Seit 05:00 Uhr Nachrichten
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:00 Uhr Nachrichten
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 10.03.2010

Erziehung selbstbewusster Kinder

Pädagogin Gisela Braun setzt auf Prävention gegen sexuellen Missbrauch

Braun: Die Täter waren Menschen aus dem nahen sozialen Umfeld. (Stock.XCHNG / kat callard)
Braun: Die Täter waren Menschen aus dem nahen sozialen Umfeld. (Stock.XCHNG / kat callard)

Nach Einschätzung der Diplompädagogin Gisela Braun wird sexueller Missbrauch heute anders als in der Vergangenheit öffentlicher gemacht und nicht mehr toleriert.

Das Wissen sei heute weit verbreitet, dass es überall zu sexuellem Missbrauch kommen könne, sagte die Autorin des Fachbuches "Ich sag Nein". Zu Beginn ihrer Tätigkeit vor rund 25 Jahren habe sie noch Protestwellen erlebt, als sie auch Priester als mögliche Tätergruppe genannt habe, erinnerte sich Braun. Als Prävention sei es schon in der Früherziehung wichtig, Kinder zu Selbstbewusstsein zu erziehen.

"Die Täter waren Menschen aus dem nahen sozialen Umfeld", sagte die Diplompädagogin mit Blick auf den Skandal um sexuellen Missbrauch in zahlreichen Jugendeinrichtungen. "Deshalb brauchen wir eine Vorbeugung, die sehr früh beginnt und Kinder zu Selbstbewusstsein, zu Selbstbestimmung erzieht, innerhalb der Familie." Für den Schutz der Kinder seien die Erwachsenen verantwortlich. Bei sexuellem Missbrauch gebe es keine typischen Symptome bei Kindern und auch keine Diagnose, so Braun.

"Was wir sagen als Grundgesetz: Prävention heißt Sprachlosigkeit überwinden", unterstrich die Expertin. Kinder erzählten vor allem dann, wenn Erwachsene und Institutionen aus sexuellem Missbrauch kein Tabuthema machten. "Kein Mensch, keine Institution kann ein Kind alleine retten. Wir brauchen immer ein Netzwerk, das eng geknüpft ist, das Kinder retten kann."


Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 10.8.2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Interview

Bären-Favoriten "Der wirklich große Film hat gefehlt"
Szene aus "Toivon tuolla puolen" ("Die andere Seite der Hoffnung) von Aki Kaurismäki. (Malla Hukkanen © Sputnik Oy)

Ein durchwachsener Wettbewerb, aber ein klarer Favorit: So lautet das Fazit unseres Film-Redakteurs Patrick Wellinski über die Berlinale. Er setzt auf Aki Kaurismäkis Beitrag "The Other Side of Hope". Auch der chinesische Film "Have a nice day" könnte Chancen haben. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur