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Thema / Archiv | Beitrag vom 25.04.2007

Ethikrat verteidigt Empfehlung zu Organspenden

Nagel: Bereitschaft zur Organspende direkt abfragen

Operation in einem Krankenhaus (Stock.XCHNG / N. S. Junior)
Operation in einem Krankenhaus (Stock.XCHNG / N. S. Junior)

Der stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, Prof. Eckhard Nagel, verteidigte im Deutschlandradio Kultur die Empfehlung des Ethikrates zur Neuregelung von Organspenden mit dem Hinweis darauf, dass heute Menschen sterben, weil zu wenige ausdrückliche Erklärungen über die Bereitschaft zur Organspende vorlägen. Aus der Tatsache, dass Menschen zu Schaden kommen, könne möglicherweise eine moralische Verpflichtung der Bundesbürger abgeleitet werden, sich zu erklären.

Nagel schlug vor, die Bereitschaft der Bürger zur Organspende direkt abzufragen. Dies könne beispielsweise durch die Krankenkasse oder bei der Verlängerung des Personalausweises erfolgen.

Der Vorsitzende der Ärztegemeinschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, hält die gestern vom Nationalen Ethikrat vorgeschlagene Neuregelung der Organspende für politisch nicht durchsetzbar.

Der Vorschlag entspreche zwar weitgehend dem Willen der Ärzteschaft, sagte Montgomery im Deutschlandradio Kultur. Dem Vorschlag stehe jedoch das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen entgegen. "In unserer Gesellschaft herrscht nun einmal das Recht auf 'ich will mich nicht äußern' vor, und das dürfen wir dann nicht in die eine oder andere Richtung ausnutzen." Deshalb dürften diejenigen dann auch nicht als Organspender herangezogen werden.

Montgomery sprach sich gleichzeitig für mehr Aufklärung aus. Den Menschen müsse die Angst vor dem Transplantationsprozess genommen werden, so Montgomery. Der Focus sollte darauf gerichtet werden, "mehr Menschen zu überzeugen, sich den Ausweis in die Tasche zu stecken, statt große Bevölkerungskreise zu verängstigen."

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