Seit 17:07 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 17:07 Uhr Studio 9
 
 

Kulturnachrichten

Montag, 29. September 2014

Experte: Philosophen sollen sich mehr einmischen

Philosophen sollen sich mehr in gesellschaftliche und politische Debatten einmischen

Das ist die Ansicht des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Philosophie Michael Quante.Er forderte anlässlich des 23. Deutschen Kongresses für Philosophie von seinen Kollegen, auch in den Medien präsenter zu sein. «Viele Menschen erleben die gegenwärtige gesellschaftliche Lage in ethischer Hinsicht als chaotisch. Fortschritte in Medizin oder Lebenswissenschaften, zunehmende Säkularisierung und verstärkte Pluralität von Lebensformen stellen uns, genauso wie die dramatischen internationalen Krisen, vor zahlreiche normative Probleme», sagte der Professor für Praktische Philosophie der Uni Münster.
Hier sei die Philosophie gefragt. Bis zum 2. Oktober treffen sich in Münster fast 1500 Geisteswissenschaftler aus der ganzen Welt.

Kulturrat fordert mehr Geld für Provenienzforschung

Bundesländer sollen zusätzliche Mittel bereit stellen

Der Deutsche Kulturrat hat die Länder aufgefordert, mehr Geld in die Herkunftsforschung von NS-Raubkunst in Museen, Archiven und Bibliotheken zu stecken. Er erwarte, dass neben dem Bund auch die Länder zusätzliche Mittel für die Provenienzforschung bereitstellen, heißt es in einer am Montag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme des Kulturdachverbands. Zudem müssten die Ressourcen zur Pflege der Datenbank "lostart.de" aufgestockt und die Kriterien zur Einstellung von Kulturgütern in die öffentliche Datenbank geschärft werden. So sollte das von Bund und Ländern gemeinsam geplante "Deutsche Zentrum Kulturgutverluste" im Streitfall darüber entscheiden, ob ein Gegenstand zu Recht oder zu Unrecht auf "lostart.de" aufgeführt ist. Zugleich fordert der Kulturrat die Kunsthandelsverbände auf, den Verkauf von Objekten "mit eindeutig belasteten Provenienzen" zu ächten. Außerdem sollten in die Provenienzrecherche auch Privatsammlungen einbezogen werden.

Steven Spielberg Dreharbeiten in Babelsberg

Oscar-Preisträger Steven Spielberg dreht seinen neuen Film in den Babelsberger Filmstudios

Spielberg («Lincoln», «Jurassic Park») plant einen Agententhriller, der während des Kalten Krieges der 60er Jahre in Berlin und Moskau spielt. Als Schauspieler hat der Hollywoodregisseur Stars wie Tom Hanks, Sebastian Koch, Mark Rylance und Amy Ryan engagiert. Das Drehbuch für den Thriller haben die amerikanischen Regie-Brüder Ethan und Joel Coen gemeinsam mit Matt Charman geschrieben. Start der Dreharbeiten ist Ende des Jahres.Gefördert wird der Film vom Medienboard Berlin Brandenburg mit 500 000 Euro.

Zentrum für verfolgte Künste nimmt Arbeit zu 2015 auf

Erinnerung an in NS-Diktatur und in DDR verfolgte Künstler

Nach jahrelangen Verhandlungen kann das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen am 1. Januar 2015 seine Arbeit aufnehmen. Das vom Landschaftsverband Rheinland und der Stadt getragene Zentrum, das im Kunstmuseum Solingen untergebracht ist, erinnert an Künstler, die im Nationalsozialismus und in der DDR verfolgt oder verboten waren. Das Herzstück des Zentrums bilden die Sammlung verfemter Malerei von Gerhard Schneider und die Literatursammlung "Die verbrannten Dichter" des Journalisten Jürgen Serke. Offiziell eröffnet wird das Zentrum im Frühjahr 2015 mit der Multimediaausstellung "Frauen im Holocaust" aus Yad Vashem. Außerdem werde das Zentrum 2015 erstmalig Gemälde des vor den Nazis nach New York geflohenen Eric Isenburger zeigen, die zuletzt im Januar 1933 in der Galerie Gurlitt in Berlin zu sehen waren. Seit Jahren hatte das Kunstmuseum zusammen mit der Wuppertaler Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft für ein Zentrum für verfolgte Künste gekämpft.

Milica Djordjevic erhält Preis für zeitgenössische Musik

Belmot-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert

Die 1984 in Belgrad geborene Milica Djordjevic gelte als eine "der interessantesten Komponistinnen der jüngeren Generation", begründete die Forberg-Schneider-Stiftung ihre Wahl 2015. Der Belmont-Preis ist nach einem fiktiven Ort in Shakespeares "Kaufmann von Venedig" benannt und wird alle zwei Jahre für "herausragende Leistungen auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik" vergeben. Die serbische Musikerin studierte in Belgrad, Straßburg und Paris, wo sie sich der Computermusik widmete. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Größte Blume der Welt im Botanischen Garten Basel

Titanwurz-Blüte ist 2,55 m hoch und riecht nach Aas

Wenn der Titanwurz seinen Blütenkelch öffnet, entströmt ihm ein Geruch nach faulen Eiern, Aas und Fisch. Der beigefarbene Kolben des Tropengewächses, das in Sumatra zuhause ist, gibt den intensiven Geruch ab. "In der weiblichen Phase stinkt der Titanwurz, um Aaskäfer anzulocken," erklärt Heinz Schneider, der wissenschaftliche Betreuer des Gartens, "in der männlichen Phase lässt der Geruch nach". In der vergangenen Nacht haben Botaniker die vielen kleinen Blüten im Innern des Kelches mit den Pollen eines Titanwurzes aus Bayreuth bestäubt, damit die Baseler Blume Früchte bilden kann. Wenn sich in eineinhalb Tagen die Blüte wieder geschlossen hat, dann fällt der Kolben innerhalb von Sekunden in sich zusammen. Das blutrote Hüllblatt schützt dann die reifenden Dattel-Früchte. Wegen des Naturschauspiels hat der Botanische Garten bis Mittwoch Abend rund um die Uhr geöffnet.

Haus der Kulturen der Welt: Intendant setzt Arbeit fort

Bernd Scherer erhält Anschlussvertrag bis Ende 2019

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat den Vertrag Scherers bis zum 31.12.2019 verlängert. , so das Haus der Kulturen der Welt in einer Pressemitteilung. Scherer, der Philosoph ist und Autor zeichentheoretischer und ästhetischer Texte, kehrte 2006 zum Haus der Kulturen der Welt vom Goethe Institut zurück. Seit 2011 lehrt er als Honorarprofessor am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität zu Berlin. Scherer initiierte und kuratierte namhafte Projekte wie „Das weiße Meer" oder „Rethinking Europe". Mit dem multidisziplinären Langzeitprojekt „Hundert Jahre Gegenwart. Der erste Weltkrieg und seine europäischen und globalen Folgen" setzt er seine Strategie fort, das Haus der Kulturen der Welt zu einem internationalen Forum der Künste und Wissenschaften weiterzuentwickeln.

Europäischer Filmpreis an Steve McQueen

"Einzigartiger Beitrag zum internationalen Kino"

Steve McQueen, der den diesjährigen Oscar-Gewinner «12 Years a Slave» gedreht hat, erhält den Europäischen Filmpreis. Das teilte die Europäische Filmakademie (EFA) am Montag in Berlin mit. Der 44-jährige McQueen ist Regisseur von weiteren preisgekrönten Filmen wie "Hunger" und "Shame", beide mit Michael Fassbender in der Hauptrolle. Sein dritter und bislang erfolgreichster Film "12 Years a Slave" lief nach EFA-Angaben in 48 Ländern im Kino.

Pergamonaltar: Berlin verliert Besuchermagneten

Der weltberühmte Pergamonaltar in Berlin verschwindet für mindestens fünf Jahre hinter verschlossen Türen

Besucher konnten das neben der Nofretete-Büste bekannteste Exponat der Berliner Museumsinsel am Sonntag zum vorerst letzten Mal besichtigen. Wegen der dringend notwendigen Grundsanierung des Nordflügels des Pergamonmuseums bleiben Altar und Altarsaal mindestens bis 2019 geschlossen. Der Südflügel des Pergamonmuseums mit dem Ischtar-Tor, der Prozessionsstraße und dem Marktor von Milet sowie dem Museum für Islamische Kunst bleibt weiterhin geöffnet.Nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befindet sich das gesamte Gebäude in einem sehr schlechten Zustand und muss 60 Jahre nach der Notreparatur der Kriegsschäden durch die DDR grundlegend erneuert werden.Im Zuge der Grundsanierung sollen auch der Eingangstempietto im Ehrenhof des Museums und die Brücke über den Kupfergraben erneuert werden. Darüber hinaus soll das Pergamonmuseum einen vierten Flügel erhalten. Die veranschlagten Gesamtkosten liegen bei 385 Millionen Euro.

Online-Angriff auf Facebook-Gegenentwurf Ello

Das junge Online-Netzwerk Ello ist in der vergangenen Nacht Ziel eines Online-Angriffs geworden

Die Website des Netzwerks, das ein Gegenentwurf zu Facebook sein will wurde für einige Stunden mit einer sogenannten DDOS-Attacke lahmgelegt. Dabei werden die Server mit sinnlosen Anfragen überhäuft, bis sie in die Knie gehen.Ello verspricht seinen Nutzern ein Netzwerk ohne Werbung. Es ist seit dem Start im Juli bisher nur über Einladungen zugänglich. Mitgründer Paul Bundnitz sagte US-Medien, Ello bekomme aktuell rund 30 000 Registrierungs-Anfragen pro Stunde. Kritiker wie der Online-Aktivist Aral Balkan bemängeln allerdings, dass der Dienst rund 430 000 Dollar als Anschubfinanzierung von Risikokapitalgebern angenommen habe und das Geschäftsmodell unklar sei.

Kunstprojekt «sing and (s)pray» in der Murnauer Christuskirche

Die Murnauer lassen ihre evangelische Christuskirche von zwei Jugendlichen mit Spraydosen verschönern

Sie wollen mit Vorurteilen gegen Graffiti aufräumen.Unter dem Namen «sing and (s)pray» leistet die Kirche damit außerdem einen Beitrag zur örtlichen Kunstnacht.Insgesamt 15 Leinwände besprühen die Jugendlichen mit ihrer Kunst und hängen sie anschließend in der Kirche auf.Seit 2008 beteiligt sich die Christuskirche an dem Murnauer Fest.«Immer mit einer Kombination aus Ausstellung und Konzert, zugeschnitten auf das Laufpublikum, das an diesem Abend die Kirche aufsucht», erklärt Kirchenvorsteher Dieter Kirsch.Im vergangenen Jahr gab es Plakate zum Thema Religion in der Werbung, die Kirche war innen und außen in Licht getaucht.Die Kunstnacht Murnau findet vom 2.-8.Oktober statt.

Kulturnachrichten hören

September 2014
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5

Fazit

Schirrmacher-PreisAuszeichnung für den Provokateur
Michel Houellebecq, hier beim Filmfest in Venedig. (imago/Xinhua)

Der französische Schriftsteller Michel Houllebecq erhält den Frank-Schirrmacher-Preis. Man habe einen Autor ausgewählt, "der als Anreger und Visionär eine ebenso präzise wie hintergründige Sprache" pflege, heißt es von Seiten des Stiftungsrates.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur