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Interview / Archiv | Beitrag vom 14.08.2013

"Erste Züge eines Bürgerkrieges“

Ronald Meinardus von der Friedrich-Naumann-Stiftung über die Lage in Ägypten

In Ägypten eskaliert die Gewalt. (dpa / pa / Darwish)
In Ägypten eskaliert die Gewalt. (dpa / pa / Darwish)

"Es ist eine grauenhafte Situation", sagt Ronald Meinardus, Leiter des Kairoer Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung. Die Gewalt zwischen Militärs und Muslimbrüdern eskaliere, Ägypten stehe an der Schwelle zu einem Bürgerkrieg.

"Ich bin jetzt seit sechs Jahren hier in Ägypten, und ich habe noch nie einen solchen Moment erlebt", sagte Ronald Meinardus, Leiter des Kairoer Büros der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Die Lage in Ägypten sei eskaliert. Die Stiftung habe daher ihr Büro in Kairo am Mittwoch frühzeitig geschlossen. "Es ist eine Situation, in der die Ägypter aufeinander losgehen und erste Züge eines Bürgerkrieges sichtbar sind." Nun könne man nur noch hoffen und beten, dass sich die Lage nicht noch weiter verschlimmere.

Der Konflikt zwischen Militärs und Muslimbrüder habe sich in den vergangenen Wochen auf die Protestcamps konzentriert. Durch deren Auflösung habe sich das Geschehen nun ausgeweitet und dezentralisiert, sagte Meinardus. Nun marodierten bewaffnete Gruppen durch die Städte und Vororte. Es komme immer wieder zu Schusswechseln. "Ich habe noch nie in meinem Leben so viele blutüberströmte Leichen und entstellte tote Menschen gesehen wie in den letzten Stunden hier auf dem Bildschirm."

Auch mit Blick auf die weitere Entwicklung in Ägypten zeigt sich Meinardus pessimistisch. Es gebe im Land keine Instanz, die zwischen den Konfliktparteien eine Brücke bauen könne. Die Perspektive sei im Moment "sehr dunkel". Auch die Appelle von Seiten Deutschlands und der Europäischen Union seien verhallt.

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