Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
 

Kulturnachrichten

Freitag, 12. Februar 2016

Erste Entwürfe für Berlins Museum der Moderne

Aus 460 Einsendungen wurden zehn ausgewählt

Der geplante 200 Millionen Euro teure Berliner Museumsneubau zur Kunst des 20. Jahrhunderts nimmt weiter Konturen an: Heute präsentierten Kulturstaatsministerin Monika Grütters und der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, zehn ausgewählte Entwürfe aus einem internationalen Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Areals am Berliner Kulturforum. Die Siegerentwürfe wurden aus insgesamt 460 Einsendungen ausgewählt. Die Architekten der jeweils mit 26.000 Euro preisgekrönten Entwürfe haben sich für den Mitte des Jahres beginnenden Realisierungswettbewerb qualifiziert. Der endgültige Entwurf für den Museumsneubau gegenüber der Berliner Staatsbibliothek soll Ende des Jahres feststehen. Stiftungspräsident Hermann Parzinger sprach von einer einmaligen Chance, "an dieser Stelle nicht nur ein wunderbares Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts zu erhalten", sondern auch das Kulturforum endlich zu vollenden. Alle 460 Entwürfe des Ideenwettbewerbs können zwischen 26. Februar und 13. März im Kulturforum besichtigt werden.

Deutscher Drehbuchpreis 2016 für "Sayonara Rüdesheim"

Monika Grütters will Mittel für Filmförderung erhöhen

Der Deutsche Drehbuchpreis 2016 geht an die Schauspielerin Anke Sevenich und den Drehbuchautor Stephan Falk. Ihr Skript "Sayonara Rüdesheim" ist nach Ansicht der Jury "ein leidenschaftliches Plädoyer, das Leben anzunehmen und zu genießen mit allen seinen Facetten." Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde von Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Abend am Rande der Berlinale bei einem Empfang des Verbandes Deutscher Drehbuchautoren überreicht. "Ohne die Ideen, die Fantasie und das erzählerische Talent der Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren würden die Drehbuchseiten weiß und die Kino-Leinwände leer bleiben", erklärte Grütters. Daher werde sie sich "dafür stark machen, dass die zusätzlichen Mittel für die kulturelle Filmförderung dauerhaft erhöht werden." Zusätzlich zum Preisgeld erhalten Sevenich und Frank Zugang zu Fördermitteln von bis zu 20.000 Euro, damit sie ihr Drehbuch zur Filmreife weiterentwickeln können.Der Deutsche Drehbuchpreis wird seit 1988 verliehen.

Burgtheater erholt sich von Finanzmisere

Die Wiener Spielstätte verbuchte einen Jahresüberschuss von 1,2 Millionen

Das Wiener Burgtheater erholt sich von seiner schwierigen finanziellen Situation. Im Geschäftsjahr 2014/15 habe das Haus einen Jahresüberschuss von 1,2 Millionen Euro verbucht, teilte das Burgtheater heute mit. Dazu trug der Rekord bei den Kartenerlösen bei, sie spülten 8,5 Millionen Euro in die Kasse. Das ist ein Plus von 15 Prozent. Insgesamt kamen fast 404 000 Besucher ins Burgtheater und seine Spielstätten. Die Sitzplatzauslastung lag bei 81,5 Prozent. In der aktuellen Saison liegen laut Theater die Kartenerlöse bereits bei plus sechs Prozent. Das Burgtheater hatte noch vor zwei Jahren ein Etatloch von fast 20 Millionen Euro. Nach der fristlosen Kündigung von Intendant Matthias Hartmann wegen angeblicher Mitschuld an der Finanzmisere übernahm die Kultur-Managerin Karin Bergmann die Führung. Sie verordnete der Bühne einen strengen Sparkurs.

Starker Wettbewerbsauftakt bei Berlinale

Eine einfühlsam erzählte Geschichte um einen jungen Tunesier

Mit dem Liebesdrama "Hedi" des tunesischen Autors und Regisseurs Mohamed Ben Attia ist der 66. Berlinale ein starker Auftakt gelungen. Als erster Film im Bären-Rennen lief heute Attias einfühlsam erzählte Geschichte um die Emanzipation eines jungen Tunesiers, der schon bei der Pressevorführung großen Applaus bekam. Mit Hollywoodstar Kirsten Dunst in einer der Hauptrollen bot US-Regisseur Jeff Nichols dann mit "Midnight Special" eine explosive Mischung aus Science Fiction, Horror und Familiendrama. Auf dem Programm stand außerdem der kanadische Psychothriller "Boris sans Béatrice" von Denis Côté über einen rücksichtslosen Karrieremann und seine depressive Ehefrau.

Ex-Verfassungsrichter Papier im NS-Raubkunst-Gremium

Berufung durch Kulturstaatsministerin Grütters

Hans-Jürgen Papier (72), ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts, ist zum Mitglied der Beratenden Kommission für die Rückgabe von NS-Raubkunst berufen worden. Er verfüge über eine profilierte und weithin geschätzte Expertise im Umgang mit komplexen Sachverhalten, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin. Die Kommission wird bei Differenzen über die Rückgabe von Kulturgütern angerufen. Sie vermittelt zwischen den derzeitigen Inhabern der Kunstwerke und deren ehemaligen Eigentümern oder den Erben. Die Mitglieder werden von der Kulturstaatsministerin im Einvernehmen mit der Kultusministerkonferenz und den kommunalen Spitzenverbänden benannt.

Spanische Münze in mittelalterlichem Grab in Gotha

Sie stammt aus dem 6.Jahrhundert

Die Spuren der Funde im frühmittelalterlichen Gräberfeld von Boilstedt bei Gotha (Thüringen) führen nach Einschätzung von Archäologen bis nach Spanien. Eine Münze sei im 6. Jahrhundert im damals von germanischen Stämmen besiedelten Spanien geprägt worden, sagte der Grabungsleiter Christian Tannhäuser heute bei der Vorstellung der Funde in Weimar. Das Gräberfeld mit zwei Adelsgräbern war bei Straßenbauarbeiten entdeckt worden. Erstmals in Thüringen konnte damit eine von Plünderungen verschont gebliebene herausragende christliche Bestattung aus der Zeit um 600 mit modernen Methoden erforscht werden.

Merkel empfängt Ehepaar Clooney im Kanzleramt

US-Filmstar setzt sich für Flüchtlinge ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Rande der Berlinale heute im Kanzleramt mit dem US-Filmstar George Clooney zusammengetroffen. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert über den Internetdienst Twitter mit. Bei dem Gespräch mit dem Schauspieler und seiner Frau Amal ging es demnach vor allem um die Flüchtlingspolitik. George Clooney hatte sich bereits zum Berlinale-Auftakt ausdrücklich hinter die Flüchtlingspolitik Merkels gestellt. Der Schauspieler und Filmproduzent will demnach in Berlin auch selbst mit Flüchtlingen zusammentreffen. Er und seine aus dem Libanon stammende Frau Amal engagieren sich auch für die Hilfsorganisation International Rescue Committee, die unter anderem Projekte in Sudan und Südsudan unterstützt.

Das bringt der Berlinale-Tag

Drei Bären-Kandidaten, Fritz Lang und David Bowie

Nach der glanzvollen Eröffnung der Berlinale mit Superstar George Clooney gehen heute gleich drei der insgesamt achtzehn Kandidaten im internationalen Wettbewerb an den Start. "Inhebbek Hedi aus Tunesien, "Midnight Special" aus den USA und der kanadische Film "Boris sans Béatrice". Fritz Langs Klassiker "Der müde Tod" aus dem Jahr 1921 wird erstmals in digital restaurierter Fassung präsentiert. Dazu spielt das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Einen Monat nach dem Tod von David Bowie erinnert die Berlinale mit "Der Mann, der vom Himmel fiel" und einem Tribut-Abend an den legendären Musiker.

Tochter von Boris Nemzow veröffentlicht Buch

Russischer Oppositionspolitiker wurde vor einem Jahr erschossen

Ein Jahr nach dem Mord an Boris Nemzow hat seine Tochter ein Buch über ihn veröffentlicht. In "Russland wachrütteln" übt Schanna Nemzowa wie einst ihr Vater scharfe Kritik an der Politik von Präsident Wladimir Putin und einer "aggressiven russischen Propaganda". Die russischen staatlichen Medien seien "zu einem integralen Bestandteil des repressiven Staatsapparats geworden". Geschrieben hat Nemzowa das Buch in Deutschland, wohin sie angesichts der Drohungen in sozialen Netzwerken emigriert ist. Das Buch erscheint zunächst nur in Deutschland. Die regierungskritische Moskauer Zeitung "Nowaja Gaseta" wolle aber Auszüge auch auf Russisch veröffentlichen. Nemzow wurde in der Nacht des 27. Februar 2015 hinterrücks erschossen.

