Seit 10:07 Uhr Lesart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 10:07 Uhr Lesart
 
 

Kulturnachrichten

Freitag, 13. November 2015

Intendant des Hessischen Rundfunks tritt zurück

Helmut Reitze geht aus gesundheitlichen Gründen

Der Intendant des Hessischen Rundfunks (hr), Helmut Reitze, legt aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Das teilte der hr nach einer Sitzung des Rundfunkrats mit. Der 63-Jährige werde noch bis Anfang nächsten Jahres im Amt bleiben, bis der Rundfunkrat über die Nachfolge entschieden habe, hieß es weiter. Reitze ist seit 2003 Intendant des Hessischen Rundfunks. "Seit einiger Zeit spüre ich, dass meine Energie nicht mehr ausreicht, um mit voller Kraft mein Amt als Intendant auszufüllen", sagte Reitze. "In seiner Amtszeit hat Reitze den hr mit mehreren Sparrunden finanziell konsolidiert und zahlreiche Programmreformen angestoßen", teilte der Sender mit. "Das hr-fernsehen konnte während seiner Amtszeit durch eine strikte Ausrichtung auf Hessen seine Einschaltquoten erheblich steigern."

Zweites Gemälde unter "Schwarzem Quadrat" entdeckt

Moskauer Tretjakow-Galerie untersucht Malewitschs Kunstwerk

Unter dem "Schwarzen Quadrat" des russischen Avantgarde-Künstlers Kasimir Malewitsch versteckt sich vermutlich ein weiteres Farbgemälde. Das teilte die Tretjakow-Galerie in Moskau mit. Bei einer Prüfung sei unter der Farbschicht des legendären Kunstwerks nicht, wie bisher bekannt, ein übermaltes Bild gefunden worden, sondern gleich zwei Bilder, sagte Galeriesprecherin Jekaterina Woronina. Wissenschaftler hätten zudem eine angebliche Aufschrift von Malewitsch auf dem "Schwarzen Quadrat" entziffert. Sie laute sinngemäß: "Schlacht von Schwarzen in einer dunklen Höhle" - Woronina zufolge eine Referenz an ein Bild des französischen Künstlers Alphonse Allais."Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Malewitsch "Das Schwarze Quadrat" nicht auf einem, sondern auf zwei Bildern gemalt hat", sagte die Präsidentin des Staatlichen Puschkin-Museums der Bildenden Künste in Moskau, Irina Antonowa.

Stücke für Autorentheatertag stehen fest

Drei Dramen hat die Jury ausgewählt

Drei Stücke hat die Jury für die Autorentheatertage 2016 ausgewählt. Sie werden in Zusammenarbeit des Deutschen Theaters mit dem Burgtheater Wien und dem Schauspielhaus Zürich inszeniert und im Rahmen des Festivals vom 11. bis 25. Juni in Berlin gezeigt. Ausgewählt wurden von Dominik Busch "Das Gelübde", von Stefan Hornbach "Über meine Leiche" und von Jakob Nolte "Gespräch wegen der Kürbisse". Insgesamt wurden 175 Stücke eingereicht.

Konzept für Europäisches Kulturerbe-Jahr vorgestellt

"Sharing Heritage" heißt das Konzept für 2018

"Sharing Heritage" - Das Kulturerbe teilen: Unter diesem Motto soll 2018 zu einem Europäischen Kulturerbejahr ausgerufen werden. Sabine Kunst, Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, stellte am Freitag in Berlin das Konzept für die deutsche Initiative vor. Der Bund stellt dafür in diesem Jahr 400 000 Euro zur Verfügung, die Länder wollen die Vorbereitungen nach Angaben von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit 200 000 Euro unterstützen. Es gelte, auch die junge Generation für historische Bauten, archäologische Stätten oder auch Kulturlandschaften zu begeistern, erklärte Grütters. "Diese als sichtbare Begleiter unserer Lebensumwelt zu erhalten, zu schützen und sich ihres besonderen Wertes bewusst zu werden, ist ein wichtiges Anliegen dieses Aktionsjahres."

