Mittwoch, 1. Oktober 2014MESZ16:24 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsMusikfreunde hören Mono
Musik, Kopfhörer, Hören

"Wer 'Sgt. Pepper' noch nie Mono gehört habe, der habe 'Sgt. Pepper' überhaupt noch nie gehört", zitiert die "FAZ" John Lennon und singt ein Loblieb auf die alte Tonaufnahme. Die Zeitung rät: Auch im sonstigen Leben des Öfteren auf Mono schalten.Mehr

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Fazit

Alex van WarmerdamVerwüstung einer Familie

Er ist der große Surrealist des niederländischen Kinos und gilt als Kultregisseur: Alex van Warmerdam. Nun kommt mit "Borgman" sein neues Werk in die Kinos - ein verstörender Trip in das menschliche Böse.Mehr

FotografieGesichter des Krieges
Eine Porträtserie der Fotografen Lucian Read und Martin Roemers betrachtet eine Besucherin der Ausstellung "World Press Photo des Jahres 2006" in Magdeburg.

Im Bild des erblindeten Kriegsopfers hat der niederländische Fotograf Martin Roemers die Spuren des Zweiten Weltkriegs sichtbar gemacht. In Berlin sind nun 40 Porträts zu sehen, die deutlich machen, was ein Krieg anrichtet.Mehr

Anne-Sophie Mutter"Die Feuilletons werden immer verletzender"
Die deutsche Geigerin Anne-Sophie Mutter, Mai 2012 bei einem Konzert in Washington

Schlechter Musikunterricht, immer weniger Klassik-Liebhaber: Die Geigerin Anne-Sophie Mutter macht sich Sorgen um die Musikszene. Besonders bedauert sie, dass kaum noch ein Kulturjournalist in der Lage sei, dem Leser die "Begeisterung für das Werk" nahezubringen.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 21.05.2012

"Es geht um die kulturelle Vielfalt"

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates über den Wert der Kreativität

Olaf Zimmermann im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates (Elke A.Jung-Wolff)

Das Urheberrecht sei ein wichtiges Element um den Kulturschaffenden zu stärken, erklärt der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann. Es gehe auch um die Anerkennung der Künstler: "dass ihre Arbeit, ihre Werke, ihre Kreativität in einer Gesellschaft anerkannt werden".

Sigrid Brinkmann: Der Streit über eine Stärkung oder Schwächung des Urheberrechts wird seit Wochen emotional diskutiert, von Kunstschaffenden, von Leuten, die geistiges Eigentum unter die Leute bringen und denen, die freien Zugang dazu wünschen und fordern. Bisweilen hatte man den Eindruck, dass Kreise der Piraten jedweden Respekt vor insbesondere den Leistungen von Schriftstellern verloren haben, weil schon der Begriff geistiges Eigentum als up so late bei Seite geschoben wurde.

Heute also am internationalen Tag der kulturellen Vielfalt entschlossen sich die Piraten, ebenso wie die SPD, die seit sage und schreibe zwei Jahren einen Arbeitskreis Urheberrecht unterhält, zu Aussagen. Auch der Deutsche Kulturrat macht den 21. Mai zum bundesweiten Aktionstag, der den ideellen und materiellen Wert der Kreativität bewusst machen soll. Am Telefon begrüße ich Olaf Zimmermann, den Geschäftsführer des Kulturrates. Herr Zimmermann Ihr Verband unterlässt es wirklich nie darauf hinzuweisen, dass die Sicherung des Urheberrechts in unserem Land für Hunderttausende eine existenzielle Frage ist. Was bringt der Aufruf, den Sie heute gestartet haben, Neues?

Olaf Zimmermann: Also er bringt erstmal, glaube ich, das ist neu, dass wir alle im Kulturbereich wirklich unmittelbar davon abhängen, und deswegen haben wir auch einen sehr breiten Aufruf gemacht. Wir haben ja schon sehr positive Aufrufe, wo die Künstlerinnen und Künstler, also die Urheber, sagen, was sie gerne im Urheberrecht, in der Zukunft geändert haben möchten oder auch erhalten haben möchten.

Wir haben heute einen Aufruf gestartet, den die Künstler bitte unterschreiben sollen, den bitte diejenigen, die in den Kultureinrichtungen arbeiten, unterschreiben sollen, den auch die Vertreter der Kulturwirtschaft unterschreiben sollen, aber den ganz besonders die Nutzerinnen und Nutzer der Kultur, also die, die ins Theater gehen, die ins Museum gehen, die im Internet die Kultur nutzen, die sollen den bitte unterschreiben. Denn es geht um die kulturelle Vielfalt im Netzt und wie sie in der Zukunft erhalten bleiben kann.

Brinkmann: Welche Schritte fordern Sie zur Stärkung der professionellen Kulturschaffenden in unserem Land?

Zimmermann: Zum Beispiel ist das Urheberrecht ein ganz wichtiges Element um hier zu stärken und zwar stärken bedeutet nicht in erster Linie, dass es immer ums Geld geht. Geld ist auch natürlich wichtig, weil ja natürlich auch professionelle Künstlerinnen und Künstler müssen von etwas leben, die müssen etwas in ihren Kühlschrank hineintun können.

Aber es geht auch um Anerkennung, es geht auch darum, dass ihre Arbeit, ihre Werke, ihre Kreativität in einer Gesellschaft anerkannt werden. Und ganz viele Künstler lechzen geradezu danach, eben diese Anerkennung wieder stärker erleben zu können und bedauern, dass sie in den letzten Jahren zurückgegangen ist und deswegen sagen wir auch, der heutige Tag ist ein guter Tag, um einfach noch mal diese Anerkennung auch auszusprechen für die Künstler."


Das vollständige Gespräch mit Olaf Zimmermann können Sie mindestens bis zum 21.10.2012 alsMP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.