Tschechisches Nationalmuseum durch Feuer beschädigt

Ermittlungen zur Brandursache sind eingeleitet

Bei einem Brand im Tschechischen Nationalmuseum in Prag ist das Dach des berühmten Gebäudes am Wenzelsplatz beschädigt worden. Ein Teil des Daches sei zerstört, teilte die Feuerwehr am Morgen mit. Es seien aber keine Objekte der Sammlung beschädigt worden. Ein Sicherheitsmann sei mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht worden. Das Feuer sei um kurz nach Mitternacht ausgebrochen und habe sich auf etwa 200 Quadratmeter im Dach und auf dem Dachboden ausgebreitet. Es seien Ermittlungen zur Brandursache eingeleitet worden. Das zwischen 1885 und 1891 im Stil der Neorenaissance errichtete Nationalmuseum im historischen Stadtzentrum von Prag fungiert häufig als Postkartenmotiv. Derzeit wird das Gebäude umfassend renoviert. Die Arbeiten begannen 2011 und sollen bis 2018 abgeschlossen sein.

Filmemacherin Varda mit Max-Beckmann-Preis geehrt

Preis wird alle drei Jahre verliehen

Die französische Filmemacherin Agnès Varda (87) ist gestern Abend mit dem Max-Beckmann-Preis 2016 der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet worden. Die Spielfilmregisseurin und Filmtheoretikerin sei "eine Schlüsselfigur des modernen Kinos", die immer wieder in die großen politischen Debatten eingegriffen habe, sagte der Juryvorsitzende, Oberbürgermeister Peter Feldmann. Der alle drei Jahre verliehene Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Feldmann überreichte die Urkunde im Städel-Museum, die Laudatio hielt die Pariser Filmprofessorin Christa Blümlinger. Die Stadt Frankfurt verleiht die Auszeichnung zur Erinnerung an den expressionistischen Maler Max Beckmann (1884-1950), der von 1925 bis 1933 als Künstler und Lehrer an der Städelschule arbeitete.

Bach-Chor muss nicht in Künstlersozialkasse einzahlen

Rentenversicherung wollte fünfstellige Nachzahlungen

Der Freiburger Bachchor muss grundsätzlich keine laufenden Abgaben an die Künstlersozialkasse bezahlen. Er sei zwar ein Chor "mit künstlerisch hohem Anspruch", gebe aber nur drei bis vier Mal im Jahr ein öffentliches Konzert, entschied das Stuttgarter Landessozialgericht. Die Deutsche Rentenversicherung und das Sozialgericht in Freiburg hatten in dem Chor keinen typischen Laienchor gesehen und Nachzahlungen in fünfstelliger Höhe gefordert. Das Landessozialgericht begrenzt die Nachzahlungspflicht auf Jahre, in denen der Bachchor mehr als drei Konzerte mit bezahlten Gastmusikern veranstaltete. Das sei in den vergangenen zwölf Jahren aber nur dreimal der Fall gewesen. Der nichtkommerzielle Vereinszweck habe letztlich dazu geführt, dass die Berufungsverhandlung für den Chor erfolgreich war, hieß es weiter. Die Mitglieder selbst bekommen für ihre Auftritte keine Vergütung.

Kulturnachrichten hören

Februar 2016
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Särge als MarktlückeWenn der Tod zur Ware wird
Innenausstattung eines Sargs mit dem Schild "20 Prozent Messerabatt" auf der BEFA, der weltgrößten Bestatterfachmesse mit Produkten rund um Bestattung, Friedhof und Grabpflege (imago/sepp spiegl)

Es muss nicht immer Eiche rustikal sein: Auch Särge sind inzwischen Vermarktungsware und damit in allen möglichen Formen zu haben. Urnen für Fußballfans mit Vereinsemblem oder ein Sarg in Form eines Handys - unsere Individualität wirkt mittlerweile über das Leben hinaus.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur