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Interview / Archiv | Beitrag vom 09.02.2016

Essen in KitasSpeisepläne ohne Schweinefleisch

Ludger Fittkau im Gespräch mit Anke Schaefer und Christopher Ricke

Frühstückstisch in der Kita Mucklas in Hamburg (dpa/Georg Wendt)
Am Frühstückstisch vieler Krippen-Kinder gibt's keine Schweinesalami. (dpa/Georg Wendt)

Immer mehr Kindergärten verzichten auf Schweinefleisch. Ist das eine falsche Anpassung an muslimische Einwanderer? In Frankfurt am Main ist sogar die Rede von einer heimlichen Anweisung der Stadt an die Kitas.

Fast 70 Prozent aller Eltern, deren Kinder in Frankfurter Kitas gehen, stammen aus anderen Ländern. Das sind längst nicht nur gläubige Muslime, denen der Verzehr von Schweinefleisch aus religiösen Gründen untersagt ist, sondern Menschen aus allen möglichen Kulturkreisen. Einige Kitas würden aus praktischen Gründen auf Schweinefleisch verzichten. Dennoch gibt es in Frankfurt keine generelle Anweisung der Stadt, in den kommunalen Kitas kein Schweinefleisch zu verwenden. Gerüchte über eine solche Anweisung, über die die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet hatte, dementiert die Stadt.

Zu viel Fleischverzehr in deutschen Kitas

Die Stadt - so unser Korrespondent Ludger Fittkau - verweise darauf, dass die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Verpflegung in Kitas gelten. Diese Qualitätsstandards schreiben aber auch fest, dass "kulturspezifische und regionale Essgewohnheiten" berücksichtigt werden müssen. Rücksichtnahme auf religiöse Regeln ist in Frankfurt am Main also durchaus gewünscht, aber es gibt keine zentrale Vorgabe, dass nur Geflügel oder Fisch angeboten werden sollen.

Ganz unabhängig von der Frage des Schweinefleischverzehrs gilt aber laut aktueller Studien ohnehin, dass in Kitas zu viel Fleisch verzehrt wird. Die Vorgaben der DGE sprechen bei 20 Verpflegungstagen von maximal acht Tagen mit Fleisch. Nur etwa die Hälfte der rund 54.000 Kitas in Deutschland hält sich daran. Neun Prozent der Drei-bis Sechsjährigen sind übergewichtig, nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung von 2014 gibt es in 80 Prozent der Kitas nicht genügend Obst oder zu selten Salate oder Rohkost.

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