115 Millionen Euro mehr für die Kultur

Kulturrat lobt: "Zur Nachahmung empfohlen"

Kulturelle Projekte in Deutschland können im kommenden Jahr mit 115 Millionen Euro mehr rechnen als bisher geplant. Der Haushaltsausschuss des Bundestags stockte in seiner sogenannten Bereinigungssitzung den Etat von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) auf insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro auf - ein Plus von vier Prozent gegenüber 2015. Für die Folgejahre wurden weitere 620 Millionen Euro eingeplant. Grütters nannte den Nachschlag ein "großartiges Zeichen für die Kultur in Deutschland". Der Deutsche Kulturrat lobte: "Zur Nachahmung empfohlen!" So werden etwa die Mittel für die Deutsche Welle um 12,9 Millionen Euro erhöht. Für das Alliiertenmuseum in Berlin sind 27 Millionen Euro vorgesehen. Weitere Beispiele: 30 Millionen Euro für Schloss Friedenstein in Gotha, gut 28 Millionen für das Pina-Bausch-Zentrum in Wuppertal und 20 Millionen für das Denkmalschutz-Sonderprogramm.

"Smombie" ist Jugendwort des Jahres

Kriterien sind Originalität, Kreativität und Verbreitung

Das Jugendwort des Jahres 2015 ist "Smombie". Eine Jury aus 20 Jugendlichen, Sprachwissenschaftlern, Pädagogen und Medienvertretern entschied sich für diese Wortschöpfung, wie der Langenscheidt Verlag mitteilte. Mit der Kombination aus "Smartphone" und "Zombie" bezeichneten jungen Leute Menschen, "die wie gebannt mit dem Handy über die Straße gehen und nicht gucken, wohin sie laufen". Den zweiten Platz belegte "Earthporn", was "schöne Landschaft" bedeutet. Unter www.jugendwort.de konnten Nutzer bis Ende Oktober über die Top 30 abstimmen. Die Kriterien waren sprachliche Kreativität, Originalität, Verbreitungsgrad des Wortes sowie gesellschaftliche oder kulturelle Ereignisse gewesen, die die Sprache der Jugendlichen beeinflussten.

Goethe-Institut bietet Sprach-App für Flüchtlinge

Die arabische Anwendung "Stadt der Wörter" gibt es gratis

Das Goethe-Institut hat für Flüchtlinge eine neue Sprachlern-App entwickelt. Seit heute ist die arabischsprachige Anwendung "Stadt der Wörter" gratis für Smartphones und Tablets in den App-Stores erhältlich, wie das Goethe-Institut mitteilte. Flüchtlinge könnten damit ohne Deutschkenntnisse unterschiedliche Themenbereiche sprachlich kennenlernen. Dabei geht es beispielsweise um das Einkaufen im Supermarkt, Beachtenswertes in einer Stadt oder einen Restaurantbesuch. Die App gab es zuvor schon in einigen Sprachfassungen und hat inzwischen rund 40.000 registrierte Nutzer. Mit der arabischen Fassung solle das Spiel nun auch für die wachsende Zielgruppe der Flüchtlinge in Deutschland besser nutzbar werden, hieß es. Zudem hat das Goethe-Institut weitere Sprachlernangebote für Flüchtlinge entwickelt. Im Internet sind unter www.goethe.de/willkommen Selbstlernkurse, Sprechübungen und Videos sowie Informationen zum Umgang mit Behörden, im Alltag oder bei der Arbeitssuche gebündelt.

