Freitag, 25. Juli 2014MESZ15:06 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den Feuilletons"Einen Schritt aufeinander zugehen"
Daniel Barenboim dirigiert das West-Eastern Divan Orchestra

Gerade die Hoffnungslosigkeit der Situation könne einen Ausweg aus dem Gaza-Konflikt weisen, schreibt Dirigent Daniel Barenboim in der "Welt". Und mehrere Rezensenten schütteln den Kopf über die "Überwachungsanleitung" der amerikanischen Geheimdienste.Mehr

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Fazit

Walker EvansMit Bildern arbeiten

Eine Berliner Ausstellung zeigt mehr als 200 Originalabzüge des berühmten amerikanischen Fotokünstlers Walker Evans. Mit seinen Aufnahmen hat Evans die Fotografiegeschichte des 20. Jahrhunderts mitgeschrieben.Mehr

FestivalNeue Töne in Savonlinna
Die bekannteste Sehenswürdigkeit Savonlinnas: die Burg Olavinlinna. Hier finden die Opernfestspiele statt.

Die Opernfestspiele im finnischen Savonlinna sind wegen ihres ihres idyllischen Austragungsort weltbekannt: Die Burg Olavinlinna. Der neue Festspielleiter Jorma Silvasti will nun das nationale Profil des Festivals neu beleben.Mehr

Theater in Dessau Der Mohr kann gehen
André Bücker steht zu Beginn seiner Amtszeit als Generalintendant im April 2009 vor dem Anhaltischen Theater Dessau-Roßlau.

Eigentlich sollte das Anhaltische Theater in Dessau seine Sparten Ballett und Schauspiel ganz aufgeben. Generalintendant André Bücker hat das verhindert - und wird dafür nun "entsorgt".Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 01.02.2012

"Enorme Belastung"

Droste: Kulturschaffende in Ungarn unter Druck

György Dörner, neuer Intendant des Neuen Theaters in Budapest
György Dörner, neuer Intendant des Neuen Theaters in Budapest (picture alliance / dpa - Lajos Nagy)

Der Rechtsextremist György Dörner ist neuer Intendant des Neuen Theaters in Budapest. Er wolle Schluss machen mit der "entarteten Hegemonie" des Kulturbetriebs, schrieb Dörner in seiner Bewerbung. Wilhelm Droste, Dozent an der Uni Budapest, betrachtet die Entwicklung mit Sorge.

Dörner wurde gegen den Willen der Fachkommission vom Oberbürgermeister der ungarischen Hauptstadt ernannt. Dieser wiederum verdankt sein Amt der rechtskonservativen Fidesz-Partei von Regierungschef Victor Orbán, die im ungarischen Parlament über die absolute Mehrheit verfügt. Regierungskritiker und Oppositionelle fürchten inzwischen um die Demokratie im Land.

Orbán hat der Europäischen Union zwar zugesagt, bestimmte Gesetze so zu ändern, dass die Meinungs- und Medienfreiheit gewährleistet ist, doch beim Stellenabbau bei Medien und Kulturinstitutionen werden auffällig oft gerade die Mitarbeiter entlassen, die sich gegen die Regierung stellen.

Auch der Autor und Übersetzer Wilhelm Droste, Dozent an der Universität in Budapest, betrachtet die kulturpolitische Entwicklung mit großer Sorge. Zwar sei es ein "vorschnelles Urteil", wenn man nun bereits vom Tod des kulturellen Lebens spreche, doch die Stellenbesetzung am Neuen Theater sei kein gutes Zeichen:

"In den ungarischen Theatern wird heute Abend vor der Vorstellung, fast in allen Theatern, ein Protest dagegen verlesen. Also, der eigentliche Kulturbetrieb steht zu dieser Entscheidung ganz klar kritisch, oppositionell und verachtend."

Inzwischen, so Droste weiter, sei es sogar gefährlich geworden, gegen die Kulturpolitik Orbáns zu protestieren, denn viele Kulturschaffende seien von der Kündigung bedroht. Sich offen gegen die Regierung zu stellen, sei somit schon fast ein "Akt der Zivilcourage". So arbeiten zu müssen, sei für viele Mitarbeiter eine "enorme Belastung". Ständig werde von Einsparungen bei Medien und Kultur geredet, und wenn dann Mitarbeiter eingespart werden, treffe es immer "zufällig die Linken und die Liberalen".

Das vollständige Gespräch können Sie mindestens bis zum 1.8.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.