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Kulturnachrichten

Dienstag, 12. Januar 2016

Fans trauern um David Bowie an Geburtsort in London

Gedenkfeiern auch in Berlin und New York

Hunderte Fans haben an David Bowies Geburtsort im Londoner Stadtteil Brixton des Musikers gedacht. Bowie war am Sonntag überraschend im Alter von 69 Jahren einer Krebserkrankung erlegen, die er bis dahin weitgehend geheim gehalten hatte. Fans legten Blumen vor dem Wandgemälde nieder, das Bowie mit seinem berühmten Blitz-Makeup zeigt, mit dem er 1973 als Bühnenfigur "Aladdin Sane" aufgetreten war. Auch in Berlin und New York versammelten sich zahlreiche Menschen an seinen früheren Wohnhäusern. In den 70er Jahren hatte Bowie einige Jahre in West-Berlin gelebt. Dort legten seine Anhänger am Montagabend vor seinem früheren Wohnhaus Bilder nieder und entzündeten Kerzen zu seinem Gedenken, so wie auch im New Yorker Viertel Soho, Bowies letztem Wohnort. David Bowie wirkte nicht nur als Musiker in der Rock- und Popszene, sondern auch in der Mode-, Film- und Theaterbranche.

"Trapp-Familie"-Star Ruth Leuwerik gestorben

Sie wurde 91 Jahre alt

Die Schauspielerin Ruth Leuwerik ist heute im Alter von 91 Jahren in München gestorben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld der Familie. Mit starken Frauenrollen wurde sie in den 50er Jahren zum Vorbild einer ganzen Generation. Großen Erfolg hatte Leuwerik mit dem Kinofilm «Die Trapp-Familie» über eine junge Nonne, die sich um die Kinder eines verwitweten Barons kümmert. In den 60er Jahren zog sich die Schauspielerin mehr und mehr aus dem Filmgeschäft zurück. Mit ihrem Filmpartner Dieter Borsche galt Leuwerik in den 50ern als Traumpaar des deutschsprachigen Kinos, neben Stars wie Maria Schell und O.W. Fischer oder Romy Schneider und Karlheinz Böhm.

Manager der Großbaustelle Berliner Schloss hört auf

Rettig überzeugte mit vorbildlichem Zeit- und Kostenplan

Manfred Rettig, der erfolgreiche Manager der Mammutbaustelle Berliner Schloss, gibt überraschend sein Amt im März ab. Das teilt die von ihm geführte Stiftung in Berlin mit. Der 63-Jährige hatte seit 2009 den auf 590 Millionen Euro veranschlagten Bau vorangetrieben. Das Projekt liegt bisher im Kosten- und Zeitplan und gilt damit angesichts der zahlreichen Bau-Desaster in Berlin als Vorzeigeprojekt. Rettig war wegen seiner Durchsetzungsfreude gelegentlich sogar als Manager für den Pannenflughafen BER gehandelt worden. Über seine Nachfolge bei der Schloss-Stiftung soll im März beraten und entschieden werden, teilte der Stiftungsrat mit.

Künstler Elmar Hillebrand ist tot

Er wurde 90 Jahre alt

Der Kölner Künstler Elmar Hillebrand ist tot. Der Vertreter der "Kölner Schule" verstarb nach Medienberichten bereits am Freitag im Alter von 90 Jahren. Werke von Hillebrand befinden sich im gesamten Bundesgebiet sowie in Europa und Israel. Er gestaltete zahlreiche Kirchen; eines seiner bedeutendsten Kunstwerke ist der Hauptaltar des Kölner Doms. Hillebrand wurde am 12. Oktober 1925 in Köln geboren. Er studierte von 1946 bis 1950 an der Düsseldorfer Kunstakademie und war Meisterschüler von Ewald Matare. Von 1964 bis 1988 lehrte er als Professor für Plastik an der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen. Bereits in den 50er Jahren schuf er Kunstwerke für wiederaufzubauende Kirchen im Rheinland und im Ruhrgebiet, darunter Figuren von Engeln, Heiligen oder Bischöfen. Er entwarf auch den Hauptaltar im Osnabrücker Dom. Seinen Nachlass vermachte der Vater von acht Kindern 2011 dem Historischen Archiv des Erzbistums Köln.

Streit um Achenbach-Bestseller beendet

Antrag auf einstweilige Verfügung wurde zurückgenommen

Der Rechtsstreit um strittige Passagen in einem Bestseller der Ehefrau des verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach ist beigelegt. Ein Antrag auf eine einstweilige Verfügung sei bereits am 22. Dezember zurückgenommen worden, sagte eine Sprecherin des Landgericht Köln. Die Anwälte der Witwe des Aldi-Erben Berthold Albrecht hatten darauf gedrängt, acht Passagen in dem Buch "Meine Wäsche kennt jetzt jeder" streichen zu lassen. Das Werk dreht sich um die Verhaftung des prominenten Kunstberaters, die Ermittlungen der Justiz und den Existenzkampf der Gattin Dorothee. Die Aldi-Witwe wird in dem Buch zwar namentlich nicht genannt, fühlt sich aber angegriffen. Achenbach war im März vergangenen Jahres wegen Millionenbetrugs an seinem Duzfreund Albrecht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden.