Ehemaliger Motörhead-Schlagzeuger ist tot

"Philthy Animal" wurde 61 Jahre alt

Der ehemalige Schlagzeuger der britischen Heavy-Metal-Band Motörhead, Phil Taylor, ist tot. Er starb im Alter von 61 Jahren, wie die Band am Donnerstagabend auf Facebook mitteilte. Der auch "Philthy Animal" genannte Drummer war von 1975 bis 1984 und von 1987 bis 1992 Mitglied der Band. Taylor war laut des ehemaligen Motörhead-Gitarristen Fast Eddie Clark schon länger krank und starb bereits am Mittwoch. "Ich kannte Phil, seit er 21 war, und er war ein besonderer Typ. Glücklicherweise haben wir zusammen fantastisch gespielt, und ich habe viele schöne Erinnerungen aus dieser Zeit", schrieb Clark auf Facebook.

Ballettpremiere an Mailänder Scala abgesagt

Die Bühnenarbeiter streiken

Ein Streik der Bühnentechniker macht der berühmten Mailänder Scala zu schaffen. Die Premiere des Balletts "L'Histoire de Manon" mit dem italienischen Startänzer Roberto Bolle musste deswegen gestern Abend kurzfristig abgesagt werden. Das Opernhaus teilte mit, da nur eine der italienischen Gewerkschaften - die CGIL - zu dem Streik aufgerufen habe, sei man davon ausgegangen, über genügend arbeitsbereite Techniker zu verfügen. Dies sei leider nicht der Fall gewesen. Die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" berichtete heute, Intendant Alexander Pereira sei auf die Bühne getreten, um sich bei den zum Teil von weither angereisten Besuchern zu entschuldigen. Diese hätten ihm applaudiert. Die Gewerkschaft CGIL warf der Leitung des Hauses dagegen unverantwortliches Verhalten vor, weil sie mit der Absage der Aufführung zu lange gewartet habe. Der Streik richtet sich gegen den Personalmangel an der Scala.

EuGH kippt Kopiervergütung an Verlage

Urteil betrifft auch deutsche Verwertungsgesllschaften

Vergütungen für das private Kopieren, die etwa in Copyshops oder beim Kauf eines Druckers anfallen, stehen grundsätzlich den Autoren zu. Werden Verlage auf Kosten der Autoren vergütet, ist das europarechtswidrig. Das entschied der Europäische Gerichtshof. Es könnte auch Auswirkungen auf die deutsche Verwertungsgesellschaft VG Wort haben, die die Vervielfältigungsabgabe einsammelt und einen pauschalen Verlegeranteil vorsieht. Gegen eine Regelung im deutschen Urheberrecht, dass Autoren erlaubt, Vergütungsansprüche vertraglich an Verwertungsgesellschaften abtreten dürfen, läuft bereits eine Klage.

Bayerischer Buchpreis für Funke, Stach und Stengel

Mit in der Jury saß Literaturkritiker Denis Scheck

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke hat in München beim Bayerischen Buchpreis den Ehrenpreis erhalten. Funke verstehe es wie kaum sonst jemand, Geschichten zu erzählen. "Sie hat ein Millionenpublikum zum Lesen gebracht und in ihren Bann gezogen", würdigte die bayerische Medienministerin Ilse Aigner die Schriftstellerin. Den mit 10 000 Euro dotierten Belletristik-Preis bekam die Kölnerin Angela Steidele für ihr gefeiertes Romandebüt "Rosenstengel", eine historische Geschichte erzählt in Briefen. Bestes Sachbuch (10 000 Euro) wurde "Kafka, die frühen Jahre" des Berliners Reiner Stach, der damit seine hochgelobte dreiteilige Biografie über den berühmten Prager Schriftsteller abschließt. Die Sieger in den Kategorien Sachbuch und Belletristik waren bei einer öffentlichen Jurysitzung live vor Zuschauern ermittelt worden. Juroren waren wie schon im Vorjahr die Publizistinnen Franziska Augstein und Carolin Emcke sowie der Literaturkritiker Denis Scheck. Der Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels verlieh die Auszeichnung in diesem Jahr zum zweiten Mal. Als Trophäe gab es weiße Porzellanlöwen.

Kulturnachrichten hören

November 2015
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur