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Konzert / Archiv | Beitrag vom 31.08.2013

Euroradio-Opernsaison

Mysliveceks "L'Olimpiade" aus Prag

Theatervorhang  (Stock.XCHNG / Nihan Aydin)
Theatervorhang (Stock.XCHNG / Nihan Aydin)

Josef Myslivecek war im 18. Jahrhundert ein Star der Opernwelt. Hochbezahlt schrieb der böhmische Komponist mehr als zwei Dutzend Musikdramen, von denen viele als verschollen gelten. Der Dirigent Václav Luks und sein Collegium 1704 haben im Frühjahr 2013 im Prager Ständetheater die Oper "L'Olimpiade" wieder aufgeführt.

"Il divino Boemo" (Der göttliche Böhme) - so wurde Josef Mysliveček in Italien genannt, weil sein Name einfach als unaussprechlich galt, seine Musikdramen jedoch in allen guten Häusern auf dem Programm standen. Der gebürtige Prager nannte sich selbst den "venezianischen Mysliveček". Der Böhme kam übrigens erst mit 26 Jahren zum Komponieren. Die familieneigene Mühle brauchte bis dahin seine tatkräftigen Hände.

Mit 30 Opern, 50 Sinfonien sowie Kammermusiken und Konzerten war Mysliveček auch ein "Schwerstarbeiter" am Komponiertisch. Doch er starb schon mit knapp 44 Jahren 1781 in Rom, einsam und verarmt. Ein dilettantischer Chirurg hatte ihm nur wenige Jahre zuvor in München die Nase aus dem Gesicht weggebrannt, um so seine Syphilis zu behandeln.

Viele der Musikdramen von Josef Mysliveček gelten als verschollen. Einige wurden in jüngster Zeit wieder ausgegraben und auf CD bzw. die Bühne gebracht. Im Prager Ständetheater, wo auch schon Mozart 1787 seinen "Don Giovanni" uraufführte, fand am 2. Mai 2013 die Premiere von "L'Olimpiade" mit internationalen Solisten und dem Collegium 1704 unter der Leitung von Václav Luks statt.

Die Musik sei "voller Feuer, Geist und Lebendigkeit", schrieb Mozart über Mysliveček. "L'Olimpiade" wurde 1778 in Neapel uraufgeführt. Die Geschichte erzählt von einem unheilvollen Orakel sowie den beiden Freunden Licida und Megacle, die ihre Identitäten für die Olympischen Spiele tauschen, damit der "Richtige" die Prinzessin Aristea gewinnt. Am Ende müssen die Freunde feststellen, dass sie beide die Prinzessin lieben und Licida und Aristea obendrein Geschwister sind …

Die Geschichte der Dreiecks- und Geschwisterliebe wurde im 18. Jahrhundert fast einhundertmal vertont. Vivaldi, Hasse, Pergolesi und Paisiello wählten die Geschichte von Pietro Metastasio für ihre Werke aus. Josef Mysliveček aber schuf den Ausgangspunkt dieser erfolgreichen Verwechslungskomödie im neapolitanischen Stil.


Euroradio-Opernsaison
Nationaltheater Prag
Aufzeichnung vom 02.05.2013


Josef Mysliveček
"L'Olimpiade"
Oper in drei Akten
Libretto: Pietro Metastasio

Clistene – Johannes Chum
Aristea – Simona Houda-Šaturová
Megacle – Raffaella Milanesi
Licida – Tehila Nini Goldstein
Argene – Sophie Harmsen
Aminta – Krystian Adam
Alcandro – Helena Kaupová
Alena Hellerová, Sopran
Jan Mikušek, Countertenor
Václav Èižek, Tenor
Tomáš Král, Bariton
Collegium 1704
Leitung: Václav Luks


nach dem 1. Akt ca. 20:30 Uhr Pause mit Nachrichten

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