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Buchkritik

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Buchkritik / Archiv | Beitrag vom 27.05.2012

Einstieg in die Welt der Kryptografie

Klaus Schmeh: "Nicht zu knacken", Carl Hanser Verlag, München 2012, 294 Seiten

Es sind merkwürdige und mitunter spannende Geschichten, die Autor Klaus Schmeh hier erzählt. (Deutschlandradio - Daniela Kurz)
Es sind merkwürdige und mitunter spannende Geschichten, die Autor Klaus Schmeh hier erzählt. (Deutschlandradio - Daniela Kurz)

Rätselhafte Briefe, Botschaften und Bücher sind das Thema im neusten Werk des Verschlüsselungsexperten Klaus Schmeh. Seine Top 10 der schwierigsten Rätsel, die er darin vorstellt, haben eines gemein: Bis heute konnten die zum Teil schon Jahrhunderte alten Schriften nicht entschlüsselt werden. "Nicht zu knacken" lautet deshalb auch der Titel seines Buches, das zugleich ein Aufruf an findige Rätsellöser ist, sich an der Lösung dieser Geheimnisse zu versuchen.

Besonders im Krieg und bei der Spionage spielt die Verschlüsselung von Nachrichten eine große Rolle. Die Enigma ist als Verschlüsselungsmaschine der Deutschen im Zweiten Weltkrieg längst legendär. Ihre Dechiffrierung bot Briten und Amerikanern einen unschätzbaren Vorteil, da Transportkonvois unbemerkt an den deutschen U-Booten vorbeigeschleust werden konnten und Truppenstärken und -positionen bekannt waren. Die meisten Original-Nachrichten aus dieser Zeit wurden vernichtet. Aber einige sind mittlerweile doch wieder aufgetaucht und warten (wieder) auf ihre Entschlüsselung.

Heute ist die Zeit der knackbaren Geheimbotschaften vorbei. Mit Hilfe von Computern lassen sich Codes erzeugen, die praktisch nicht mehr zu lösen sind. Nur aus der Vergangenheit harren noch immer viele unverstandene Botschaften auf ihre Aufdeckung. Was zum Beispiel schrieb der Künstler James Hampton mit unbekannten Buchstaben auf die 104 Seiten seines Notizbuches? Und wer war der Somerton-Mann, ein geheimnisvoller Toter, der bis heute nicht identifiziert werden konnte und nur eine kryptische Nachricht bei sich trug?

Eines der rätselhaftesten Werke ist das Vojnich-Manuskript. Die mit zahlreichen Abbildungen versehenen 246 Pergamentseiten sind in einer unbekannten Schrift beschrieben. Verfasser, Herkunft und Verwendungszweck des Buches sind unbekannt. Wahrscheinlich stammt es aus dem 15. Jahrhundert. Benannt wurde es nach dem aus Weißrussland stammenden US-Antiquar Wilfried Vojnich, der das Manuskript 1912 von einem italienischen Jesuiten-Kolleg erwarb. Bis heute hat das geheimnisvolle Buch seine Bedeutung nicht preisgegeben. Gut möglich, dass es gar keinen sinnvollen Text enthält, sondern einfach nur mysteriös erscheinen will. Aber vielleicht kommt irgendwann ja doch noch jemand auf die richtige Idee und entdeckt den passenden Schlüssel?

Es sind merkwürdige und mitunter spannende Geschichten, die Autor Klaus Schmeh hier schlicht und schnörkellos erzählt. Durch viele fach- und populärwissenschaftliche Bücher ist er zum Spezialisten für Verschlüsselungstechniken gereift, bleibt in seinen Schilderungen aber immer leicht verständlich. Einen Knoten ins Gehirn bekommt höchstens, wer versucht, das chiffrierte Vorwort oder die vielen Beispiele zum Selberknobeln im Anhang zu entschlüsseln. Vertiefende Erklärungen und Hinweise auf Literatur und Internetquellen runden das gelungene Buch ab, das damit auch als Einstieg in die Welt der Kryptografie gute Dienste leisten kann.

Besprochen von Gerrit Stratmann

Klaus Schmeh: Nicht zu knacken. Von ungelösten Enigma-Codes zu den Briefen des Zodiac-Killers
Carl Hanser Verlag, München 2012
294 Seiten, 18,90 Euro

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