Mittwoch, 26. November 2014MEZ01:08 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den Feuilletons"Es gibt keine Sammlung Gurlitt"
Christoph Schäublin, Stiftungsratspräsident des Kunstmuseums Bern, am 24.11.2014 in Berlin bei der Pressekonferenz zur Unterzeichnung der Vereinbarung zum Nachlass des Kunstbesitzers Cornelius Gurlitt.

Wenn "SZ" und "FAZ" dieselbe Überschrift haben, dann muss es schon ein besonderes Thema sein: die Pressekonferenz des Berner Museums zu Gurlitt. Nicht einer Meinung sind die Zeitungen allerdings bei der Deutung der Situation.Mehr

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Fazit

Gurlitt-NachlassSchwieriges Erbe
Das Kunstmuseum in Bern von außen.

Die Sammlung von Kunsthändler-Sohn Cornelius Gurlitt geht an das Kunstmuseum Bern - mit Ausnahme der Werke, die unter Raubkunst-Verdacht stehen. So weit, so gut. Was aber passiert mit der "entarteten Kunst"?, fragt Claudia Wheeler.Mehr

KinoEine Freundschaft im Krieg
Der Dokumentarfilm "The Green Prince" des israelischen Regisseurs Nadav Schirman

Der eine ist Palästinenser und Sohn eines Hamas-Führers. Der andere Israeli und Geheimdienstler. Eigentlich müssten sie Feinde sein, aber sie werden Freunde. In "The Green Prince" erzählt Dokumentarfilmer Nadav Schirman ihre Geschichte. Mehr

SerbienMissbraucht, gefälscht, verschwiegen
Ein Museum in Sarajevo erinnert an das Attentat vom 28. Juni 1914, das zum Ersten Weltkrieg führte: Der Mörder Gavrilo Princip (links) und sein Opfer, der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand.

Der Umgang ihres Heimatlandes mit der eigenen Geschichte lässt zu wünschen übrig, findet die serbische Historikerin Dubrovka Stojanovic. Sie fordert eine neue Erinnerungskultur und ist damit nicht allein.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 01.08.2012

"Eminent politische Figur"

FAZ-Korrespondent Matthias Rüb zum Tod des US-Intellektuellen Gore Vidal

Der US-Schriftsteller Gore Vidal
Der US-Schriftsteller Gore Vidal (picture alliance / dpa / Abaca Alessia Paradisi)

Er war ein hochgeschätzter Autor und schrieb Romane, Theaterstücke, Drehbücher und Essays. Zudem war Gore Vidal aber auch ein politischer Provokateur, der sich selbst als einen unmittelbaren Nachfahren der großen amerikanischen Gründerväter sah und daraus auch keinen Hehl machte.

Aufgrund seiner großen politischen und intellektuellen Bedeutung sei der Tod Vidals, so berichtet Matthias Rüb, Korrespondent der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in Washington, nicht nur das Aufmacher-Thema bei den einschlägigen Kulturmagazinen. Auch auf den politischen Seiten werde Vidal als "Nummer-Eins-Nachricht" behandelt:

"Man sieht, wie wichtig sein Ableben genommen wird, dass er eine bedeutende politische Figur auch gewesen ist - nicht nur eine Figur 'larger than life' - größer als das Leben, als Literat, als 'homme de lettres', als Provokateur, sondern auch als eminent politische Figur, dessen größte Werke vielleicht seine fiktiven Romane über eine ganze Reihe von amerikanischen Präsidenten sind."

In seinen Romanen habe Vidal gründliche historische Forschung mit fiktiven Elementen verbunden - dies werde von der Literaturwissenschaft, aber auch von der historiographischen Forschung bis heute anerkannt, sagte Rüb.

Vidal, der auf seiten der Demokraten stand und Kennedy im Wahlkampf unterstützte, habe sich selbst als Nachfahren der großen Gründerväter der USA gesehen. Politisch links stehend, habe er mehrere Versuche unternommen, direkt in die Politik einzusteigen, sei aber immer wieder gescheitert. So habe er seinen unerfüllbaren Wunsch, politisch tätig zu werden, auf anderen Feldern befriedigt. Trotzdem habe er immer daran geglaubt, ein großer Politiker zu sein, der einfach keine Wähler fand. Eine seiner markantesten Aussagen habe gelautet:

"Es gibt kein menschliches Problem, das nicht gelöst werden könnte, wenn die Leute doch einmal auf mich hören würden."


Das vollständige Gespräch mit Matthias Rüb können Sie mindestens bis zum 1.2.2013 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.


Weitere Informationen zum Tod von Gore Vidal auf dradio.de:

Aktuell: US-Autor Gore Vidal ist tot - Schriftsteller stirbt mit 86 Jahren

"Er war ein blendender Diskutierer" - Literaturkritikerin Sigrid Löffler zum Tod des amerikanischen Schriftstellers Gore Vidal

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US-Autor Gore Vidal ist tot
"Er war ein blendender Diskutierer"