheimpolizei ermordeten Journalisten.

Es ist Nacht geworden und die Familie ist auf dem Heimweg nach Diyarbakir. Auf der Straße werden sie von Zivilpolizisten angehalten. Der Ton der vermeintlichen Verkehrskontrolle wird immer schärfer. Der Vater kniet sich auf den Boden, um nach dem Reifen zu schauen. Seine Frau will ihn noch warnen, denn hinter ihm zieht der Polizist eine Pistole.

Ein Schuss trifft den Vater, ein zweiter die Mutter auf dem Beifahrersitz. Die Kinder haben sich auf der Rückbank zusammen gerollt. Es ist Krieg in Kurdistan. Aber kein offener. Wieder hat eine Todesschwadron der Geheimpolizei einen politisch unbequemen Journalisten ermordet. "Min Dit" geht zurück in die Neunzigerjahre als die Unterdrückung im kurdischen Osten der Türkei ihren Höhepunkt erreichte.

Nach und nach verlieren die zehnjährige Gülistan und ihr Bruder Firat die letzten Angehörigen, die Nachbarn, die alle in einer Situation politischer Spannung das Weite suchen. Dann verlieren sie die Wohnung und ihr Schwesterchen, ein kleines Baby, dass sie nicht mehr ernähren können: Der Film soll keine Wunden aufreißen sondern Verständnis fördern für die Einzelschicksalen kurdischer Straßenkinder im Westen der Türkei.

Im Film treffen das Mädchen und ihr kleiner Bruder auf den Straßen Diyarbakirs, eines Tages auf den Mörder ihrer Eltern. Die Kinder nehmen Rache, indem sie seine Verbrechen in seinem Wohnviertel öffentlich machen. Sie denunzieren ihn über Flugblätter und rufen die Namen seiner Opfer über die Lautsprecher des Minaretts aus. Aber danach verlassen sie die Stadt in eine ungewisse Zukunft in Richtung Istanbul.

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