Seit 00:05 Uhr Klangkunst
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 00:05 Uhr Klangkunst
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 25.11.2010

"Fair Game" und der Fall Valerie Plame

Hollywood-Film über enttarnte CIA-Agentin

Von Anke Leweke

Die enttarnte ehemalige CIA-Agentin Valerie Plame Wilson sagt vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses aus. (AP)
Die enttarnte ehemalige CIA-Agentin Valerie Plame Wilson sagt vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses aus. (AP)

Naomi Watts und Sean Penn verkörpern in "Fair Game" das Ehepaar Plame/Wilson - in ihrem Kampf gegen die Bush-Aministration. Ein Kampf zweier einzelner Menschen gegen eine politische Intrige, die zum Irak-Krieg führte.

Alltag im Leben einer Agentin. Tagein, tagaus wird die CIA-Auslandsspezialistin Valerie Plame mit brisanten Missionen beauftragt. Doch diese scheint besonders brisant:

"Die siebte Etage hat die Gründung einer Sondereinsatztruppe für den Irak angeordnet. Ich möchte, dass Sie die Operation leiten. Ab Montag konzentrieren Sie sich ganz auf den Irak. Das hier kommt von ganz oben."

Ende 2002 wird Valerie Plame, gespielt von Naomi Watts, beauftragt, Informationen zu sammeln, die auf ein Atomwaffenprogramm des Irak hindeuten könnten. Die CIA wirbt auch ihren Mann, den ehemaligen Diplomaten Joseph Wilson, an. Bei einer Reise in den Niger soll Wilson alias Sean Penn herausfinden, ob dort vom Irak Material zur Urangewinnung gekauft wurde. Das Ergebnis ist bekannt:

"Die Dürren der 70-er und 80-er haben ihnen Milliarden an US-Hilfsgeldern eingebracht. Und es würde keinen Grund geben, dass die Nigerer diese Unterstützung aufs Spiel setzen würden und genau aus diesem Grund bin ich ganz sicher, dass der Verkauf niemals statt gefunden hat."

Auch Valerie Plames Quellen im Irak können die Atomwaffenthese nicht bestätigen. Der Film zeichnet nach, wie die amerikanische Regierung die CIA dennoch unter Druck setzte, bedrohte, mundtot machte. Wie George W. Bush schließlich entgegen der Beweislage behauptete, Saddam Hussein habe im Niger das Atomwaffenmaterial gekauft. Und wie die Invasion in den Irak mit einer schamlosen Regierungslüge gerechtfertigt wurde – der Valerie Plames Mann schließlich mit einem Artikel in der New York Times widersprechen wird: (Tippt in Schreibmaschine)

"Was ich in Afrika nicht gefunden habe"

Schritt für Schritt zeichnet Doug Limans Film die Plame-Affäre, genannt "Plame-Gate" nach: Aus Rache für den Zeitungsartikel, der der Atomwaffenbehauptung klar widerspricht, enttarnen Mitarbeiter des amerikanischen Präsidenten die CIA-Frau Valerie Plame. Es ist die Vernichtung einer beruflichen Existenz. "Fair Game" zeigt die Hexenjagd der ultrakonservativen US-Medien gegen das Ehepaar Plame-Wilson. Wir erleben die Szenen einer Ehe im Angesicht dieser Hetzkampagne. Ihre Fassungslosigkeit und seinen Willen, sich zu wehren:

"Er: "Das würde ein Dutzend, vielleicht 50 Fernsehauftritte bedeuten. Wir müssen das tun. Die Zerstören uns, unsere Sicht ist egal, und das ist einfach nicht hinnehmbar."
Sie: "Unsere Adresse steht im Internet. Auch ein Foto von unserem Haus. Ich hab bereits fünf Mal ’ne neue Telefonnummer beantragt. Mein Name ist überall, und zwar mein richtiger Name, Joe. Wo soll uns deine Redenschwingerei und die Publicity und der Krach und all dieser Blödsinn, den du veranstaltest eigentlich hinführen? Wohin?""

"Fair Game" zeigt den Kampf eines Ehepaares mit sich selbst und gegen die US-Regierung. Den Kampf zweier einzelner Menschen gegen eine politische Intrige, die zu einem Krieg mit mehr als 100.000 Toten führte.

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsSind Museen wie Kinder im Sandkasten?
(Fredrik von Erichsen dpa/lhe (zu dpa-lhe 7137)

Im Umgang mit Raubkunst verhielten sich die Museen wie streitende Kinder im Sandkasten, sagt John Graykowski im Interview mit der "Zeit". Das Feuilleton der "FAZ" hat sich mit dem Hass auf alte Menschen beschäftigt - der sei eine Art neuer Rassismus, heißt es. Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Neu im KinoPure Perfektion aus China
Filmszene aus "The Assassin" des chinesisch-taiwanesischen Regisseurs Hou Hsiao-Hsien, der 2015 auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. Das Foto zeigt die Hauptdarstellerin Shu Qi (picture alliance/dpa/Cannes Film Festival)

Als berauschender Bilderreigen wurde "The Assassin" bereits 2015 in Cannes gefeiert. Jetzt läuft er in Deutschland an, und unser Filmkritiker lobt: Der Film sei reine Schönheit und könne es mit der Wucht eines Shakespeare-Dramas aufnehmen.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur