Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
 

Thema / Archiv | Beitrag vom 24.02.2010

"Evangelische Kirche muss Käßmanns Weg der Öffnung weitergehen"

Theologe: Respekt für Rücktritt der EKD-Ratsvorsitzenden

Margot Käßmann trat als EKD-Ratsvorsitzende zurück. (AP)
Margot Käßmann trat als EKD-Ratsvorsitzende zurück. (AP)

Der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, der evangelische Theologe Christoph Markschies, hat der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann für ihren Rücktritt wegen der Trunkenheitsfahrt Respekt gezollt. Dieser Schritt wäre nicht nötig gewesen, sagte Markschies.

Er verwies darauf, dass sich der Rat der Evangelischen Kirche hinter Käßmann gestellt hat, nachdem bekannt geworden war, dass sie am Wochenende mit mehr als 1,5 Promille Alkohol im Blut mit dem Auto bei Rot über eine Kreuzung gefahren war.

Markschies sieht als zentralen Punkt in der Begründung Käßmanns für ihren Rücktritt den von ihr verwendeten Begriff der Geradlinigkeit. Wer dies anstrebe, müsse sich zugleich möglichst vorbildlich verhalten, so der Theologe. "Wer sich um höchste Geradlinigkeit bemüht - da versteht man, dass er diesen Weg gehen muss."

Laut Markschies verliert die Evangelische Kirche in Deutschland mit dem Rückzug Käßmanns von ihren Ämtern als EKD-Ratsvorsitzende und Hannoversche Landesbischöfin eine "ganz beherzte und muntere Theologin". Sie habe gezeigt, "dass auch Christenmenschen fehlbare Figuren sind", die zu ihren Fehlern und gebrochenen Biografien stehen - "bis hin zu der heutigen Rücktrittserklärung".

Der Theologe betonte, die evangelische Kirche müsse den von Käßmann eingeschlagenen Weg der Öffnung weitergehen. Christentum bedeute kurz gefasst "ein Angebot für besser leben und sterben". Käßmann habe es "meisterhaft verstanden", dies deutlich zu machen. "Damit ist der Weg der evangelischen Kirche auf lange Zeit festgelegt."

Thema

Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

DDR-GeschichteSieg über den Ort des Grauens
Der ehemalige politische Gefangene Gilbert Furian in einer Gefängniszelle der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vom Verein Menschenrechtszentrum in Cottbus (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Weil er in der DDR Interviews mit Punks publizierte, kam Gilbert Furian in den Cottbuser Knast. In der heutigen Gedenkstätte wird er nun in der Oper "Fidelio" mitsingen - um einen "großen Rucksack Bitterkeit" erleichtert.Mehr

Agenturfotos"Das ist sicher ein Aufbruch"
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin des US-amerikanischen Internetkonzerns Facebook  (picture alliance / dpa / Foto: Jean-Christophe Bott)

Die Karrierefrau, die am Schreibtisch sitzt, oder das schamlose Zeigen von Terroropfern in Afrika - Sheryl Sandberg von Facebook und Pam Grossman von der Bildagentur Getty Image wollen solchen Klischeefotos etwas entgegensetzen. Sie haben die Datenbank "Lean In Collection" gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur