Dienstag, 1. September 2015MESZ14:08 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsEin harmonischer Nachrufchor in Moll
Der Regisseur Wes Craven steht vor einem Filmplakat zu "Red Eye" (picture alliance /dpa /PA Parsons)

In großer Dankbarkeit würdigt die Filmkritik den verstorbenen Schöpfer von Freddy Krueger. Zum Tod des US-Regisseurs Wes Craven zieht die "SZ" den Hut vor einem "der intelligentesten Filmemacher seiner Generation". "Große Kunst" fasst die "taz" dessen filmisches Schaffen zusammen.Mehr

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Fazit

Giotto-Ausstellung in Mailand Wegbereiter der Renaissance
Jesus am Kreuz des italienischen Malers Giotto di Bondone (imago/Kyodo News)

Jesus mit menschlichen Antlitz. Entgegen seiner Zeitgenossen malte Giotto di Bordone im 14. Jahrhundert reale Menschen, mit unterschiedlichen Gesichtern. Giotto begründete damit die Malerei der Renaissance. Im Mailänder Palazzo Reale sind jetzt seine Meisterwerke zu sehen.Mehr

Zum Tod von Regisseur Wes CravenMeister des Horrorfilms
Der Regisseur Wes Craven steht vor einem Filmplakat zu "Red Eye" (picture alliance /dpa /PA Parsons)

Mit Klassikern wie "Nightmare – Mörderische Träume" oder seiner "Scream"-Reihe setzte der US-Regisseur neue Maßstäbe im Horrorgenre. Ob Wes Craven tatsächlich das Horror Genre neu erfunden hat, darüber sprechen wir mit den Filmwissenschaftler Rolf Giesen.Mehr

"French Women" im Kino Nichts für Feingeister
Audrey Dana (dpa / picture alliance / Etienne Laurent)

"Was Frauen wollen" ist eine Komödie, die Oral-, Hetero-, Frauensex und viel Sinnlichkeit zeigt. Von der Kritik ist der Film deshalb zum Teil verrissen worden. Doch Regisseurin Audrey Dana würde den Film trotzdem noch einmal genau so drehen. Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 01.08.2012

"Eminent politische Figur"

FAZ-Korrespondent Matthias Rüb zum Tod des US-Intellektuellen Gore Vidal

Der US-Schriftsteller Gore Vidal (picture alliance / dpa / Abaca Alessia Paradisi)
Der US-Schriftsteller Gore Vidal (picture alliance / dpa / Abaca Alessia Paradisi)

Er war ein hochgeschätzter Autor und schrieb Romane, Theaterstücke, Drehbücher und Essays. Zudem war Gore Vidal aber auch ein politischer Provokateur, der sich selbst als einen unmittelbaren Nachfahren der großen amerikanischen Gründerväter sah und daraus auch keinen Hehl machte.

Aufgrund seiner großen politischen und intellektuellen Bedeutung sei der Tod Vidals, so berichtet Matthias Rüb, Korrespondent der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in Washington, nicht nur das Aufmacher-Thema bei den einschlägigen Kulturmagazinen. Auch auf den politischen Seiten werde Vidal als "Nummer-Eins-Nachricht" behandelt:

"Man sieht, wie wichtig sein Ableben genommen wird, dass er eine bedeutende politische Figur auch gewesen ist - nicht nur eine Figur 'larger than life' - größer als das Leben, als Literat, als 'homme de lettres', als Provokateur, sondern auch als eminent politische Figur, dessen größte Werke vielleicht seine fiktiven Romane über eine ganze Reihe von amerikanischen Präsidenten sind."

In seinen Romanen habe Vidal gründliche historische Forschung mit fiktiven Elementen verbunden - dies werde von der Literaturwissenschaft, aber auch von der historiographischen Forschung bis heute anerkannt, sagte Rüb.

Vidal, der auf seiten der Demokraten stand und Kennedy im Wahlkampf unterstützte, habe sich selbst als Nachfahren der großen Gründerväter der USA gesehen. Politisch links stehend, habe er mehrere Versuche unternommen, direkt in die Politik einzusteigen, sei aber immer wieder gescheitert. So habe er seinen unerfüllbaren Wunsch, politisch tätig zu werden, auf anderen Feldern befriedigt. Trotzdem habe er immer daran geglaubt, ein großer Politiker zu sein, der einfach keine Wähler fand. Eine seiner markantesten Aussagen habe gelautet:

"Es gibt kein menschliches Problem, das nicht gelöst werden könnte, wenn die Leute doch einmal auf mich hören würden."


Das vollständige Gespräch mit Matthias Rüb können Sie mindestens bis zum 1.2.2013 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.


Weitere Informationen zum Tod von Gore Vidal auf dradio.de:

Aktuell: US-Autor Gore Vidal ist tot - Schriftsteller stirbt mit 86 Jahren

"Er war ein blendender Diskutierer" - Literaturkritikerin Sigrid Löffler zum Tod des amerikanischen Schriftstellers Gore Vidal

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US-Autor Gore Vidal ist tot
"Er war ein blendender Diskutierer"