"Gutmensch" Unwort des Jahres 2015

Gerügt wurden "Gesinnungsterror" und "Empörungs-Industrie"

Gutmensch ist das Unwort des Jahres 2015. Das gab die sprachkritische Aktion "Unwort des Jahres" in Darmstadt bekannt. Als "Gutmenschen" seien 2015 insbesondere auch diejenigen beschimpft worden, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen, so die Jury. Mit dem Vorwurf "Gutmensch", "Gutbürger" oder "Gutmenschentum" würden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert. Auf Platz zwei wurden "Verschwulung" und "Hausaufgaben" im Zusammenhang mit Griechenland gewählt. Es ist das 25. Mal, dass die Jury ein "Unwort des Jahres" kürt. Die Aktion "Unwort des Jahres" soll auf undifferenzierten, verschleiernden oder diffamierenden öffentlichen Sprachgebrauch aufmerksam machen, Diskussionen über Sprache anregen und dadurch Sprachsensibilität und Sprachkritik in der Bevölkerung fördern.

Luk Perceval plant neues Theaterkonzept in Brüssel

Regisseur will multikulturelles Projekt 2018 starten

Der Belgische Regisseur und Theatermacher Luk Perceval plant für 2018 den Aufbau eines neuen, multikulturellen Theaters am Flämischen Nationaltheater in Brüssel. Für ihn sei die Belgische Hauptstadt, mit ihrer kulturellen Vielfalt, der ideale Ort, um ein neue Form von Theater zu erfinden. Dieses moderne Theater werde die einzigartige Zusammensetzung der Bewohner Brüssels, bestehend aus Europäern und Flüchtlingen, berücksichtigen und soll für dieses Spektrum an Kulturen und Nationalitäten identitätsstiftend sein, sagte der Regisseur heute in einem Gespräch bei Deutschlandradio Kultur. Luk Perceval ist seit der Saison 2009/2010 leitender Regisseur am Thalia Theater Hamburg und wird seinen bis 2019 laufenden Vertrag zugunsten der neuen Aufgabe in Brüssel vorzeitig beenden.

Weitere Kritik an Kulturgutschutzgesetz

Auktionshausgesellschafter Bernd Schultz sieht mehr Schaden als Nutzen

Der Gesellschafter des Berliner Auktionshauses Villa Griesebach, Bernd Schultz, stellt das geplante Kulturgutschutzgesetz in Frage. Er erkenne nicht den Sinn der Gesetzesnovelle, die nationales Kulturgut sichern möchte, aber bislang nur dazu geführt hat, dass hunderte wertvolle und wichtige Kunstwerke Deutschland bereits verlassen haben, schreibt er in einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Ein staatliches Vorkaufsrecht für herausragende Kulturgüter halte er für sinnvoller. Das neue Gesetz bringe Einschränkungen der Verkaufsrechte und damit einen Werteverlust mit sich. Es gebe fünf bis zehn Ausnahmewerke pro Jahr, so Schultz, die als für unsere Nation identitätsstiftend und herausragend eingestuft werden könnten - so die Kriterien für "nationales Kulturgut". Es gebe drängendere Probleme, als für eine Handvoll relevanter Werke neue Landesbehörden zu schaffen, so der Fachmann. Die Bundesregierung möchte mit der Neuregelung nationales Kulturgut besser vor Abwanderung ins Ausland schützen. Darüber hinaus sollen ausländische Kulturgüter besser vor illegaler Ein- und Ausfuhr bewahrt werden.

Maler Andreas Brandt mit 80 Jahren gestorben

Beschränkung auf gerade Linien machte ihn zum radikalsten Vertreter der Konkreten Kunst

Der Maler Andreas Brandt ist tot. Er starb im Alter von 80 Jahren nach längerer Krankheit am 4. Januar zu Hause im nordfriesischen Niebüll. 1935 in Halle/Saale geboren lebte Brandt seit 1986 in Niebüll und galt als einer der führenden Vertreter der Konkreten Kunst in Deutschland.
Brandt siedelte 1955 nach West-Berlin um und studierte Kunst. Später arbeitete er als freier Maler und leitete von 1983 bis 2001 die Klasse für Textildesign im Fachbereich Industrial Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. "Im Mittelpunkt seiner minimalistischen Bildsprache stand die Bildfläche selbst, die mit elementaren Mitteln - also mit Fläche und Farbe in ihrer Begrenztheit und Ausdehnung in Bewegung gesetzt werden und so im Bild autonomen Raum schaffen soll", hieß es auf der Internetseite der Hochschule. Mit mehreren Auszeichnungen wurde das Schaffen Brandts bedacht, darunter der Camille-Graeser-Preis (Zürich/1990) und der Fred-Thieler-Preis für Malerei (Berlin/1995). 2002 erhielt er den Nordfriesischen Kulturpreis für Literatur, Musik und Kunst.

Bibelübersetzung aus dem 14. Jahrhundert

Forschungsprojekt der Uni Jena wird mit 4,5 Millionen Euro gefördert

Lange vor Martin Luther (1483-1546) gab es bereits im 14. Jahrhundert die ersten Übersetzungen der Bibel ins Deutsche. Wissenschaftler der Universität Jena haben nun ein auf zwölf Jahre angelegtes Forschungsprojekt gestartet, um die Übersetzung eines Autors um 1330 als ediertes Gesamtwerk herauszugeben. Der namentlich kaum bekannte "österreichische Bibelübersetzer" war demnach Laie und legte eine umfangreiche und kommentierte Version vor. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) fördert das Projekt mit einem Gesamtbudget von 4,5 Millionen Euro. Beteiligt sind an dem Projekt zudem die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und die Bayerische Akademie der Wissenschaften. Trotz der sehr aufwendigen und zum Teil reich bebilderten Handschriften sei der Autor bisher nur Spezialisten bekannt, so die Universität. Seine Übersetzung besteche durch eine "geradezu elegante deutsche Prosa". Dabei habe der Autor nicht nur große Teile der Bibel übersetzt, sondern kommentiere sie für ein besseres Textverständnis und verteidige in seinen programmatischen Vorreden zudem das Recht der Laien auf die Bibel in der Volkssprache.

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