Seit 19:05 Uhr Oper
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 19:05 Uhr Oper
 
 

Interview | Beitrag vom 16.03.2016

"Equal Pension Gap" Frauen sollen höhere Rente erhalten

Cornelia Spachtholz im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke

Beitrag hören
Eine ältere Frau zählt und stapelt Eurocents (Imago)
Eine ältere Frau zählt und stapelt Eurocents (Imago)

Frauen erhalten eine wesentlich geringere Rente als Männer. Cornelia Spachtholz vom Verband berufstätiger Mütter fordert ein Umdenken und bezeichnet die Ungleichheit im höheren Alter als "Spiegel unseres Erwerbslebens".

Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung belegt, wie unterschiedlich die Renten von Männern und Frauen in Deutschland ausfallen. Rentnerinnen erhalten noch nicht mal die Hälfte. Kein Wunder, liegt doch das Durchschnittsgehalt im Berufsleben weiblicher Arbeitnehmer bereits deutlich unter dem der männlichen Kollegen.

Cornelia Spachtholz genügt es nicht, die ungleiche Bezahlung zu kritisieren, ihr geht es auch die Diskrepanz zwischen den Altersbezügen. Die Rente sei der "Spiegel unseres Erwerbslebens", sagte die Vorsitzende des Verbands berufstätiger Mütter, der den "Equal Pension Day" initiiert hat. Mit dieser Initiative will Spachtholz vor allem junge Frauen, die jetzt Verträge abschließen und Bedingungen mit ihren Arbeitgebern vereinbaren, animieren, den Blick in die Zukunft richten.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ausweiten

Die Verbandsvorsitzende erkennt in den familienbedingten Arbeitsumständen und in den Unterbrechungen der Arbeitszeit vieler Frauen eine Ursache für die ungleichen Altersbezüge. Wer wegen der Kinderbetreuung eine Zeit lang nur in Mini-Jobs und als Teilzeitkraft arbeiten kann, der erhalte auch eine geringere Rente. 

Zwar habe die Politik in den vergangenen Jahre Maßnahmen getroffen, um Familien zu erleichtern - etwa mit dem Kita-Aubau - aber noch immer gebe es Nachholbedarf: "Das Elterngeld Plus könnte durchaus optimiert werden." Außerdem müsse es einen generellen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von 0 bis 14 plus geben.

Mehr zum Thema

Susanne Gaschke und Sascha Schmidt - Die Vereinbarkeitslüge - Familien zwischen Anspruch und Wirklichkeit
(Deutschlandradio Kultur, Im Gespräch, 05.03.2016)

Schweden - Wo Frauen mehr verdienen als Männer
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 08.03.2016)

Frauen in der Kultur - Alte Männer verstopfen Jurys und Fördergremien
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 12.11.2015)

Interview

Tod im "Bio-Krebszentrum"Was ist seriöse Krebstherapie?
Kolorierte Aufnahme eines Lungen-Tumors unter dem Rasterelektronenmikroskop (imago stock&people)

Der Tod von Patienten eines alternativen Krebszentrums am Niederrhein hat die Debatte um die Wirksamkeit von alternativen Therapien gegen den Krebs neu entfacht. Der anthroposophische Krebsspezialist Friedemann Schad plädiert für ein integratives onkologisches Konzept.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur