Freitag, 24. Oktober 2014MESZ20:18 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsÜber das Verschwinden
Ein Helikopter landet auf dem Deck eines chinesischen Marineschiffes, das mit der Suche nach der verschollenen Boeing 777-200 im südchinesischen Meer beauftragt ist.

Die "Neue Zürcher Zeitung" und die "FAZ" widmen sich der US-amerikanischen Serie "The Leftovers", die vom Umgang mit dem Unerklärlichen handelt, etwa wenn Menschen einfach so verschwinden. In Wien verschwindet laut "NZZ" der Dialekt.Mehr

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Fazit

AusstellungEin Minimalist schaut auf sich selbst
Der Künstler Imi Knoebel 2014 vor seinen Werken "Aliaaa" (l, 2002) und "Ich Nicht X" (2006) in der Ausstellung "Imi Knoebel. Werke 1966-2014" im Kunstmuseum in Wolfsburg.

Der Beuys-Schüler Imi Knoebel gehört zu den wichtigsten Vertretern der Minimal Art in Deutschland. Zum 75. Geburtstag des Künstlers zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg eine umfassende Werkschau, inszeniert von Imi Knoebel selbst. Mehr

TheaterDas ist der Mensch!
Die "Woyzeck"-Inszenierung am Münchner Volkstheater ist ein Wagnis.

Schon unzählige Male kam Büchners Woyzeck auf die Bühne. Am Münchner Volkstheater hat der Regisseur Abdullah Kenan Karaca den Stoff völlig neu zusammengesetzt. Die kühne Inszenierung folgt der Frage: Was ist der Mensch?Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 01.02.2012

"Enorme Belastung"

Droste: Kulturschaffende in Ungarn unter Druck

György Dörner, neuer Intendant des Neuen Theaters in Budapest
György Dörner, neuer Intendant des Neuen Theaters in Budapest (picture alliance / dpa - Lajos Nagy)

Der Rechtsextremist György Dörner ist neuer Intendant des Neuen Theaters in Budapest. Er wolle Schluss machen mit der "entarteten Hegemonie" des Kulturbetriebs, schrieb Dörner in seiner Bewerbung. Wilhelm Droste, Dozent an der Uni Budapest, betrachtet die Entwicklung mit Sorge.

Dörner wurde gegen den Willen der Fachkommission vom Oberbürgermeister der ungarischen Hauptstadt ernannt. Dieser wiederum verdankt sein Amt der rechtskonservativen Fidesz-Partei von Regierungschef Victor Orbán, die im ungarischen Parlament über die absolute Mehrheit verfügt. Regierungskritiker und Oppositionelle fürchten inzwischen um die Demokratie im Land.

Orbán hat der Europäischen Union zwar zugesagt, bestimmte Gesetze so zu ändern, dass die Meinungs- und Medienfreiheit gewährleistet ist, doch beim Stellenabbau bei Medien und Kulturinstitutionen werden auffällig oft gerade die Mitarbeiter entlassen, die sich gegen die Regierung stellen.

Auch der Autor und Übersetzer Wilhelm Droste, Dozent an der Universität in Budapest, betrachtet die kulturpolitische Entwicklung mit großer Sorge. Zwar sei es ein "vorschnelles Urteil", wenn man nun bereits vom Tod des kulturellen Lebens spreche, doch die Stellenbesetzung am Neuen Theater sei kein gutes Zeichen:

"In den ungarischen Theatern wird heute Abend vor der Vorstellung, fast in allen Theatern, ein Protest dagegen verlesen. Also, der eigentliche Kulturbetrieb steht zu dieser Entscheidung ganz klar kritisch, oppositionell und verachtend."

Inzwischen, so Droste weiter, sei es sogar gefährlich geworden, gegen die Kulturpolitik Orbáns zu protestieren, denn viele Kulturschaffende seien von der Kündigung bedroht. Sich offen gegen die Regierung zu stellen, sei somit schon fast ein "Akt der Zivilcourage". So arbeiten zu müssen, sei für viele Mitarbeiter eine "enorme Belastung". Ständig werde von Einsparungen bei Medien und Kultur geredet, und wenn dann Mitarbeiter eingespart werden, treffe es immer "zufällig die Linken und die Liberalen".

Das vollständige Gespräch können Sie mindestens bis zum 1.8.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.